Projektitis

Scherzhafte Bezeichnung im Projektmanagement-Jargon für den übertriebenen Einsatz von Projektmanagement-Methoden und den Aufbau einer überdimensionierten Projektorganisation.

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Kennzeichen für Projektitis sind unter anderem:

  • Es wird nicht mehr zwischen Aufträgen, Aufgaben und Projekten unterschieden - es gibt nur noch Projekte
  • Die Zahl der Projektleiter übersteigt 10% der Belegschaft
  • Die meiste Fortbildungszeit wird auf das Erlernen von Projektmanagement-Software verwendet
  • Das Projektbüro verwendet die meiste Arbeitszeit auf die Entwicklung von Vorgehensmodellen anstatt darauf, die laufenden Projekte zu unterstützen.
  • Es wird ein komplexes Bewertungsverfahren für Projektqualität entwickelt, das aber nie zum Einsatz kommt.
  • Die Standardwerke wie der PMBOK(R) Guide oder der ProjektManager werden entweder vollständig ignoriert oder ungelesen zur Rechtfertigung der eigenen Vorstellungen von Projektmanagement verwendet.
  • Es wird ein unternehmenseigenes Projekt gestartet, das Projektmanagement von Grund auf neu definiert. Die Begründung hierfür lautet, dass wegen branchen- und firmenspezifischer Besonderheiten die allgemeinen Methoden nicht anwendbar sind.
Projektitis beruht auf Parkinsons Gesetz und dem Peter-Prinzip. Bisher ist kein Mittel gegen sie bekannt. Zur Linderung dienen schriftliche Vereinbarungen zur Reduzierung des Aufwands vor Projektbeginn und straffes Projekt-Controlling, z.B. durch Earned Value Management.

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Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 23.01.2003.
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