Englischer
Begriff
  • Approach
  • Project Approach

Projektlösungsansatz

Der Projektlösungsansatz beschreibt die gewählte Vorgehensweise, mit der die Aufgabenstellung des Projekts gelöst werden soll.

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Jedes Projekt benötigt einen Projektlösungsansatz, allerdings wird dies nur im britischen Projektmanagementsystem PRINCE2 explizit thematisiert. Aufgrund der dort geforderten Ausrichtung des Projekts auf einen Business Case, muss sich bei PRINCE2 der Projektlösungsansatz auf die im Business Case gewählte Handlungsoption beziehen. Weiterhin muss der Projektlösungsansatz die Rahmenbedingungen für die Projektdurchführung und die Einsatzbedingungen des zu erstellenden Produkts berücksichtigen. Der Projektlösungsansatz ist Teil der sog. Projektleitdokumentation.

Bei PRINCE2 wird der Projektlösungsansatz im Prozess "Vorbereiten eines Projekts" erstellt, d.h. noch vor dem Projektstart. Dies ist sinnvoll, da eine qualifizierte Entscheidung über den Projektstart erst dann gefällt werden kann, wenn klar ist, auf welche Weise das Projektziel erreicht werden soll.

Der Projektlösungsansatz gibt beispielsweise bei einer Produktentwicklung an, welche Komponenten selbst entwickelt und welche zugekauft werden sollen. Bei einem Organisationsentwicklungsprojekt könnte der Lösungsansatz definieren, ob das Projekt in allen Abteilungen gleichzeitig oder in einer Abteilung nach der anderen durchgeführt wird. Der Projektlösungsansatz ist also noch kein Projektplan, sondern definiert lediglich die grundlegende Herangehensweise.

Erläuterungen und Kommentar

Auf den ersten Blick erscheint es etwas verwunderlich, unabhängig von Projektplan und Business Case einen Projektlösungsansatz zu erstellen. Der Sinn dieses Vorgehens erschließt sich, wenn man Projekte als Teil des unternehmerischen Handelns versteht und nicht als abgekapselte, völlig eigenständige Abläufe. Die explizite Definition des Projektlösungsansatzes ermöglicht nämlich beispielsweise:

  • das Vorgehen im Projekt an allgemeinen Unternehmensstrategien auszurichten (z.B. ausschließlich Open-Source-Software zu verwenden)
  • Lessons learned für Folgeprojekte klarer formulieren (z.B. einen falschen Lösungsansatz zu dokumentieren)
  • vorhandene Lessons learned leichter einzusetzen (z.B. erfolgreiche Lösungsansätze als Beispiel verwenden)
  • dem Auftraggeber bzw. dem Lenkungsausschuss eine leicht verständliche Entscheidungsgrundlage zur Genehmigung von Start bzw. Fortführung des Projekts zu liefern
  • den Projektplanern klare Vorgaben zu geben.

Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 29.03.2010.
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