Schleichender Funktionszuwachs

Insbesondere bei Produktentwicklungen ergeben sich im Lauf der Entwicklung neue Erkenntnisse, die zu einer Verbesserung des Produkts beitragen können. Ebenso bewirken interne wie externe Innovationen nach Projektbeginn, dass mehr Leistungsmerkmale realisiert werden können als ursprünglich beabsichtigt. Weiterhin erkennt der Auftraggeber meist erst im Lauf der Produktentwicklung, dass er noch zusätzliche Funktionen benötigt.

Wenn solche Änderungen nicht über eine formelle Änderungsanforderung, sondern nur über informelle Absprachen (mündliche Vereinbarungen, eigenmächtige Änderungen von technischen Unterlagen usw.) in die Definition des Projektergebnisses eingehen, spricht man vom "schleichenden Funktionszuwachs" oder "Scope Creep". Typisch ist dabei, dass weder das Projektbudget erhöht noch die Projektdauer verlängert wird, sondern der Auftraggeber nach wie vor auf dem vertraglich vereinbarten Preis und Endtermin beharrt.

Der schleichende Funktionszuwachs gewinnt umso mehr an Bedeutung

  • je länger die Projektlaufzeit ist
  • je schneller der technische Fortschritt in der Branche ist
  • je ungenauer das Lastenheft und die Abnahmekriterien definiert sind
Mögliche Maßnahmen gegen diesen Effekt, der die Kosten und den Arbeitsaufwand erhöht, sind:
  • genaue Erhebung der Kundenanforderungen und ihre Präzisierung im Lastenheft vor Beginn des Projekts
  • detaillierte Aufwandsschätzung
  • Einführung eines formellen Änderungsmanagements (z.B. Einrichtung eines Change Control Boards)
  • konsequente Konfigurationsüberwachung
  • Verkürzung der Produktzyklen in innovativen Märkten
  • langfristiges Innovations- und Ideenmanagement zur Sammlung von Verbesserungsvorschlägen

Relevante Beiträge im Projekt Magazin
von Wolfgang Stalder
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Budgetüberschreitung und Terminverzug - das sind die Gemeinsamkeiten der bedeutenden Mega-Projekte der vergangenen 200 Jahre. Sowohl der Bau des Panama-Kanals als auch die Entwicklung der Concorde verschlangen ein Vielfaches des geplanten Budgets ohne dabei einen Nutzen zu generieren, der diesen finanziellen Aufwand rechtfertigen würde - zumindest hatte es lange Zeit diesen Anschein. Betrachtet man Mega-Projekte aus historischer Perspektive, müssen viele Negativ-Urteile revidiert werden. Wolfgang Stalder hat Daten zu bedeutenden Großprojekten gesammelt und zusammengestellt. In seinem Artikel analysiert er ihre Charakteristika und Gemeinsamkeiten und erläutert wichtige Einflussfaktoren. Nutzen und Wirtschaftlichkeit bewertet er aus historischer Sicht neu.
von Christine Schmidt
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Viele Streitigkeiten zwischen Projektparteien entstehen durch unerfüllte Erwartungen und mangelnde Kommunikation. So kommt es zu Missverständnissen und die Zusammenarbeit wird von beiden Seiten als unbefriedend empfunden. Eskaliert der Streit, endet er häufig vor Gericht. Eine alternative Methode der Konfliktlösung ist die Mediation. Anstatt die Konfrontation fortzusetzen, erarbeiten die Konfliktparteien Möglichkeiten der Kooperation. Christine Schmidt beschreibt in Ihrem Artikel die Vorteile der Mediation und erläutert anhand eines Beispiels den Verlauf dieses Verfahrens.
von Dr. Georg Angermeier
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Das Lastenheft beschreibt das angestrebte Projektergebnis. Es wird vom Auftraggeber erstellt und ist eines der zentralen und unverzichtbaren Projektdokumente. Dennoch scheuen viele vor dem Aufwand zurück, der mit seiner Erstellung verbunden ist. Der Nutzen eines professionellen Lastenhefts übertrifft aber diesen Aufwand bei weitem. Zudem enthält bei einem systematischen Vorgehen das Lastenheft ausschließlich Informationen der ohnehin nötigen Projektplanung. Dr. Georg Angermeier beschreibt in diesem Artikel, was ein Lastenheft genau ist, welchen Nutzen es hat und was alles in ihm enthalten sein sollte.
von Dag Frommhold
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"Schon wieder ein Meeting, muss das sein?", "Wir brauchen unsere Ressourcen für Wichtigeres.", "Uns läuft die Zeit davon." – das klingt vertraut, oder? Doch ist das nicht zu kurz gedacht? Ist nicht die Kommunikation bei Softwareprojekten die wichtigste Voraussetzung dafür, dass effizient entwickelt werden kann, und ein systematisches Feedback von Kundenseite ein Garant für kundennahes, flexibles Vorgehen in der Softwareentwicklung? Nach der Lektüre des Artikels von Dag Frommhold und Fabian Röken sollte einmal mehr klar werden, warum sinnvolle Rückmeldeschleifen in einem iterativen Softwareprojekt niemals verlorene Zeit sind.
von Rupert Vogel
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Die Abnahme ist eine entscheidende Station im Verlauf eines Projekts: Das Risiko fällt vom Auftragnehmer an den Auftraggeber zurück. Die Rechtsanwälte Dr. Rupert Vogel und Wolfgang Döring erklären in ihrem Beitrag am Beispiel von Softwareprojekten, was "Abnahme" im juristischen Sinne bedeutet und welche Änderungen das neue Schuldrecht vom 1. Januar 2002 mit sich gebracht hat. Der Artikel enthält Vorschläge für Regelungen sowie eine Musterklausel, mit deren Hilfe die Vertragspartner die Abnahme optimal organisieren können. Die Erläuterungen und Tipps lassen sich problemlos auf andere Branchen übertragen.
von Yves Oesch
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Um neue Wege zu gehen, werden innovative Ideen benötigt. Häufig finden zu diesem Zweck Brainstorming-Sitzungen statt, bei denen kreative Einfälle, z.B. für ein neuartiges Produkt, neue Absatzwege oder Einsparpotentiale gesammelt werden. Nur, was macht man mit der Fülle an Ideen, die dabei entsteht? Diese Anleitung soll Ihnen dabei helfen, die besten Ideen aus einer umfangreichen Ideensammlung auszuwählen und Schritt für Schritt auf ihr Potential und ihre Umsetzbarkeit hin zu prüfen.
von Christoph Hohenegg
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Rechtsanwalt Christoph Hohenegg erklärt, was unter einer Abnahmeerklärung des Kunden zu verstehen ist, und was Dienstleister tun können, wenn der Kunde die Abnahme und damit auch die Bezahlung verweigert. Er gibt Ratschläge, wie sich Auseinandersetzungen bereits im Vorfeld durch die richtige Vorgehensweise vermeiden lassen. Die aktualisierte Version beinhaltet nun auch die seit 01.01.2002 veränderte Verfährungsfrist bei Mängelansprüchen. Als Beispiel für die Abnahmeerklärung einer Projektleistung, stellt der Autor ein Kundenanschreiben als Vorlagetext zur Verfügung.
von Tilo Linz
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Reviews sind eine unkomplizierte, bewährte und schnell anwendbare Technik zur wirksamen Prüfung von Entwurfsdokumenten, Quellcode und anderen umfangreichen Projektunterlagen. Mit kaum einer anderen Qualitätssicherungsmaßnahme lassen sich bei vergleichbar geringem Aufwand Fehler ähnlich erfolgreich bekämpfen und ausmerzen. Der Artikel zeigt am Beispiel Softwareentwicklung, wie die Review-Technik eingeführt und als projektbegleitendes Qualitätssicherungsinstrument eingesetzt werden kann.
von Dr. Georg Angermeier
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Der Autor, Dr. Georg Angermeier, beschreibt in diesem Mehrteiler den systematischen Aufbau einer Webpräsenz nach dem Modell des Quality Function Deployment (QFD). Er führt anhand eines durchgehenden Praxisbeispiels anschaulich und leicht verständlich durch das Thema. Angermeier erklärt, wie sich Kundenanforderungen und Funktionen mit dem QFD-Modell zusammenbringen lassen und Sie somit die maßgeschneiderte Internet-Präsenz für Ihren Kunden finden.
von Dr. Georg Angermeier
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von Bernd Hilgenberg
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Vielfach reduzieren sich die Arbeiten an einem Pflichtenheft auf die für die Softwareerstellung relevanten Inhalte. Es wird meist einfach nur eine Vorgabe für die Programmierung geschrieben. Doch das ist für die effiziente Erstellung eines Pflichtenhefts nicht genug. Es gibt viele Fallstricke organisatorischer und politischer Natur, die durch den rein fachlichen Teil nicht abgedeckt werden können. Bernd Hilgenberg gibt Ihnen Tipps, wie Sie Ihr Team erfolgreich durch die schwierige Phase der Pflichtenhefterstellung führen.
von Bernd Hilgenberg
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Lästiges Übel oder unverzichtbare Notwendigkeit? Im Bereich der Softwareentwicklung wird die Erstellung eines qualifizierten Pflichtenhefts oft mit geringer Priorität behandelt. Doch der Katzenjammer kommt meist hinterher, wenn immer wieder neue Forderungen die Entwicklungskosten in das Unermessliche treiben oder zugesagte Funktionen fehlen. Bernd Hilgenberg erläutert die wichtigen Bestandteile eines Pflichtenhefts. Eine fertig erstellte Vorlage zum Downloaden führt Sie Schritt für Schritt durch die Pflichtenhefterstellung.
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