Eierlegende Wollmilchsau

Eierlegende Wollmilchsau ist eine ironische Metapher für unrealistisch hohe Anforderungen an Produkte oder Ressourcen.

Eierlegende Wollmilchsau

Eierlegende Wollmilchsau ist eine ironische Metapher für unrealistisch hohe Anforderungen an Produkte oder Ressourcen.

Wer den Begriff "Eierlegende Wollmilchsau" verwendet, will damit meist deutlich machen, dass ein Anforderungskatalog, eine Spezifikation oder ein Anforderungsprofil sich nicht auf die wesentlichen Punkte beschränkt, sondern zu umfangreich angelegt ist. Dies zu verhindern ist Aufgabe des Requirements EngineeringRequirements EngineeringRequirements Engineering ist ein Begriff des Software Engineerings. Es umfasst das Sammeln, Dokumentieren, Analysieren und Verfolgen von Kundenanforderungen für ein zu erstellendes Softwareprodukt..

Der Schleichende Funktionszuwachs oder Scope Creep beschreibt ein ähnliches Phänomen wie die Metapher "Eierlegende Wollmilchsau": Ständig werden neue Funktionen definiert, um zu einem vermeintlich perfekten Produkt zu kommen. Die Auswirkungen sind meist Budget- und Terminüberschreitungen.

Das gängige "Hausmittel" gegen diese Effekte ist das sog. Pareto-Prinzip, das besagt, dass nur 20% des eingesetzten Aufwands bereits 80% der Wirkung erzielen. Auf die ProduktentwicklungProduktentwicklungDie Entwicklung eines neuen Produktes zählt zu den klassischen Projektaufgaben. Die Produktentwicklung findet zwischen Forschung und Marktforschung statt. Forschung liefert neue Möglichkeiten, Marktforschung neue Kundenanforderungen. Aufgabe der Produktentwicklung ist es, produktions- und marktreife Produkte so zu definieren, dass das Unternehmen mit ihnen maximalen Ertrag erwirtschaften kann. übertragen bedeutet dies, dass 20% der Funktionen einer "Eierlegenden Wollmilchsau" bereits 80% der Kundenbedürfnisse erfüllen. Voraussetzung dafür ist eine Priorisierung der Funktionen nach von den wesentlichen Stakeholdern akzeptierten Kriterien. Professionelle, aber entsprechend aufwendige Methode ist das Quality Function DeploymentQuality Function DeploymentQuality Function Deployment (QFD) ist eine Methode zur kunden- und marktorientierten Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen. Wesentliches Merkmal von QFD ist die Trennung von Anforderungen und ihrer technischen Umsetzung..

Während aus Sicht des ergebnisorientierten Projektmanagements und des marktorientierten Produktmanagements angestrebt wird, den Funktionsumfang eines Produkts zu begrenzen und eine möglichst kurze Time-to-Market zu realisieren, geht es bei der Ideenfindung und InnovationInnovationDie Neuheit des zu erreichenden Ziels bzw. der zu erfüllenden Aufgabe wird oftmals als Wesensmerkmal eines Projekts angeführt. Insofern ist Projektmanagement stets auf eine Innovation ausgerichtet. Im strengen Sinn trifft dies allerdings nur auf Forschungs- und Entwicklungsprojekte zu. Bei anderen Projektarten kommt es darauf an, inwieweit tatsächlich Neuland beschritten wird. Ein Standard-Einfamilienhaus wird nicht als Innovation betrachtet werden können, während ein Nullenergiehaus immer noch eine Innovation darstellt. darum, ohne Einschränkungen alle vorstellbaren Funktionen und Lösungen zu sammeln. In diesem Zusammenhang, z.B. im Rahmen eines Design-Thinking-Prozesses ist die Metapher der Eierlegenden Wollmilchsau nicht negativ besetzt, sondern im Gegenteil eine VisualisierungVisualisierungVisualisierung ist die bildliche oder grafische Darstellung eines Sachverhalts, der zunächst in einer anderen medialen Form vorliegt, meist als Text oder als Daten. der Aufgabenstellung, beschränkende Denkmuster zu durchbrechen und neue, auch scheinbar unsinnige oder unrealistische Lösungsansätze zu entwerfen.

Bewertungen

Gesamt
Bewertungen 4
Kommentare 0