21
Apr 2017
Meilenstein – Der Projektmanagement-Blog

Impulse, Austausch, Inspirationen – mein Rückblick auf die PM Welt 2017

Eine enthusiastische PM Community kam am 30. März zur 2. PM Welt des Projekt Magazins in München zusammen und traf sich zum qualifizierten Austausch unter dem Motto "Alles im Griff!?". Der Kongress war mit 440 Teilnehmern restlos ausverkauft. Das Programm mit seinen vier Streams und zwei Keynotes hatte offenbar hohe Erwartungen geweckt und erfüllte diese auch.

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Uns vom InLoox-Team vor Ort lieferte die PM Welt 2017 viele Ideen und Anstöße zur Selbstreflexion, die uns in unserer Arbeitspraxis weiterbringen. Unsere persönlichen Eindrücke möchten wir hier gerne Revue passieren lassen.

Bild 1: Dem Ruf von Petra Berleb und Regina Wolf-Berleb waren 440 Teilnehmer gefolgt.

"It's not my Grandfather’s Company Anymore"

Auf die gewohnt herzliche Begrüßung durch Regina Wolf-Berleb und Petra Berleb folgte sofort die erste Keynote des Tages: Stephen M. Markgraf präsentierte in seinem Vortrag Managing Project Complexities – Insights to Boeing’s Enterprise Project Management, wie Projektmanagement den Geschäftserfolg von Boeing verbessert.

Dazu formulierte Markgraf drei zentrale Thesen, die uns für die weiteren Vorträge als Leitfaden dienten:

  • Es gibt nicht die eine, immer passende Methode im Projektmanagement.
  • Projektmanagement muss Bestandteil des gesamten Unternehmensmanagements sein, um zur Wertschöpfung beizutragen.
  • Die Unternehmenskultur entscheidet, ob die vom Project Management Office herausgearbeiteten Best Practices, Prozesse, Tools etc. angenommen und umgesetzt werden.

Der Wandel in allen Branchen ist derart weitreichend, dass wir gar nicht bis in Großvaters Zeiten zurückgehen müssen, um zu erkennen, dass die Art und Weise, wie Firmen heute operieren rein gar nichts mehr damit zu tun hat, wie es vor 20 Jahren war. Folgerichtig sagte Herr Markgraf, dass auch die PM-Toolbox heute eine ganz andere ist. Die Konsequenzen sind in der gestiegenen Komplexität sichtbar.

Um der zu begegnen, sollten Organisationen Collaborative Enterprise PMO etablieren. Markgraf versteht darunter, gemeinsam an der kontinuierlichen Entwicklung von Projektmanagement Skills, Best Practices, gemeinsamen Prozessen und Tools sowie Performance Reporting-Systemen zu arbeiten. Das Ziel ist es, Mehrwert für das gesamte Unternehmen zu schaffen, um so auch das obere Management in das "Projektmanagement-Boot" zu holen.

Bild 2: Stephen M. Markgraf wurde extra aus Kalifornien eingeflogen. Das lohnte sich, der Boeing-Manager hielt eine inspirierende Keynote.

Methoden, PPM und der Faktor Mensch

Markgrafs drei Thesen dienten als Rahmen für jeweils einen der drei parallelen Vortrags-Streams. Im Stream 1 – Klassisch – Agile – Lean präsentierten die Referenten teilweise konträre Ansätze; mit besonderem Gewicht auf die Einführung agilen Projektmanagements. Jedoch zeigten die Beispiele aus Unternehmen, dass eine Kombination verschiedener Ansätze am erfolgversprechendsten für Projekte ist.

Selbst Valentine Vierne, die interessante Einblicke in die Radical Agility bei Zalando Tech lieferte, kam bei ihrem Vortrag nicht ohne die Schlagworte "Wasserfall-Planung", "Roadmap" und "Milestones" aus.

Im Stream 2 – Alles im Blick stand das Projektportfoliomanagement im Mittelpunkt. Hier unterstrichen die Praxisbeispiele, dass ein in die Unternehmensstruktur integriertes PMO entscheidend zum Unternehmenserfolg beitragen kann – sofern im Unternehmen eine Kultur vorherrscht, die notwendigen Änderungen offen gegenübersteht.

Dazu wurden im Stream 3 – Souverän trotz Komplexität verschiedene Aspekte des "Faktor Mensch" im komplexen Umfeld des Projektmanagements beleuchtet. Hier gefiel uns besonders, dass es den Referenten jeweils gelang, durch das Schildern typischer Alltagssituationen und -probleme die Teilnehmer gut abzuholen und mit ihren Lösungen jedem Teilnehmer etwas mit auf den Weg gaben, wie z.B. Christian Bremer mit "Meine Minute", einer Entspannungsübung, die zu mehr innerer Ruhe und Gelassenheit führt (siehe dazu auch Bremers Fachbeitrag "Mit aktiver Gelassenheit dem Stress trotzen").

Bild 3: Christian Bremer erhielt von den Teilnehmern Bestnoten für seinen Vortrag.

Die Realität akzeptieren und dennoch optimistisch sein

Wie wir in den Pausen beim Austausch mit anderen Teilnehmern feststellten, hätten nicht nur wir uns gerne mindestens zweigeteilt. Letztlich kamen alle Teilnehmer bei der zweiten Keynote Klagen Sie noch – Oder sind Sie schon erfolgreich von Jens Corssen wieder zusammen. Corssens Thesen sind markant und daher leicht zu erinnern, sowie optimistisch und dennoch realitätsnah.

Er rief uns dazu auf, uns unabhängig von äußeren Einflüssen zu machen, also unser Leben vollkommen in die eigenen Hände zu nehmen. Dazu braucht es, wie er eingängig anhand einer Fülle meist lustiger Anekdoten und Beispiele bewies, lediglich eine positive Einstellung, Selbstvertrauen und etwas Überwindung (siehe dazu auch Corssens Blogbeitrag "Entwickeln Sie sich selbst statt zu jammern!").

Damit bildete diese Keynote einen gelungenen Abschluss für eine großartige Veranstaltung. Genau dieses Feedback gaben die Teilnehmer beim abschließenden Crowd Recording, welches die Jungs von Visual Braindump gekonnt kreativ festhielten.

Bild 4: Daniel Reinold und Christian Botta (alias Visual Braindump) beim Crowd Recording.

Die realistisch und gleichzeitig optimistische Herangehensweise an Projekte verband alle Referenten und Workshopgeber – sowie die Teilnehmer: Das erkannten wir in den Gesprächen mit Teilnehmern, die sich für unsere Produkte interessierten. Kein Gejammer und Herumnörgeln über die Schwierigkeiten der Projektarbeit, sondern die Absicht, Lösungen zu finden und diese umzusetzen, dominierten unsere Gespräche.

Um es mit Jens Corssens Worten zu sagen: Die Teilnehmer der PM Welt 2017 waren sich bewusst, dass sie die herausfordernden Komplexitäten im Projektmanagement "mitgekauft" haben. Sie haben akzeptiert, dass sie "da sind, wo sie sein wollen" und sind bereits dabei, bestehende Denk- und Handlungsmuster zu verlassen und haben nun noch die Aufgabe vor sich, eine Option auszuwählen.

Netzwerken auf hohem Niveau

Durch den Input aus den Streams entsponnen sich Diskussionen auf hohem Niveau und der Austausch zu speziellen Anforderungen unterstrich für uns den professionellen Charakter der PM Welt. Aufgelockert durch die Du-Smileys (wer sich den Smiley anheftete, durfte geduzt werden) entstand eine familiäre Atmosphäre, in der sich Aussteller und Teilnehmer auf Augenhöhe begegneten.

Unser Fazit: Wir blicken zurück auf eine gelungene Veranstaltung – sowohl als Teilnehmer als auch als Sponsor. Wir freuen uns bereits auf die PM Welt 2018 und bedanken uns beim gesamten Projekt Magazin-Team für die professionelle und herzliche Betreuung.

Bild 5: Dieses Mal spielte auch das Wetter mit: Teilnehmer im Gespräch vor dem Kongresshotel.

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