1-2-4-All (Liberating Structures)

Die Moderationsmethode 1-2-4-All dient dazu, in Gruppen von vier bis ca. 100 Personen Beiträge aller Teilnehmer:innen zu sammeln und evtl. zu priorisieren. In den Schritten "Einzelpersonen", "Zweiergruppen", "Vierergruppen" und "Plenum" werden die Ideen aller zusammengetragen und können anschließend weiter verwendet werden.

1-2-4-All

1-2-4-All (Liberating Structures)

Die Moderationsmethode 1-2-4-All dient dazu, in Gruppen von vier bis ca. 100 Personen Beiträge aller Teilnehmer:innen zu sammeln und evtl. zu priorisieren. In den Schritten "Einzelpersonen", "Zweiergruppen", "Vierergruppen" und "Plenum" werden die Ideen aller zusammengetragen und können anschließend weiter verwendet werden.

1-2-4-All

Einsatzmöglichkeiten

  • Brainstorming in der Gruppe
  • Sammeln von Beiträgen zur weiteren Bearbeitung durch eine andere Methode
  • Aktivieren von Teilnehmer:innen einer Veranstaltung
  • Herbeiführen eines Perspektivenwechsels in einer Gruppendiskussion

1-2-4-All ist eine Moderationsmethode für Brainstorming in der Gruppe, bei der alle teilnehmenden Personen aktiviert werden und ihre Beiträge gleichberechtigt einbringen. Meist wird 1-2-4-All im Rahmen von Workshops und in Kombination mit anderen Methoden eingesetzt, um z.B. Input zur Lösung einer Aufgabe zu generieren (siehe Abschnitt "Ergänzende Methoden"). Sie kann aber auch für sich allein in einem Gruppenprozess zur Aktivierung und Auflockerung eingesetzt werden, z.B. bei Fortbildungen.

Ergebnisse

Sammlung von Beiträgen aller Teilnehmer:innen, evtl. mit anschließender Priorisierung

Vorteile
In kurzer Zeit werden qualitativ hochwertige Beiträge gesammelt.
Das schrittweise Vorgehen von Einzelpersonen über Kleingruppen bis zum Plenum beteiligt alle und aktiviert auch zurückhaltende Personen.
Dominante Personen und Hierarchieebenen haben weniger Einfluss auf das Gruppenergebnis.
Der Wechsel von Präsentieren und Zusammentragen bewirkt eine beständige Reflexion und damit Qualitätssteigerung der Beiträge.
Die Methode ist ohne Vorbereitung situativ sofort einsetzbar.
Grenzen, Risiken, Nachteile
Es besteht die Gefahr, dass inhaltlich wertvolle Beiträge nicht bis ins Plenum getragen werden, da sie bei den Zwischenschritten herausfallen.
Die Methode sollte nicht inflationär eingesetzt werden, ebenso können auch Brainstorming und Mind Mapping direkt im Plenum durchgeführt werden.
Voraussetzungen

Alle Beteiligten sind bereit, aktiv mitzuwirken und auch ungewöhnliche Beiträge wertzuschätzen.

Benötigte Informationen
  • Zu bearbeitende Aufgabenstellung oder zu beantwortende Frage
  • Wissen und Erfahrung der Teilnehmer:innen
Benötigte Hilfsmittel
  • Möglichkeit der Dokumentation für die einzelnen Personen (offline: Papier und Stifte oder Haftnotizen; online: individuelle Notizmöglichkeit, die mit Anderen geteilt werden kann)
  • Möglichkeit der Dokumentation für das Plenum (offline: Flipchart, Moderationswand; online: z.B. virtuelles Whiteboard o.ä.)
Herkunft

1-2-4-All gehört zu den aktuell 33 sogenannten "Liberating Structures", die Keith McCandless und Henri Lipmanowicz seit 2002 zusammenstellen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Liberating-Structures-Website und im Liberating-Structures-Buch (Lipmanowicz, Henri und McCandless, Keith: The Surprising Power of Liberating Structures: Simple Rules to Unleash A Culture of Innovation, 2014).

Durchführung: Schritt für Schritt

1-2-4-All ist ein vielfältig einsetzbares Moderationselement, das meist unterstützend im Rahmen anderer Methoden eingesetzt wird. Bei größeren Arbeitsgruppen kann die Methode auch für sich stehend verwendet werden, um einfache Aufgaben zu bearbeiten.

Schritt 1: Erklären Sie den Ablauf!

Wenn die Teilnehmer:innen 1-2-4-All noch nicht kennen, erklären Sie ihnen den folgenden Ablauf Schritt für Schritt. Auch wenn alle die Methode bereits mehrfach angewendet haben, weisen Sie dennoch auf die folgenden drei Punkte hin:

  • Das eigenständige Überlegen soll bewusst nur für sich selbst und ohne gegenseitige Beeinflussung durchgeführt werden.
  • Die Beiträge werden lediglich gesammelt, aber noch nicht kommentiert, diskutiert oder bewertet.
  • Die vorgegebenen Zeiten sollen streng eingehalten werden.

Praxistipps ...

Varianten ...

Fachartikel zur Methode

Workshops müssen nicht langweilig sein und eine Bühne für diejenigen bieten, die ohnehin immer sprechen. Mit Liberating Structures ermöglichen Sie, dass sich alle einbringen und dabei Spaß haben. Wie Ihnen das gelingt, erklärt Michael Cramer.

Aufgabengebiete

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