Änderungssteuerungsverfahren (nach PRINCE2®)

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Change Control Procedure, Change Control Process

Das fünfstufige Verfahren zur Behandlung Offener Punkte von PRINCE2® beschreibt ein einfaches Vorgehen zur Steuerung von Änderungsanträgen in Projekten. Es erlaubt eine individuelle Behandlung der Änderungsanträge und gewährleistet zugleich, dass Entscheidungen rechtzeitig eskaliert werden, um unzulässige Auswirkungen auf den Projektverlauf zu verhindern.

  • Steuerung von Änderungsanträgen in Projekten aller Art
  • Durchführung von Entscheidungsprozessen in Projektorganisationen
  • ermöglicht eine flexible und gleichzeitig gesteuerte Projektdurchführung
  • verhindert schleichenden Funktionszuwachs
  • verhindert unkoordinierte und unkontrollierte Änderungen
  • ermöglicht produktorientierte Projektsteuerung
  • gewährleistet, dass Änderungen dokumentiert werden
  • Bei Projekten mit undefiniertem Leistungsumfang kann ein Änderungssteuerungsverfahren nicht sinnvoll eingesetzt werden.
  • Wenn erhöhte Sicherheitsanforderungen bestehen (z.B. Projekte mit hohem Gefährdungspotential für Mensch und Umwelt), reicht das einfache Verfahren zur Änderungssteuerung nicht aus.
  • Konfigurationsmanagement sowohl für die Produkte des Projekts als auch für die Dokumente des Projektmanagements (Spezifikationen, Pläne usw.) mit Verfahren zur Einrichtung von Referenzkonfigurationen ("Einfrieren" von Projektergebnissen)
  • Definierte Projektorganisation, insbes. klare Verantwortlichkeiten und Befugnisse für Änderungsmanagement (z.B. Änderungsausschuss, Änderungsbudget)
  • Eindeutig definierte Zielsetzung des Projekts, z.B. durch einen Business Case mit klar definiertem Nutzen
  • Vollständige Produktbeschreibungen als Referenz für Änderungsanträge

Verständnis und Kenntnisse des Konfigurationsmanagements, Erfahrung in der Steuerung von Projekten

  • Änderungsantrag
  • Konfigurationsmanagementsystem des Projekts
  • eingefrorene Produktbeschreibungen
  • Beschreibung des Projektziels / Business Case des Projekts
  • Pläne des Projekts für Kosten, Ablauf und Ressourcen
  • Qualitätsmanagementsystem des Projekts
  • Kommunikationsplan
  • Risikomanagementplan
  • Entscheidung über Änderungsantrag

bei genehmigter Änderung:
  • aktualisierte Produktbeschreibung
  • weitere aktualisierte Projektdokumente (z.B. Kostenplan)
  • geändertes Produkt
  • Methoden zur Bewertung der Auswirkungen von Änderungen
  • Liste der Änderungsanträge (Register Offener Punkte)
  • Änderungsbudget

Änderungsanträge können ausschließlich sogenannte "eingefrorene" Produkte betreffen. "Eingefroren" bedeutet, dass das Produkt geprüft, durch eine entsprechende Autorität freigegeben wurde und durch das Konfigurationsmanagement als Referenz (Baseline) verwaltet wird. Typisches Beispiel für ein eingefrorenes Produkt ist eine vom Auftraggeber freigegebene Spezifikation (Produktbeschreibung). Ebenso sind im Projekt erstellte Ergebnisse, die nach einer Prüfung abgenommen wurden, eingefrorene Produkte, die nur noch durch einen Änderungsantrag verändert werden dürfen, damit Anschlussarbeiten auf einer verlässlichen Basis durchgeführt werden können.

Die im Folgenden beschriebenen fünf Schritte der Änderungssteuerung stellen eine logische Abfolge dar und dürfen nicht als administrativer Ablauf verstanden werden. Bei dringenden Änderungsanträgen können bestimmte Aufgaben auch zusammengefasst werden oder z.T. parallel bearbeitet werden. Die Dauer der Bearbeitung eines Änderungsantrags kann dementsprechend zwischen einer Minute und mehreren Monaten liegen.

Die originalen Bezeichnungen der fünf Schritte im PRINCE2®-Manual sind:

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Das Verfahren zur Steuerung offener Punkte und Änderungen wird im PRINCE2®-Manual (The Stationery Office (Hrsg.): Erfolgreiche Projekte managen mit PRINCE2®, Norwich, 2009) beschrieben. Hier wird das Änderungssteuerungsverfahren allgemeiner dargestellt, so dass es auch in Projekten angewendet werden kann, die nicht nach PRINCE2® gemanagt werden.

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Hallo,
als PL sollte man möglichst alle Änderungen ablehnen. Das macht man so: Der Aufwand für die Änderung wird geschätzt, und der Antragsteller aufgefordert, zu unterschreiben, dass ihm die Sache so viel Wert ist und er das bezahlt; oder man priorisiert die Änderung nach 1, 2 und 3 (nice to have), stopft den Antrag in Stufe 2 und sagt, es werden nur Anträge in Stufe 1 jetzt umgesetzt, die Umstufung in Stufe 1 macht nur der Auftraggeber; oder man sagt, "wir machen das" und im Nachsatz: "In der nächsten Version".
So geht das. Alles kann man natürlich nicht abwürgen, aber vieles.
mfg Maier
vor 1 Jahr 2 Wochen Hans-Heinz Maier
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