Synektik

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Synectics®

Synektik ist eine Kreativitäts- und Problemlösungsmethode, die in zehn Schritten Muster und Lösungen umstrukturiert, anpasst und in neues Wissen und neue Muster umwandelt. Die Methode beruht darauf, mit Analogien das Problem zu verfremden und die so erhaltenen Ergebnisse wieder zurück auf die Problemstellung zu spiegeln. Dies regt die Kreativität der Teilnehmer an, sodass sie neue Lösungswege für Probleme oder Ideen für Produkte finden.

Synektik wird typischerweise in Arbeitsgruppen von vier bis zwölf Teilnehmern eingesetzt, die durch einen Moderator angeleitet werden. Je nach Komplexität der Aufgabe kann die Sitzung zwischen 30 Minuten und mehreren Stunden dauern. Aber auch Einzelpersonen können Synektik einsetzen.

Synektik

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Synectics®

Synektik ist eine Kreativitäts- und Problemlösungsmethode, die in zehn Schritten Muster und Lösungen umstrukturiert, anpasst und in neues Wissen und neue Muster umwandelt. Die Methode beruht darauf, mit Analogien das Problem zu verfremden und die so erhaltenen Ergebnisse wieder zurück auf die Problemstellung zu spiegeln. Dies regt die Kreativität der Teilnehmer an, sodass sie neue Lösungswege für Probleme oder Ideen für Produkte finden.

Synektik wird typischerweise in Arbeitsgruppen von vier bis zwölf Teilnehmern eingesetzt, die durch einen Moderator angeleitet werden. Je nach Komplexität der Aufgabe kann die Sitzung zwischen 30 Minuten und mehreren Stunden dauern. Aber auch Einzelpersonen können Synektik einsetzen.

Synektik

Einsatzmöglichkeiten

  • Entwicklung von Produkten und Dienstleitungen
  • Lösung von Problemen
  • Analyse komplexer Strukturen
  • Suche nach Innovationen

 

Ergebnisse
  • Produktidee oder Idee für eine Dienstleistung
  • Lösungsvorschlag für ein Problem
Vorteile
Überwindet eingefahrene Denkstrukturen
Liefert mehr Ideen als andere Kreativitätsmethoden
Fördert Innovationen
Stärkt die Identifikation der Teilnehmer mit den gefundenen Lösungen
Grenzen, Risiken, Nachteile
Relativ hoher Zeitaufwand im Vergleich zu anderen Methoden, wie z.B. Brainstorming
Der Ablauf der Synektik-Sitzung ist anspruchsvoll.
Das Finden von Analogien muss erlernt werden.
Voraussetzungen
  • Das Unternehmensumfeld und die Entscheidungsträger müssen die Vorgehensweise und Ergebnisse der Synektik akzeptieren.
  • Die Teilnehmer müssen sich auf einen komplexen und langen Ideenfindungsprozess einlassen können.
  • Teilnehmer müssen durch Kombinationen neue Strukturen bilden können.
  • Die Teilnehmer müssen Hemmungen überwinden, auch teilweise "absurde" Analogien zu nennen.
  • Die Teilnehmerzahl sollte auf maximal 12 begrenzt werden, damit noch eine direkte Kommunikation unter den Teilnehmern möglich ist.
Qualifizierung

Der Moderator sollte mit den Besonderheiten der Synektik vertraut sein und sie selbst bereits mehrfach angewendet haben. Eine Moderationsausbildung ist empfehlenswert. Er führt durch den Prozess und dokumentiert die einzelnen Schritte sichtbar für die Teilnehmer. Der Moderator hat idealerweise die folgenden Eigenschaften:

  • Optimismus und wertschätzende Haltung gegenüber den Teilnehmern
  • genügend Kenntnisse und Erfahrungen, die es ihm ermöglichen, auch sehr unterschiedliche Ansätze zu integrieren
  • emotionale Distanz, die es ihm ermöglicht, den Prozess ohne persönlich Betroffenheit zu moderieren

 

Die Teilnehmer sollten Übung und Erfahrung in der Anwendung der Methode haben. Der ideale Teilnehmer ist frei von persönlichen Voreingenommenheiten, handelt offen, konzentriert und zielgerichtet.

 

Benötigte Informationen
  • Problem oder Aufgabenstellung
  • Wissen der Teilnehmer
Benötigte Hilfsmittel

Flip-Chart, Pinnwand, Moderationskarten, Pinn-Nadeln, Haftnotizen, Moderationsmarker

Herkunft

William J.J. Gordon (1919-2003) und Georg M. Prince (1918-2009) entwickelten Synektik zusammen mit ihrer Arbeitsgruppe bei der Unternehmensberatung Arthur D. Little in den 1950er-Jahren im Rahmen zur Untersuchung der Mechanismen von Kreativität. Gordon publizierte Synectics® 1961 im Buch: "Synectics. A new method of directing creative potential to the solution of technical and theoretical problems". Gordon und Prince gründeten 1965 die Unternehmensberatung Synecticsworld (http://synecticsworld.com/founders/). Synectics® ist eine eingetragene Marke.

Durchführung: Schritt für Schritt

Synektik geht auf den Psychologen William Gordon zurück, der diese Kreativitätsmethode 1961 in seinem Buch "Synectics" publizierte (s.u. "Herkunft"). Das Wort "Synektik" ist vom griechischen Wort synechein = verknüpfen abgeleitet. Synektik basiert auf dem Wesen der Kreativität, die bekannte Muster reorganisiert und in neue Muster umwandelt. Zu diesem Zweck durchläuft die Arbeitsgruppe bei der Anwendung von Synektik drei Phasen (s. Bild 1), die in insgesamt zehn Schritte weiter unterteilt sind.

Phase 1: Beschäftigung mit dem Problem

In den drei Schritten "Problem formulieren", "spontane Lösungsansätze ermitteln" und "Problem neu formulieren" geht es darum, dass die Teilnehmer das Problem oder die Aufgabe so gut wie möglich beschreiben und sich intensiv mit der Ausgangssituation auseinandersetzen.

Phase 2: Entfernung vom Problem

In den nächsten fünf Schritten "Problem durch Analogie aus anderen Bereichen verfremden", "persönliche Identifikation mit der Analogie herstellen", "Beschreibung symbolischer Analogien", "Beschreibung direkter Analogien" und "Analyse der direkten Analogien" werden die Teilnehmer angeregt, Analogien zu bilden, um dadurch das Problem zu verfremden.

Phase 3: Übertragung der Lösungsansätze

Die letzten beiden Schritte "Übertragung auf das Problem", "Entwicklung von Lösungsansätzen" dienen dazu, diese Analogien wieder auf das Problem zu beziehen und daraus einen Vorschlag für das Problem oder das Thema zu erarbeiten. Der Prozess ist in Bild 1 dargestellt.

Bild 1: Vorgehensweise bei einer Synektik-Sitzung

Bild 1: Vorgehensweise bei einer Synektik-Sitzungt
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Der Synektik-Prozess folgt dem Prinzip, dass Probleme niemals mit derselben Denkweise gelöst werden, durch die sie entstanden sind. Diese Aussage wird Albert Einstein in unterschiedlichen Zitationsweisen zugeschrieben – allerdings gibt es dafür keinen Quellennachweis (vgl. Wikipedia: https://en.wikiquote.org/wiki/Talk:Albert_Einstein ).

Aus Gründen der einfacheren Lesbarkeit wird im Folgenden nur noch die grammatikalisch männliche Form (Teilnehmer, Moderator, Experte) verwendet. Es sind dabei aber stets Personen jeden Geschlechts gemeint.

Schritt 1: Formulieren Sie das Problem oder die Aufgabenstellung!

Ein Experte beschreibt den Teilnehmern das Problem oder die Aufgabenstellung detailliert und eindeutig. Anschließend haben die Teilnehmer Gelegenheit, Fragen zu stellen. Dadurch soll das Problem von allen Seiten beleuchtet werden, damit die Teilnehmer ein Verständnis des Problems entwickeln.

Beispiel

Im Sommer belästigen Stechmücken Menschen, die sich auf der Terrasse und im Garten aufhalten. Es soll eine Möglichkeit zur Eindämmung der Mückenplage entwickelt werden.

Schritt 2: Ermitteln Sie spontane Lösungsvorschläge!

Die Teilnehmer nennen die Lösungen, die ihnen spontan einfallen. Dazu können Sie z.B. die Methode Brainstorming benutzen. Die Lösungen der Teilnehmer werden visualisiert, damit alle Teilnehmer die genannten Lösungen im Blick haben. Die Lösungsvorschläge werden nicht mehr explizit verwendet und haben hier die Funktion, das Problem näher einzugrenzen.

Sollte sich bereits nach diesem Schritt eine realisierbare Idee herauskristallisieren, kann der Prozess hier beendet werden.

Beispiel

Spontane Vorschläge könnten sein: Netz, das die Mücken von der Terrasse fernhält; Gerät, das ein für Menschen und Haustiere nicht schädliches Gift ausströmt; Klebeband, an dem die Mücken bei Berührung festkleben; Creme, welche die Haut vor Mückenstichen schützt; Lichtquelle, die Mücken anzieht; großmaschiges Netz, das elektrisch geladen ist und bei Berührung die Mücken tötet.

Praxistipps ...

Varianten ...

Ergänzende Methoden

Brainstorming

Sammeln Sie schnell eine große Anzahl an Ideen zu einem Thema! Ob im Team oder allein: Die freie Assoziation förder ungewöhnliche und neuartige Ideen zu Tage.

Mind Mapping

Lassen Sie Ihren Assoziationen freien Lauf und bringen Sie zugleich Ihre Ideen strukturiert aufs Papier! Ob allein oder im Team - Mind Mapping ist die Methode erster Wahl für alle Aufgaben im Projekt.

Workshop

Moderieren Sie Arbeitstreffen, in denen Spezialisten gemeinsam eine anspruchsvolle Aufgabe lösen. Sie sind für den Lösungsprozess verantwortlich, die Teilnehmer für die erarbeiteten Inhalte.

Design Thinking

Entwickeln Sie innovative, nutzenbringende und umsetzbare Lösungen für komplexe Aufgaben gemeinsam mit den Kunden in einem kreativen und interdisziplinären Team!

Fachartikel zur Methode

Mit Brainstorming kann ein Team in kürzester Zeit Lösungsansätze für ein bestimmtes Problem finden. Doch gelegentlich gibt es Fälle, in denen sich partout keine zufriedenstellende Lösung für die anstehende Fragestellung finden will.

Aufgabengebiete

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