Die eigenen Schwächen kennen und meistern

Die vier häufigsten Projektmanager-Typen

Macher, Techniker, vorsichtiger Abklärer oder bescheidener Hochleister – alle diese Projektmanager-Typen haben bestimmte Stärken und Schwächen, die den Projekterfolg und ihr berufliches Fortkommen fördern bzw. behindern können. Ina Wohlgemuth stellt die vier Typen vor, erklärt, in welche Projekt- und Karrierefallen sie besonders leicht tappen und wie sie diese am besten umgehen können.

Der perfekte Projektmanager ist eine Mischung aus Mahatma Gandhi und James Bond: Er tritt engagiert für seine Sache ein, haut sein Projekt aus Schwierigkeiten raus, zeigt sich bescheiden, gleichzeitig aber durchsetzungsstark und gewinnend und findet zur Befriedigung aller Beteiligten für jedes Problem eine Lösung. Dieses Persönlichkeitsprofil ist in der Realität nur schwer zu finden. In der Regel kann ein Projektmanager nicht alle an ihn gestellten Anforderungen in gleicher Weise erfüllen. Jeder Projektmanager hat seinen eigenen Stil und hat diese Aufgabe aus bestimmten Motiven heraus übernommen. Für die Praxis ist es sehr hilfreich, die eigenen Motive zu kennen und seine Stärken und Schwächen richtig einzuschätzen.

Während meiner Berufspraxis habe ich die Erfahrung gemacht, dass es verschiedene Typen von Projektmanagern gibt, die jeweils andere Stärken und Schwächen in das Projekt einbringen. Je nach Typ tappen sie besonders leicht in bestimmte Fallen und laufen Gefahr, dadurch die Projektabwicklung und ihr berufliches Fortkommen zu behindern.

Im Folgenden werden die vier gängigsten Projektmanager-Typen und die jeweils gefährlichste Falle vorgestellt. Die Auswahl der Typen erfolgte aufgrund meiner eigenen Erfahrung, die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Der Macher oder die Gestaltungsfalle

Die Macher unter den Projektleitern sind Unternehmer im Unternehmern. Energiegeladen treiben sie ihre Projekte voran, benötigen dafür aber ein hohes Maß an Eigenständigkeit und Autonomie. Macher möchten ihre Umwelt gestalten und verändern, Probleme packen sie beherzt an. Sie sind bestrebt, ihren Gestaltungsspielraum zu erweitern, deshalb sind sie sehr karriereorientiert und ehrgeizig. Sie sind glücklich, wenn ein Projektergebnis ihre Handschrift trägt und sichtbare Veränderungen und Innovationen nach sich zieht. Von einem erfolgreichen Projekt erwarten sie sich Anerkennung in Form eines Karrieresprungs. Am liebsten würden sie mit ihrem Projekt in die Firmengeschichte eingehen.

Sind Sie ein Macher?

  • Übernehmen Sie gerne komplexe Projekte (z. B. Prozess- oder Systemeinführungen) und treiben diese voran?
  • Möchten Sie im Unternehmen mit Ihrem Projekt Geschichte schreiben?
  • Packen Sie gerne Probleme an und greifen Sie beherzt durch, wenn Sie Veränderungsnotwendigkeiten erkennen?
  • Hoffen Sie, dass Sie nach dem erfolgreicher Projektabschluss im Unternehmen aufsteigen werden?

Die Gestaltungsfalle

Macher sind sehr auf den eigenen Projekterfolg fixiert. Dabei übersehen sie häufig, dass ihr Projekt sich auch auf andere Personen im Unternehmen auswirkt und bei diesen auf Widerstand stoßen kann - selbst wenn das Projekt objektiv gesehen sinnvolle Ziele verfolgt. Darüber hinaus ist ihnen häufig nicht bewusst, dass ein Projekt sich nicht immer als Karrieresprungbrett eignet. Um die Karriereperspektiven richtig einzuschätzen, sollten sie prüfen, wie viel Anerkennung und Aufmerksamkeit die Führungsebene erfolgreichen Projekten generell und ihrem eigenen Projekt im Besonderen schenkt.

So umgehen Sie die Gestaltungsfalle

Um spätere Enttäuschungen oder gar harte Rückschläge zu vermeiden, ist es wichtig, folgende Punkte vorab nüchtern zu klären:

  • Wie geht man im Unternehmen mit Veränderungen um?
    Prüfen Sie, welche großen Veränderungsprojekte in Ihrem Unternehmen durchgeführt und welche Ergebnisse erzielt wurden. So erhalten Sie Aufschluss darüber, mit wie viel Widerstand
Anzeige
Jetzt kostenlos weiterlesen!
Abonnenten des Projekt Magazins wissen mehr!
Starten Sie jetzt unser 4-wöchiges Kennenlern-Angebot: Die Anmeldung dauert nur ein paar Minuten – Sie können also gleich weiterlesen.
  • KostenlosDas Kennenlern-Angebot kostet Sie nichts.
  • Kein RisikoSie können jederzeit kündigen, ohne dass Ihnen Kosten entstehen.
  • Einen Monat lang alles lesen4 Wochen Online-Zugriff auf alle Inhalte des Projekt Magazins.
Tech Link