Karrierechance Project Office – PM-Nachwuchs nachhaltig aufbauen

Wie lassen sich Nachwuchskräfte im Projektmanagement langfristig an ein Unternehmen binden? Diese Frage stellten sich die PMO-Verantwortlichen im IT-Bereich von Siemens Energy, denn dort treffen immer weniger potenzielle Nachwuchskräfte auf einen mittelfristig steigenden Bedarf. Schließlich entschied man sich für einen neuen, nachhaltigen Ansatz: die Integration der Rolle des Project Office in die Projektmanagement-Laufbahn. Roland Seidl und Nicolaus von Gersdorff stellen dieses Laufbahnmodell vor.

 

Karrierechance Project Office – PM-Nachwuchs nachhaltig aufbauen

Wie lassen sich Nachwuchskräfte im Projektmanagement langfristig an ein Unternehmen binden? Diese Frage stellten sich die PMO-Verantwortlichen im IT-Bereich von Siemens Energy, denn dort treffen immer weniger potenzielle Nachwuchskräfte auf einen mittelfristig steigenden Bedarf. Schließlich entschied man sich für einen neuen, nachhaltigen Ansatz: die Integration der Rolle des Project Office in die Projektmanagement-Laufbahn. Roland Seidl und Nicolaus von Gersdorff stellen dieses Laufbahnmodell vor.

 


Als zentraler Dienstleister sorgt der Bereich "Siemens AG, Sector Energy, Information Technology" für die Pflege und kontinuierliche Weiterentwicklung der IT-Landschaft der weltweit 86.000 Anwender im Siemens-Sektor "Energy". Zur Umsetzung dieser Aufgabe werden jährlich zahlreiche Projekte durchgeführt, die teilweise als strategische Projekte eine besonders große Bedeutung für die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit des Unternehmens haben. Doch ein Blick auf die mittelfristige Personalplanung zeigt, dass Verfügbarkeit und künftiger Bedarf von entsprechend kompetentem Fachpersonal (ob intern oder extern) zunehmend auseinander driften – ein Problem, mit dem sich immer mehr Unternehmen konfrontiert sehen.

Dieses Problems nahm sich Siemens Energy IT an und arbeitete einen Lösungsansatz aus, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Kern des Modells ist die gezielte Förderung von Project-Office-Mitarbeitern, die durch die Übernahme relevanter Projektmanagement-Tätigkeiten an die Rolle des Projektleiters schrittweise herangeführt werden. Dieser Beitrag beschreibt, wie die Implementierung eines solchen Karrieremodells gelingen kann.

Unternehmensstruktur bei Siemens

Der Technologiekonzern Siemens unterteilt sich in vier Hauptgeschäftsbereiche. Diese Bereiche bezeichnet Siemens als "Sektoren":

  • Energy
  • Industry
  • Infrastructure and Cities
  • Healthcare

Die Sektoren unterteilen sich wiederum in Divisionen, die sich nach verschiedenen Produkten und Absatzmärkten aufgliedern. Im Sektor Energy sind dies z.B. die Divisionen "Fossil Power Generation", "Wind Power" oder "Oil & Gas". Darüber hinaus gibt es je Sektor Abteilungen, wie z.B. IT oder Unternehmenskommunikation, die übergreifend für alle Divisionen zuständig sind.

Die Ausgangslage

Rund 1.000 Mitarbeiter an 40 Standorten weltweit befassen sich bei Siemens Energy IT u.a. mit der Pflege der etablierten Anwendungssysteme und der kontinuierlichen Weiterentwicklung der IT-Landschaft. In diesem Zusammenhang wickelt die Energy IT jährlich rund 120 Projekte mit einem Gesamtbudget von ca. 100 Millionen Euro ab.

Zehn bis 15 Projekte sind dabei von strategischer Natur – es handelt sich hier um komplexe Projekte mit einem hohem Budgetbedarf und besonders hoher Geschäftsrelevanz. Das Management dieser IT-Projekte verantworten i.d.R. Projektleiter aus dem Segment "Globale strategische Projekte". Darüber hinaus existiert ein zentrales Project Management Office, das vor allem Governance-Aufgaben wie etwa die Weiterentwicklung der Projektmanagement-Methodik, das zentrale Projekt-Reporting für das Management oder die Entwicklung der Nachwuchskräfte für das Projektmanagement übernimmt. Zur Unterstützung der vielfältigen Aufgaben der Projektleiter wird in strategischen Projekten i.d.R. ein eigenes Project Office zugeordnet und personell ausgestattet. Die typische Projekt-Organisation ist in Bild 1 zu sehen.

Bild 1: Typische Projekt-Organisation bei Siemens Energy IT (strategische Projekte). (Quelle: Siemens, Bereich Energy IT)

Engpass PM-Ressourcen: Ein Problem mit Zukunft

Bereits in der Vergangenheit war die Nachfrage nach Projektmanagement-Ressourcen im eigenen Haus größer als das Angebot. Für die Zukunft zeichnet sich hier eine Zuspitzung der Lage ab: Immer weniger potenzielle Fachkräfte im Bereich Projektmanagement treffen auf einen mittelfristig weiter steigenden Bedarf.

Einen Lösungsansatz bietet das externe Recruiting. Hier setzt Siemens seit langem auf junge Berufseinsteiger, die dezidiert für eine Fachkarriere als Projektmanager eingestellt werden. Doch den Personalverantwortlichen stellt sich dabei auch die Frage: Wie können die Nachwuchs-Projektmanager langfristig an ihre Aufgaben und das Unternehmen gebunden werden? Und wie muss in diesem Zusammenhang auch die Rolle des Project Office ausgestaltet sein, um als interessant wahrgenommen zu werden?

Zur Beantwortung dieser Fragen hat sich der Energy-IT-Bereich für einen neuen, nachhaltig angelegten Ansatz entschieden: die Integration der Rolle des Project Office in die Projektmanagement-Laufbahn.

High Potentials im Project Office

Um High Potentials zu rekrutieren, schreibt der Energy-IT-Bereich bei Bedarf entsprechende Stellen für das Project Office eines Projekts aus. Für die Selektion der Bewerber ist dann in erster Linie entscheidend, ob diese auch die grundlegenden Fähigkeiten (z.B. Soft Skills) für eine spätere PM-Laufbahn mitbringen. In den meisten Fällen sind dies Berufsanfänger mit entsprechendem Potenzial.

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Alle Kommentare (1)

Manuela
Tölzer

Sehr geehrte Herren, Kompliment für diese sehr gelungene Umsetzung eine PM-Karriere! Sie schaffen es den sensiblen Bogen zwischen Förderungen und Forderung gut auszubalancieren und Ihr Nachwuchs ist wirklich zu beneiden... Herzlichen Dank für diese Inspiration