In Krisenzeiten fallen die Masken Transparent kommunizieren in der Krise

Transparent kommunizieren in der Krise

In Krisen gibt es erhöhte Kommunikationsbedarfe. Dabei kann viel schiefgehen, wenn sich Mitarbeiter nicht gehört, verstanden und berücksichtigt fühlen. Sereina Schmidt zeigt in ihrem Tipp deshalb, worauf Sie für eine gelingende Kommunikation, die Ihre Reputation als Arbeitgeber und Unternehmen stärkt, achten können.

Management Summary

  • In Krisensituationen ist eine starke Führungspersönlichkeit gefragt, die transparent kommuniziert.
  • Da Mitarbeiter und Kunden verunsichert sind, gibt es einen erhöhten Kommunikationsbedarf.
  • Mitarbeiter und Kunden reagieren sensibler und achten besonders darauf, wer was wann und wie sagt.
  • Daher gilt es, folgende Reihenfolge in der Kommunikation zu wählen: Erst kommt der Mensch, dann das Umfeld, dann die Infrastruktur und zuletzt das Geld.

In Krisenzeiten fallen die Masken Transparent kommunizieren in der Krise

Transparent kommunizieren in der Krise

In Krisen gibt es erhöhte Kommunikationsbedarfe. Dabei kann viel schiefgehen, wenn sich Mitarbeiter nicht gehört, verstanden und berücksichtigt fühlen. Sereina Schmidt zeigt in ihrem Tipp deshalb, worauf Sie für eine gelingende Kommunikation, die Ihre Reputation als Arbeitgeber und Unternehmen stärkt, achten können.

Management Summary

  • In Krisensituationen ist eine starke Führungspersönlichkeit gefragt, die transparent kommuniziert.
  • Da Mitarbeiter und Kunden verunsichert sind, gibt es einen erhöhten Kommunikationsbedarf.
  • Mitarbeiter und Kunden reagieren sensibler und achten besonders darauf, wer was wann und wie sagt.
  • Daher gilt es, folgende Reihenfolge in der Kommunikation zu wählen: Erst kommt der Mensch, dann das Umfeld, dann die Infrastruktur und zuletzt das Geld.

In der Krise ist es wichtig, transparent zu kommunizieren. Denn die Zeiten von "Show" und "etwas vormachen" sind vorbei. Wir schauen als Bevölkerung, als Mitarbeiter und Kunden genauer hin. Nur wer authentisch ist und den Fokus auf die "richtige" Kommunikation legt, kann als Unternehmen von einer Krise profitieren.

Für viele Unternehmen starten die heiklen Kommunikationsphasen erst in den kommenden Tagen und Wochen, ja vielleicht sogar Monaten. Bis jetzt ging es in vielen Bereichen aufgrund der Aktualität und Dringlichkeit erst einmal um Improvisation. Regeln mussten umgesetzt werden. Und manchmal hieß es auch einfach, erst einmal abzuwarten. Langsam, aber sicher, beginnt jetzt die Phase der Planung weiterer Szenarien: Die Kurzarbeit beantragen oder weiter irgendwie durchstehen, die Dienstleistungen mittel- und langfristig umbauen, Personalabbau, oder als letzte Möglichkeit die Schließung. Das heißt, jetzt ist entscheidend, wie wir uns weiter verhalten. Das gilt aber nicht nur im Unternehmen selbst, sondern auch in der Kommunikation nach innen wie nach außen.

Erhöhter Kommunikationsbedarf

Krisensituationen wie die aktuelle, die uns alle treffen, bringen die Gesellschaft zusammen oder trennen sie. Wir sind viel sensibler und analysieren, was unser Umfeld tut. Wir kategorisieren Verhalten. Wir sind emotional und wollen auch Emotionen statt nur Fakten. Das heißt, wir wollen unser Gegenüber, unseren Auftraggeber "spüren"; wir wollen sehen, dass er/sie auch nur ein Mensch ist.

Wir wollen wissen, wie es einem Unternehmen geht. Kommuniziert ein Unternehmen in Krisenzeiten weiter auf reiner Zahlen-, Daten- und Faktenbasis (z.B. mit reiner Verkaufskommunikation), dann stufen wir dies als distanziert, als arrogant und überheblich ein. Das heißt nicht, dass man emotional auf allen Ebenen kommunizieren soll. Man darf aber persönliche Einblicke und Gefühle als CEO, Mitarbeiter oder als "Unternehmen" zeigen.

In Krisensituationen haben wir einen erhöhten Kommunikationsbedarf. Wir halten uns an Informationen fest, da sie uns Struktur bieten bzw. etwas Fassbares darstellen. Zudem wollen wir geführt werden. So können wir den Alltag leichter gestalten. Das gibt uns auch in unsicheren Zeiten ein Stück weit Sicherheit. Bei dieser Art von Kommunikation handelt es sich um die strukturierte Kommunikation als Arbeitgeber und nicht um die unstrukturierte Informationsüberflutung aus den Sozialen Medien.

Haben Sie als Arbeitgeber bisher einmal in der Woche kommuniziert (Teammeetings usw.), dann machen Sie dies während Krisenzeiten dreimal die Woche. So haben Sie die Chance, die Mitarbeiter mit eigenen Informationen aus erster Hand zu führen. Tun Sie es nicht, machen entweder vermehrt Gerüchte die Runde oder die Mitarbeiter holen sich die Informationen nur von anderen Quellen.

Überlegt kommunizieren

In Situationen, wie wir sie gerade erleben, ist es entscheidend, wie sich Unternehmerinnen und Unternehmer als Führungspersönlichkeiten, aber auch im Sinne des gesamten Unternehmens verhalten. Hatte Kommunikation schon vor 2020 großen Einfluss auf die Reputation, so ist sie spätestens seit jetzt das Fallbeil für langfristigen Erfolg oder Misserfolg einer Unternehmensmarke. Für alle CEOs gilt heute mehr denn je: Seien Sie sich bewusst, was Sie bewirken, wenn Sie aktuell vielleicht aus der Krise heraus und aus wirtschaftlichen Überlegungen strategische Entscheidungen fällen und diese kommunizieren.

Natürlich kann es sein bzw. ist es für viele sogar sehr wahrscheinlich, dass sie aus wirtschaftlichen Gründen in den nächsten Wochen schwerwiegende Entscheidungen treffen müssen. Doch gerade jetzt heißt es mehr denn je, gut zu überlegen, ob sie wirklich nötig sind und wie wir diese ansprechen.

Es gibt eine klare Reihenfolge, über was und wie in Krisensituationen kommuniziert werden muss:

  1. Zuerst kommt der Mensch.
  2. Dann kommt das Umfeld.
  3. Schließlich die Infrastruktur.
  4. Zuletzt das Geld, die Finanzen.

Das heißt, wenn CEOs in ihrer Kommunikation nicht zuerst an die betroffenen Menschen, wie z.B. ihre Mitarbeiter oder ihre Kunden, denken und dies auch kommunizieren, sondern sofort und nur von den finanziellen Einbußen sprechen, dann haben sie verloren. Eine Umkehrung der Prioritäten wird in Krisen von der Gesellschaft keinesfalls akzeptiert.

Beispiel

Nach einem Brand in einer Fabrikhalle erwartet man in der ersten Stellungnahme des CEOs vor den Medien zum Beispiel folgende Aussagen:

"Wir sind alle fassungslos und jetzt noch sprachlos, wie das geschehen konnte. Wichtig ist für uns, dass alle unsere Mitarbeiter in Sicherheit sind und betreut werden. Um alles andere kümmern wir uns später."

Und nicht:

"Der Brand unserer Fabrikhalle ist für uns wirtschaftlich gravierend. Wir verlieren dadurch eine Menge Geld. Branddetektive sind am Werk, um den Schaden zu analysieren." Aussagen wie diese folgen nach den Informationen zu den Mitarbeitern und kommen nicht als Erstes.

Kunden und Mitarbeiter im Fokus

CEOs tun also gut daran, in Krisensituationen unbedingt zu zeigen, dass sie

  • sich um Mitarbeiter sorgen.

Dies können sie tun, indem sie sie schlicht fragen, wie es ihnen in dieser außerordentlichen Situation geht oder dadurch, dass sie die Arbeitsbedingungen anpassen.

  • ihre Mitarbeiter schützen wollen.

Zum Beispiel mit dem Verteilen von Schutzmasken oder dem Einrichten von Home-Office.

  • Lösungen bringen und nicht Dienstleistungen verkaufen.

Beispielsweise, indem sie sich in die Kunden hineinversetzen und diese fragen, was sie in diesem Moment brauchen (z.B.: telefonischen Support oder Heimlieferservice)

  • informieren, informieren und nochmals informieren.

Wer in Krisenzeiten gar nicht kommuniziert, der gerät in Vergessenheit oder man fragt sich von außen, was mit dem Unternehmen ist. Ob es noch existiert oder allenfalls im Chaos steckt.

  • emotional sind, also mit (echtem) Mitgefühl die Fakten kommunizieren.

Das heißt, auch CEOs dürfen bewegt kommunizieren und zeigen, dass sie die Situation belastet; dass sie sich um das Unternehmen Sorgen machen.

  • nicht alleine handeln, sondern sich Partner – im Idealfall Experten für das jeweilige Gebiet – suchen, um so die bestmögliche Entscheidung zu treffen.

Auch Unternehmer und CEOs müssen nicht alles wissen. Sie können sich zum Beispiel Kommunikationsexperten ins Boot holen oder mit Lieferanten oder anderen Unternehmen, welche in einer ähnlichen Situation sind, besser zusammenarbeiten.

Fazit

Auch wenn man dies mitten in der Krise nicht unbedingt hören will: Krisen bedeuten immer auch Chancen. Sie haben in Krisen die Gelegenheit, Ihr Team zusammenzuschweißen und gestärkt aus dieser Phase hervorzugehen. Meistern Sie eine Krise, dann schaffen Sie zukünftig auch alles andere! Sie sind nicht alleine.

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