Der Projektleiter – ein idealer Burnout-Kandidat

Teil 2:
Prävention
Die Arbeit des Projektmanagers ist attraktiv, birgt aber gleichzeitig die Gefahr einer psychischen Überlastung, wie der erste Teil des Beitrags zeigte. Umso wichtiger ist es, ausreichend Energie in das SelbstmanagementSelbstmanagementSelbstmanagement ist die eigenverantwortliche Gestaltung sowohl beruflicher als auch privater Abläufe und deren Abstimmung mit den jeweiligen Bezugspersonen. zu investieren, um Überlastungssituationen frühzeitig zu erkennen. Wie ein solches Selbstmanagement aussehen kann, und wie das eigene Kontrollbedürfnis sowie der Umgang mit VerantwortungVerantwortungVerantwortung besteht aus den drei untrennbaren Bestandteilen Aufgabe, Befugnis und Rechenschaftspflicht. Es ist also nicht möglich, für die Durchführung einer Aufgabe ohne die entsprechenden Befugnisse (z.B. Zeichnungsrecht, Weisungsrecht) verantwortlich zu sein (sog. Kongruenzprinzip). Ebenso bedeutet Verantwortung, dass aus falschem Handeln oder Nicht-Handeln Konsequenzen wie z.B. Vertragsstrafen oder disziplinarische Strafen erwachsen. geändert werden können, um bei Überlastungen wirksam gegenzusteuern, beschreiben Dr. Frank Lüschow und Elke Zitzke in diesem zweiten und abschließenden Teil.

 

Der Projektleiter – ein idealer Burnout-Kandidat

Teil 2:
Prävention
Die Arbeit des Projektmanagers ist attraktiv, birgt aber gleichzeitig die Gefahr einer psychischen Überlastung, wie der erste Teil des Beitrags zeigte. Umso wichtiger ist es, ausreichend Energie in das SelbstmanagementSelbstmanagementSelbstmanagement ist die eigenverantwortliche Gestaltung sowohl beruflicher als auch privater Abläufe und deren Abstimmung mit den jeweiligen Bezugspersonen. zu investieren, um Überlastungssituationen frühzeitig zu erkennen. Wie ein solches Selbstmanagement aussehen kann, und wie das eigene Kontrollbedürfnis sowie der Umgang mit VerantwortungVerantwortungVerantwortung besteht aus den drei untrennbaren Bestandteilen Aufgabe, Befugnis und Rechenschaftspflicht. Es ist also nicht möglich, für die Durchführung einer Aufgabe ohne die entsprechenden Befugnisse (z.B. Zeichnungsrecht, Weisungsrecht) verantwortlich zu sein (sog. Kongruenzprinzip). Ebenso bedeutet Verantwortung, dass aus falschem Handeln oder Nicht-Handeln Konsequenzen wie z.B. Vertragsstrafen oder disziplinarische Strafen erwachsen. geändert werden können, um bei Überlastungen wirksam gegenzusteuern, beschreiben Dr. Frank Lüschow und Elke Zitzke in diesem zweiten und abschließenden Teil.

 

Der Gestaltungsspielraum von Projektleitern ist groß, ihr Verantwortungsbereich umfassend. Diese Herausforderungen machen für sie den Reiz ihrer Arbeit aus. Dabei sind sie häufig in einem projektuntauglichen Umfeld tätig, was erhebliche Belastungen mit sich bringt. Hinzu kommt, dass Projektleiter oft glauben, alles schaffen zu können, falls sie sich nur genügend anstrengen. Das macht sie besonders anfällig für den Einstieg in einen psychischen Überlastungsprozess, wie im ersten Teil des Beitrags beschrieben.

Es gibt jedoch noch weitere Phänomene, die die Tendenz begünstigen können, in psychische Überlastung zu geraten. Diese möchten wir kurz beleuchten, bevor wir auf Präventionsmöglichkeiten eingehen.

Angst vor Gesichtsverlust

Gerade Menschen, denen Attribute wie "belastungsfähig", "leistungsstark" und "ergebnisorientiert" zugeschrieben werden, wollen einen Gesichtsverlust unbedingt vermeiden. Leistungsfähigkeit macht einen so großen Teil der eigenen Identität aus, dass jede Schwäche das eigene Selbstbild stark beschädigen würde. Sie versuchen deshalb mit allen Mitteln, einen Gesichtsverlust zu vermeiden. Oft ist es nicht einmal der vermeintliche Gesichtsverlust vor den anderen, sondern vor allem auch vor sich selbst. Denn im Extremfall müssten sie sich fragen: Was bleibt von mir übrig bzw. was bin ich noch, wenn ich nicht mehr leistungsfähig bin?

Scheitern als persönliche, massiv kränkende Niederlage

Fordert eine TätigkeitTätigkeitTätigkeit, Aktivität oder Aufgabe im deutschen Sprachgebrauch entsprechen wohl am ehesten dem englischen "task" und bezeichnen die kleinste Arbeitseinheit innerhalb eines Arbeitspakets. Ein sinnvolles Kriterium ist, dass eine Tätigkeit von einer einzelnen Person durchgeführt werden kann. besondere Flexibilität, wirkt das motivierend auf Menschen, die ein ausgeprägtes Vertrauen in ihre Leistungsfähigkeit haben. Jede neue Situation bietet die Gelegenheit, sich selbst (und anderen) zu zeigen, wie gut man ist. Das ist Kern jeder Selbstmotivation und Chance zu Höchstleitungen sowie zu echtem Flow-Erleben. Lob von anderen hat für sie kaum eine Bedeutung.

Stellt eine Aufgabe, z.B. durch ihre extreme KomplexitätKomplexitätKomplexität bezeichnet die Eigenschaft eines Systems , nicht deterministisch vorhersagbar auf Änderungen innerer oder äußerer Parameter zu reagieren, tatsächlichTatsächlichAttribut für alle messbaren Größen im Projekt, insbesondere Zeit- und Kostengrößen. Die "tatsächlichen" Werte von Messgrößen können ausschließlich im Rückblick ermittelt werden. Sie stehen den "geplanten" Werten gegenüber, die eine Prognose oder Vorgabe darstellen. eine Überforderung dar, ist das eine Gefahr für solche Menschen. Das zu erkennen, sich einzugestehen und gegebenenfalls auch zurückzutreten, fällt ihnen schwer, da ihnen die Erfahrung fehlt, etwas nicht zu schaffen und ein "Scheitern" in ihrem Selbstverständnis nicht vorkommt. Sie haben keine Möglichkeiten, mit einer solchen Situation umzugehen und neigen dazu, das Ganze als persönliche Niederlage zu interpretieren. "Scheitern" bedeutet für sie eine tiefe Kränkung und ist ein nicht auszuhaltender Zustand.

Spiraleffekt

Hat man sich einmal entschieden, in die Verantwortung zu gehen, kann man so leicht nicht wieder aussteigen. Zumindest erscheint ein Ausstieg eine höhere Hürde zu sein, als zusätzlich Verantwortung für unsichere Prozesse oder konfliktträchtige Beziehungen usw. zu übernehmen. Es ist nicht möglich, mitten im Prozess die Chancen, Risiken sowie beeinflussbare und nicht beeinflussbare Faktoren rational abzuwägen, um dann zu prüfen, ob man die Verantwortung eigentlich noch übernehmen kann. Es bleibt nur die Möglichkeit "immer weiter nach vorn" zu gehen. Die Gefahr ist dabei groß, fließend und unbemerkt die Grenze zur Überlastung zu überschreiten.

Annahme einer linearen Beziehung zwischen AufwandAufwandAufwand (Projektmanagement) ist die Menge aller monetär quantifizierbaren Eingangsgrößen in ein Projekt, in ein Programm, in ein Projektportfolio oder in einen Teil eines Projekts. und Ertrag

Wer von der Annahme ausgeht, dass zwischen dem Aufwand, den er betreibt und dem Ertrag, den er erhält, eine lineare Beziehung besteht, läuft Gefahr, in einen schleichenden Überlastungsprozess einzusteigen. Je tiefer die Erwartung eingebrannt ist, dass man mehr erreicht, falls man sich nur mehr anstrengt, desto größer ist die Gefahr, dass bewusste Rückkopplungsprozesse ausgeblendet werden. Selbstkritische Fragen wie "Hast du mit deiner Aktion das erreicht, was du erreichen wolltest? Stehen Aufwand und Effekt in einem vernünftigen Verhältnis zueinander? Sind zur ZielerreichungZielerreichungDie Zielerreichung beschreibt den Realisierungsgrad quantitativ festgelegter Projektziele. Dies geschieht in der Regel durch Angabe von Kennzahlen, die die tatsächliche Projektleistung in Verhältnis zu den Plangrößen setzt. Mögliche Kennzahlen sind z.B. der Schedule Performance Index, der Cost Performance Index oder andere Ist/Soll-Quotienten für Kenngrößen. etwa ganz andere Maßnahmen erforderlich?" werden nicht beantwortet, da sie erst gar nicht gestellt werden. Menschen mit ausgeprägter Leistungsorientierung und dem sicheren Glauben "Ich kann alles schaffen" sind dabei besonders gefährdet.

Bild 1: Gesteigerter Energieeinsatz führt in der Regel zu keinem höheren Effekt.

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Fortsetzungen des Fachartikels

Teil 1:
Arbeitsumfeld und Persönlichkeit

Eigentlich scheint die Arbeit von Projektleitern ideal zu sein: Losgelöst von den starren Begrenzungen der Linie verfügen sie über einen hohen Gestaltungsspielraum.

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Christoph
Stötzel

Gute Ansätzte für den wichtigen Selbstschutz. Man muss diese jedoch immer wieder beherzigen, um nicht in die alte Falle zu tappen!

 

Norbert
Bongartz

Der Umgang mit diesem Thema durch die Autoren ist mir zu verkopft, zu theoretisch und zu analytisch. Aber das kommt dabei heraus, wenn sich Berater und Coaches dieses Themas annehmen, was eigentlich ein Thema für ausgebildete Therapeuten, Psychologen und Psychiater ist, die dem Ganzen eine Ebene hinzufügen können, die hier fehlt bzw. nur am Rande erwähnt wird: die Psyche des Menschen und seine Bedürfnisse und Erwartungen. Ich hatte nach dem Lesen des Artikels irgendwie das mulmige Gefühl, dass es den Autoren doch wieder nur darum geht, den Menschen zu helfen, ihre Leitungsfähigkeit zu erhalten, um was - ja natürlich - Arbeitsergebnisse zu erzielen. Da die Autoren wahrscheinlich für Ihre Arbeit nicht von den betroffenen Menschen, sondern von den Firmen bezahlt werden, ist es klar, auf welcher Seite sie stehen und wessen Ziele sie unterstützen. Therapeuten hingegen stehen auf der Seite des Klienten und haben das Ziel, dem Menschen zu helfen, in seine Mitte zu kommen, und dann seine Entscheidungen zu treffen. In der Summe ist das, was in dem Artikel steht, nicht falsch, aber der Ansatz ist zu einseitig und unvollständig.

 

Guest

Den Vorrednern kann man sich nur anschließen. Sinnfreie Allgemeinplätze. Schade.