Design Sprint

Das Konzept des Design Sprints basiert auf dem Design Thinking und wird in der Produktentwicklung eingesetzt. Das Ziel des Vorgehens besteht darin, innerhalb von einer Woche Lösungsideen zu erarbeiten und mit Kunden zu testen. Wichtig für den Erfolg eines Design Sprints ist die Durchführung durch ein interdisziplinäres Team und die Einbindung von tatsächlichen Nutzern.

Design Sprint

Das Konzept des Design Sprints basiert auf dem Design Thinking und wird in der Produktentwicklung eingesetzt. Das Ziel des Vorgehens besteht darin, innerhalb von einer Woche Lösungsideen zu erarbeiten und mit Kunden zu testen. Wichtig für den Erfolg eines Design Sprints ist die Durchführung durch ein interdisziplinäres Team und die Einbindung von tatsächlichen Nutzern.

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Was ist ein Design Sprint?

Der Design Sprint ist mittlerweile eine agile Standardmethode für die nutzerzentrierte Lösungsentwicklung. Die Methode wird eingesetzt, um für komplexe Herausforderungen innerhalb von einer Arbeitswoche Lösungsideen in Form von Prototypen zu erarbeiten und mit Kunden zu testen. Diese Art des Vorgehens soll Risiken bei neuen Produkten oder Dienstleistungen reduzieren, da die Kunden eine Lösung angeboten bekommen, die sie tatsächlich nutzen und brauchen.

Mit dem Design Sprint lässt sich eine hohe Geschwindigkeit in Kombination mit niedrigen Kosten und dem Fokus auf Nutzerbedürfnisse bei der Produktentwicklung erreichen. Den ersten Ansatz des Design Sprints entwickelte 2010 ein interdisziplinäres Team um Jake Knapp bei Google Ventures.

Der Design Sprint zeichnet sich durch einen sehr strukturierten Ablauf aus. Es ist eine strukturierte Vorgehensweise, mit vordefinierten Zielstellungen und Vorgehensweisen für jeden Prozessschritt. Die einzelnen Tage haben jeweils einen Schwerpunkt (siehe ganz unten für einen detaillierten Wochenplan:

  1. Montag – Verstehen: Herausforderung inhaltlich durchdringen und Ziel festlegen. (oft unter Einbeziehung weiterer Expert:innen durch Interviews)
  2. Dienstag – Ideen Sammeln und Skizzieren: möglichst vieler unterschiedliche Lösungsideen entwickeln und visualisieren
  3. Mittwoch – Entscheiden: Lösungsideen bewerten und entscheiden, welche Idee weiterverfolgt wird.
  4. Donnerstag – Prototypen entwickeln: Entwicklung eines einfachen und testbaren minimal viable product (MVP).
  5. Freitag – Testen und überprüfen: Nutzerfeedback einholen und auswerten

Häufig werden bis zur Lösung eines Problems mehrere Zyklen durchlaufen, d.h. es wird so lange iteriert, bis das gesetzte Ziel erreicht ist.

Worauf ist beim Einsatz der Methode zu achten?

Teamzusammenstellung

Der Design Sprint wird von einem interdisziplinären und schlagkräftigen Team umgesetzt, das ausreichend Expertise mitbringt und gleichzeitig mit genügend Tempo agieren kann, um die zur Verfügung stehende Zeit optimal zu nutzen.

Eine gute Teamgröße ist bis zu sieben Personen. In diesem Team sollten möglichst unterschiedliche Expertisen vorhanden sein. Falls es erforderlich ist, können weitere Experten temporär einbezogen und interviewt werden. Vor allem für im Design Sprint unerfahrene Teams empfiehlt sich eine Moderation, die durch den Prozess führt. Die Hierarchieebene der Teammitglieder ist zu vernachlässigen, sofern das Team befugt ist, Entscheidungen zu treffen.

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Wann und für wen lohnt sich der Einsatz?

Beim Design Sprint geht es um das schnelle Entwickeln von Lösungen, die bereits mit Nutzer:innen validiert wurden. Ziel ist es dabei, sehr schnell zu lernen, in welche Richtung das Produkt entwickelt werden sollte. Dies gilt vor allem dann, wenn bisher wenig bis kein direkter Austausch mit den Nutzer:innen stattgefunden hat, sodass deren Anforderungen – beispielsweise hinsichtlich der verwendeten Technik, ihrem Nutzerverhalte und der erforderlichen Hilfestellungen – noch unbekannt sind. In diesen Fällen hilft das Framework dabei, das Nutzerproblem genau zu verstehen sowie sehr gezielt Lösungen für die identifizierte Herausforderung zu finden.

Sowohl für Start-ups als auch für etablierte Unternehmen oder Organisationen kann dieses Framework eine Hilfe sein. Für Start-ups ist es essentiell, dass sie in kurzer Zeit einen Marktzugang schaffen, um ihre neuartigen Produkte erfolgreich entwickeln und an ihre Zielgruppe zu bringen. Dabei ist es erfolgskritisch, die Nutzer:innen intensiv in die Produktentwicklung einzubinden.

Größere Organisationen können mit diesem schlanken Vorgehen bewusst ihre etablierten Prozesse und Strukturen aushebeln, um kostengünstiger und schneller neue Produkte zu entwickeln. Auch hier können Design Sprints unterstützen, um erfolgversprechende Optionen zu ermitteln, bevor man große Investitionen tätigt.

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Agilität gilt als Erfolgsfaktor der heutigen Geschäftswelt. Großunternehmen können dabei von Startups lernen, z.B. wie sie Produktentwicklungen enger mit den Kunden abstimmen und deren Feedback schon in frühen Phasen berücksichtigen können.

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Das agile Framework Design Sprint eignet sich zudem gut, um Menschen mit der agilen Arbeitsweise vertraut zu machen. Durch den Workshopcharakter der Arbeit und die zeitliche Beschränkung auf wenige Wochen, bekommen Teams einen geschützten Rahmen, in dem sie mit Agilität experimentieren können, ohne dass eine Organisation viel investieren oder ins Risiko gehen muss.

Wie sieht ein der Wochenplan eines Design Sprints im Detail aus?

Tag 1 – Verstehen

Der erste Tag dient dazu, dass die Beteiligten die Problemstellung verstehen und ein strategisches Ziel für eine ganz konkrete Fragestellung definieren. Hierbei nutzen sie eigene Annahmen und Hypothesen, die sie im Verlauf der Woche stetig hinterfragen und anpassen. Sobald sich das Team auf das gemeinsame Ziel geeinigt hat, erstellt es eine Customer Journey Map, die neben den relevanten Beteiligten die wichtigsten Berührungspunkte mit dem Produkt visualisiert.

Außerdem erarbeitet das Team konkrete Fragen, die es im Laufe des Sprints beantworten möchte. Auf Basis dieser Vorarbeit kann das Team weitere Expert:innen einbinden, sodass es dank einer breiten Wissensbasis schließlich entscheiden kann, auf welche spezifische Problemstellung in den nächsten Tagen der Fokus liegt.

Tag 2 – Ideen sammeln und Skizzieren

Am zweiten Tag sammelt das Team zahlreiche Ideen und erstellt erste vertiefende Skizzen. Dafür sichten die Beteiligten bestehende Lösungen für gleiche oder ähnliche Fragestellungen ebenso wie vorhandene Entwürfe und Ideen. Oft entstehen aus deren kreativer Kombination die besten Lösungen. Die Weiterentwicklung hält das Team visuell fest.

Tag 3 – Entscheiden

Am dritten Tag reflektiert das Team zunächst kritisch seine Lösungsideen und entscheidet anschließend, welche Option(en) es testen möchte. Gibt es mehrere "Gewinner", prüft das Team, ob es die Lösungsideen zusammenführen kann oder ob sie im Test gegeneinander antreten. Danach entwickelt das Team einen detaillierten Plan, wie der Prototyp möglichst realistisch präsentiert und getestet werden soll.

Tag 4 – Prototyp entwickeln

Der vierte Tag dreht sich ausschließlich um die Erstellung des Prototyps. Wichtig ist dabei, dass es sich nicht um das finale, qualitativ hochwertige Endprodukt handelt. Ein Prototyp ist real genug, um echte Reaktionen bei den Tester:innen hervorzurufen, und gleichzeitig so konzipiert, dass er in nur einem Tag umgesetzt werden kann. Hierfür müssen die Beteiligten kreativ werden.

Tag 5 – Überprüfen

Am fünften Tag steht das Finale an: Nutzer:innen testen die getroffenen Annahmen und die entwickelten Prototypen. Das Team führt zudem ausführliche Interviews durch, um möglichst viel Feedback zu erhalten. Am Ende des Tages werden alle Ergebnisse zusammengetragen, auftretende Muster analysiert und ganzheitlich ausgewertet.

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