Leistungsumfang

Leistungsumfang ist die Menge aller Leistungen, die für die Abnahme eines Projekts verpflichtend zu erbringen sind.

Der Begriff "Leistungsumfang" wird von der ICB 3.0 als Übersetzung des Begriffs "scope" verwendet. und ist damit gleichbedeutend mit der im PMBOK Guide verwendeten Übersetzung "Inhalt und Umfang", dem im PRINCE2-Manual verwendeten Begriff "Umfang" sowie den von der DIN 69901-5 definierten Begriffen "Projektinhalt" bzw. "Projektgegenstand".

Duncan und Dörrenberg differenzieren im PM3 zwischen "Produkt-Leistungsumfang" und "Projekt-Leistungsumfang" (Duncan, William u. Dörrenberg, Florian E.: Leistungsumfang und Lieferobjekte in: Gessner, Michael: Kompetenzbasiertes Projektmanagement (PM3), Nürnberg 2009). Die Autoren differenzieren den Leistungsumfang dabei in die zu erstellenden Produkte und die durchzuführenden Arbeiten.

Erläuterungen und Kommentar

Die Kombination des betriebswirtschaftlichen Begriffs "Leistung" und des allgemeinen Begriffs "Umfang" ist wohl die treffendste deutsche Übersetzung des englischen Begriffs "scope". Während die deutsche Übersetzung des PMBOK Guide "Inhalt und Umfang" sich im Sprachgebrauch sehr unhandlich gestaltet, erscheint die im deutschen PRINCE2-Manual gewählte Übersetzung nur mit "Umfang" als nicht ausreichend.

Die DIN-Begriffe "Projektinhalt" bzw. "Projektgegenstand" erfassen nicht den Aspekt der vertraglichen Beziehung zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer, die jedem Projekt zugrunde liegt.

Die im PM3 getroffene Unterscheidung zwischen Produkt- und Projekt-Leistungsumfang erscheint weder hilfreich noch in der Praxis anwendbar. Basis für die Abnahme der erbrachten Leistungen muss stets ein zwischen den Vertragspartnern vereinbartes Leistungsverzeichnis sein. Für dieses spielt es zum einen keine Rolle, ob darin einzelne Produkte oder durchzuführende Arbeiten aufgeführt sind. Zum anderen ist die Durchführung einer Tätigkeit nur dann relevant für die Abnahme eines Projekts, wenn dadurch ein Produkt im allgemeinen Sinn entstanden ist, d.h. ein neuer, beschreibbarer und überprüfbarer Zustand eingetreten ist.

Relevante Beiträge im Projekt Magazin

Am Anfang eines jeden Projekts muss für Auftraggeber und Auftragnehmer vollständig klar sein, welche Leistungen zu erbringen sind. In diesem Spotlight erfahren Sie, wie Sie Anforderungen identifizieren und erfassen, Leistungsmerkmale priorisieren und Ergebnisse definieren. Verschiedene Herangehensweisen, wie das Requirements Engineering oder das....

von Bettina Zastrow
6 Bewertungen
4.166665
4 Kommentare
Viele Projektleiter müssen im Rahmen Ihrer Tätigkeit Software beauftragen – z.B. weil diese Bestandteil einer Prozessoptimierung ist. Ob die Software am Ende ihren Zweck erfüllt, hängt davon ab, wie gut der Projektleiter Vorgaben in die "IT-Sprache" der Entwickler übersetzt. Fehlt die nötige Erfahrung, sollte er sich mit den grundlegenden Regeln des Requirements Engineerings auseinandersetzen. Bettina Zastrow und Elisabeth Wagner beschreiben, wie auch Projektleiter ohne tief gehende IT-Kenntnisse Schritt für Schritt zu einem guten Ergebnis kommen – und so kostspielige Umwege und Change Requests vermeiden.
von Elisabeth Wagner
5 Bewertungen
4.6
0 Kommentare
Wenn es gilt, gemeinsam Ideen zu entwickeln oder Probleme zu lösen, führt meist kein Weg an der Methode Brainstorming vorbei. Eine interessante Alternative stellt die "Fahnenbildung" dar: Sie eignet sich nicht nur, um Ideen zu entwickeln, sondern fördert auch den Wissensaustausch und sorgt für Lösungen, in denen sich alle Teammitglieder gut wiederfinden. Elisabeth Wagner und Kristian Lüdtke stellen die Methode vor und liefern eine Excel-Vorlage mit.
von Winfried Vogel
9 Bewertungen
4.666665
0 Kommentare
Bei Software-Projekten vergessen die Auftraggeber häufig, dass neben der Entwicklung oder Einführung einer Software weitere Leistungen zu erbringen sind, um diese Software sinnvoll einsetzen zu können. Sie lassen z.B. die Migration von Datenaltbeständen oder Einführungs- und Trainingsaufwände außer acht. Winfried Vogel stellt ein systematisches Vorgehen für die Planung von IT-Projekten vor, bei der er die produktbasierte Planungsmethode nach PRINCE2® mit der traditionellen Projektstrukturplanung kombiniert. Dieses Vorgehen gewährleistet bei den IT-Projekten der Abteilung Information Management der Airbus Defence and Space, dass der Leistungsumfang zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer klar vereinbart ist und entsprechend große Planungssicherheit hinsichtlich Aufwand und Dauer erzielt wird.
von Marko Zotschew
2 Bewertungen
4.5
1 Kommentar
Die MoSCoW-Methode ist ein effizientes Werkzeug, um die Anforderungen bereits bei Projektbeginn richtig zu priorisieren. Sie garantiert damit, dass das Projektteam selbst bei Problemen und Verzögerungen im Projektverlauf zumindest die wichtigsten Anforderungen liefert. Zudem hält die MoSCoW-Methode Ideen fest, die sich zwar nicht im aktuellen Leistungsumfang, aber in Folgeprojekten realisieren lassen. Marko Zotschew beschreibt, wie Sie die Methode in der Praxis anwenden können.
von Dorian Gloski
2 Bewertungen
4.5
1 Kommentar
Die Function-Point-Analyse (FPA) liefert eine objektive Messgröße für den Leistungsumfang einer Software. Im zweiten Teil dieses Artikels beschreiben Dorian Gloski und Eva-Maria Schielein typische Anwendungen von Function Points: Die Ermittlung von Leistungskennzahlen, Benchmarking, Aufwandsschätzung mit COCOMO und Angebotsvergleiche. Vor dem Hintergrund dieser Einsatzgebiete gehen sie auf häufige Kritikpunkte ein und geben Empfehlungen für die praktische Arbeit.
von Dorian Gloski
1 Bewertung
4
0 Kommentare
Erst objektive Messgrößen wie Function-Point-Werte ermöglichen es, vergleichbare Aufwandsschätzungen und aussagekräftiges Benchmarking für Software-Systeme durchzuführen. Function Points, so Dorian Gloski und Eva-Maria Schielein, sind bei Software-Entwicklungsprojekten ein genauso objektives Maß für den Leistungsumfang der erstellten Software wie es bei Bauprojekten die Quadratmeter Bruttogeschoßfläche für die Gebäudegröße sind. Die Function-Point-Analyse ist die weltweit am weitesten verbreitete Methode, um die Größe einer Software unabhängig von technischen Rahmenbedingungen, wie z.B. der verwendeten Programmiersprache, zu messen. Dorian Gloski und Eva-Maria Schielein erklären im ersten Teil ihres Artikels die Prinzipien der Function-Point-Analyse und demonstrieren an einem einfachen Beispiel ihren Ablauf.
von Dr. Matthias Eberspächer
10 Bewertungen
4.4
8 Kommentare
Verbindlicher Fixtermin und Festpreis – aber keine ausreichende Spezifikation: Das ist für jeden Auftragnehmer ein Schreckensszenario. Matthias Eberspächer und Ralf Neubauer haben für diese immer wieder anzutreffende Situation in Software-Entwicklungsprojekten eine pragmatische Herangehensweise entwickelt, die sie "Work-to-Budget" nennen: Zusammen mit dem Auftraggeber identifizieren sie die zentralen Business-Ziele des Projekts und legen die Toleranzen für die Abnahmekriterien fest. Auf dieser Basis steuern sie den Leistungsumfang und maximieren – innerhalb des gesetzten Rahmens – den Kundennutzen. Wie dies funktioniert, schildern sie an einem Beispiel aus ihrer Praxiserfahrung.
Alle relevanten Beiträge anzeigen
Tech Link