Portfoliotechnik

Die Portfoliotechnik geht auf diverse Unternehmensberatungen wie die Boston Consulting Group oder McKinsey zurück. Im wesentlichen beruht sie auf der stark vereinfachten Auftragung von zu bewertenden Elementen in einem xy-Diagramm, dessen Achsen keine Beschriftung, sondern lediglich zwei Bereiche aufweisen. Dadurch wird das Diagramm in vier Quadranten aufgeteilt, die jeweils eine gemeinsame Beurteilung erfahren.

Am bekanntesten ist die Auftragung der Produkte gemäß Umsatz und Umsatzwachstum. Die in den jeweiligen Quadranten befindlichen Produkte werden dann als "Cash-Cows" (hoher Umsatz, niedriges Wachstum), "Dogs" (niedriger Umsatz, niedriges Wachstum), "Stars" (hohes Wachstum, hoher Umsatz) oder "Problemkinder" (hohes Wachstum, niedriger Umsatz) bezeichnet.

Die Portfoliotechnik lässt sich auch auf die Beurteilung von Projektportfolios anwenden. Hier sind allerdings andere Kenngrößen aufzutragen. Beispielsweise sind die sich aus der Earned Value Analysis ergebenden Leistungsindizes ausgezeichnet für eine Portfolioanalyse zu verwenden. Ebenso können Return on Invest und Projektrisiko gegeneinander aufgetragen werden.

Die Interpretation der so erhaltenen Diagramme leidet einerseits unter ihrer stark vereinfachenden Wirkung, andererseits unterstützt sie klare Entscheidungen. Z.B. wird ein stark risikobehaftetes Projekt schneller abgelehnt, wenn das bestehende Portfolio bereits zu viele Risiken aufweist. Wenn aber das bestehende Portfolio bereits sehr konservativ gestaltet ist, dann kann die Bereitschaft für ein chancenreiches, aber riskantes Projekt deutlich höher sein.

Gerade im Multiprojektmanagement ist die Portfoliotechnik als Standard zu betrachten. Aber auch auf niedrigeren Integrationsebenen, wie z.B. dem Risikomanagement für ein einzelnes Projekt, findet sie aufgrund ihres einfachen Vorgehens und ihrer klaren Visualisierung von Entscheidungsgrundlagen zunehmend Anklang.

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