Normen/
Standards
PRINCE2:2009, PMBOK Guide 4th edition
Englischer
Begriff
  • Risk Tolerance

Risikotoleranz

Mit Risikotoleranz werden verschiedene Schwellenwerte zur Beurteilung einer definierten Menge von Risiken bezeichnet.

Anzeige

PMBOK Guide 2008

Mit "Risk Tolerance" bezeichnet der PBMOK Guide 2008 einerseits das maximale Gesamtrisiko, das eine Organisation oder eine einzelne Person bewältigen kann (PMBOK Guide 2008, p. 439). Andererseits verwendet der PMBOK Guide 2008 den Begriff "Risk Tolerance" auch allgemein in der Bedeutung "Risikobereitschaft" von Stakeholdern eines Projekts (PMBOK Guide 2008, p. 276). Eine genauere Spezifikation von "Risk Tolerance" wird dabei nicht vorgenommen.

PRINCE2

Die britische Richtlinie PRINCE2 differenziert zwischen "Risk appetite" (=Risikobereitschaft) und "Risk Tolerance" (=Risikotoleranz). Während Risikobereitschaft bei PRINCE2 ganz allgemein die Bereitschaft einer Organisationseinheit ist, Risiken einzugehen, beschreibt der Begriff "Risikotoleranz" einen klar definierten Schwellenwert für das Gesamtrisiko eines Arbeitspakets, einer Phase oder eines Projekts und ist ein Mittel zur Steuerung der Risiken gemäß des Prinzips "Management by Exception".

In diesem Sinne ist Risikotoleranz ein Schwellenwert (z.B. für die maximal mögliche Zeitverzögerung eines Arbeitspakets durch seine Risiken), bei dessen Überschreiten ein Ausnahmebericht an die nächst höhere Führungsebene erstellt werden muss (z.B. durch den Leiter des Arbeitspakets an den Projektleiter).

Erläuterungen und Kommentar

Aufgrund der unterschiedlichen Bedeutungen der Begriffe des Risikomanagements ist dringend zu empfehlen, diese zu Beginn des Projekts entweder im Projekthandbuch zu definieren oder auf die anzuwendende Richtlinie zu verweisen.

Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 12.04.2012.
Tech Link