Die Produktbasierte Planung nach PRINCE2

Teil 2: Produktflussdiagramm, Produktbeschreibungen und Projektplan
Mit der Produktbasierten Planung (PBP) stellt PRINCE2 eine Technik zur Verfügung, die allgemein verwendbar ist. Im zweiten Teil dieses Beitrags beschreibt Dr. Georg Angermeier, wie Sie ein Produktflussdiagramm erstellen und wie das Zusammenspiel von Produktstrukturplan, Produktflussdiagramm und Produktbeschreibungen größtmögliche Sicherheit für eine vollständige Leistungsbeschreibung bietet. Darüber hinaus erklärt der Autor, wie aus den Ergebnissen der Produktbasierten Planung ein traditioneller Ablaufplan entsteht.

Im ersten Teil dieser Artikelserie erläuterte ich die Vorteile der produktorientierten Planung, gab einen Überblick über die Produktbasierte Planungstechnik nach PRINCE2 und erklärte deren ersten beiden Schritte: Die Beschreibung des Projektendprodukts und die Erstellung des Produktstrukturplans. Dabei begleiteten uns in einem fiktiven Beispiel Hans Maier mit seinem Messeteam "Charly", die für die Edeluhr GmbH einen Messeauftritt auf einer Luxusmesse in Sydney planen ("Die Produktbasierte Planung nach PRINCE2. Teil 1: Produktbeschreibung und Produktstrukturplan", Projekt Magazin 4/2012).

Nachdem die Mitglieder des Projektteams das Projektendprodukt beschrieben und den Produktstrukturplan erstellt haben, bringen sie jetzt die identifizierten Produkte in die Reihenfolge, in der sie nacheinander benötigt werden. Hierfür erstellen sie das sog. Produktflussdiagramm.

Anmerkung: Ich weiche hier in der Reihenfolge der Schritte bewusst vom PRINCE2-Handbuch ab. Dort werden zunächst die Produktbeschreibungen (s. Schritt 4) erstellt und dann erst das Produktflussdiagramm. Der Grund für die von mir gewählte Reihenfolge ist, dass ich das unmittelbare Zusammenspiel aus Produktstrukturplan und Produktflussdiagramm in der Praxis als besonders effizient erlebt habe. Das PRINCE2-Handbuch weist in den Erläuterungen zum Produktflussdiagramm auch explizit auf diese alternative Reihenfolge hin – meine Darstellung ist also durchaus konform mit PRINCE2 (OGC, 2009, Abschnitt 7.3.3.4).

Schritt 3: Übertragen Sie die identifizierten Produkte in ein Produktflussdiagramm!

Ein Produktflussdiagramm ist formal gesehen ein Meilenstein-Netzplan. Dies bedeutet, dass die Produkte im Produktflussdiagramm mit Pfeilen so miteinander verbunden werden, wie es der Projektablauf erfordert (Bild 1).

Bild 1: Prinzip des Produktflussdiagramms. Teilprodukt D ist ein externes Produkt.

Beim Produktflussdiagramm ist die Leitfrage: Welche Produkte müssen vorliegen, damit das nächste Produkt hergestellt werden kann? Dies ist eine andere Fragestellung als beim Produktstrukturplan, der ausschließlich die Produkte nach ihrer Zusammensetzung aufgliedert. Bei einer zeitlichen Abfolge gehen hingegen auch Managementaspekte ein, wie z.B. Phasenfreigaben, die erst erfolgen, sobald bestimmte Produkte abgenommen worden sind. Zudem benötigt man für die Herstellung eines Produkts z.B. Maschinen oder Werkzeuge, die aber nicht Bestandteil des Produkts sind und somit im Produktstrukturplan in einem getrennten Ast aufgeführt werden – im Produktflussdiagramm werden sie vor dem zu erstellenden Produkt eingefügt.

Für die Erstellung des

Anzeige
Der vollständige Artikel ist für Abonnenten frei zugänglich.
Artikel kaufen (4,50 €)
  • 10 Seiten Praxiswissen
  • PDF-Download
Kostenlos weiterlesen!
  • Diesen Beitrag kostenlos lesen
  • 4 Wochen Online-Zugriff auf alle Artikel, Methoden und das Glossar
Tech Link