

Das sogenannte Funktionsmeistersystem wurde von Frederick Winslow Taylor als Führungssystem in einer arbeitsteiligen Produktion entworfen. Taylor erzielte enorme Produktivitätssteigerungen in der Anfangsphase der Industrialiserung durch die Einführung der Arbeitsteilung. Er übertrug diesen Ansatz auch auf die Führungsebene, indem er die Einlinienorganisation, bei der jeder Mitarbeiter genau einen Vorgesetzten hat, durch eine Mehrlinienorganisation, bei der ein Mitarbeiter situationsbedingt unterschiedliche Vorgesetzte hat, zu ersetzen suchte.
Das sogenannte Funktionsmeistersystem wurde von Frederick Winslow Taylor als Führungssystem in einer arbeitsteiligen Produktion entworfen. Taylor erzielte enorme Produktivitätssteigerungen in der Anfangsphase der Industrialiserung durch die Einführung der Arbeitsteilung. Er übertrug diesen Ansatz auch auf die Führungsebene, indem er die Einlinienorganisation, bei der jeder Mitarbeiter genau einen Vorgesetzten hat, durch eine Mehrlinienorganisation, bei der ein Mitarbeiter situationsbedingt unterschiedliche Vorgesetzte hat, zu ersetzen suchte.
Das Funktionsmeistersystem nach Taylor kennt acht unterschiedliche Führungsverantwortungen:
Das Funktionsmeistersystem ist ein Gegenentwurf zur Einlinienorganisation nach Fayol, der das Taylorsche Organisationssystem als nicht praktikabel ablehnte. In der Tat setzte sich die Mehrlinienorganisation auch nicht in Reinform durch. Die Idee des Funktionsmeisters liegt dem Konzept von Fachvorgesetzten zugrunde. Ein Fachvorgesetzter bestimmt zwar, welche Arbeiten wie durchzuführen sind, hat aber keine disziplinarischen Befugnisse gegenüber dem Mitarbeiter (z.B. Urlaubsgenehmigung oder Erstellung von Arbeitszeugnissen).
Im Projektmanagement greift die sogenannte Matrixorganisation ebenfalls die Idee des Funktionsmeistersystems auf: Mitarbeiter sind gleichzeitig Linienvorgesetzten und temporär dem Projektleiter unterstellt.
Erläuterungen und Kommentar
Die Idee des Funktionsmeistersystems erscheint auf den ersten Blick eine einfache Lösung für die temporäre Zuordnung von Mitarbeitern zu Projekten zu sein. In der Praxis ergeben sich jedoch daraus stets Konflikte zwischen Projekt- und Linienverantwortlichen. Beispielsweise obliegt dem Linienverantwortlichen weiterhin die Personalverantwortung und damit auch die Annahme von Urlaubsanträgen. Der Linienverantwortliche wird dabei aber kaum Projektbelange berücksichtigen, so dass der Projektleiter auf informelle Absprachen angewiesen ist, um seine Ressourcen zu sichern.
Im Wesentlichen gibt es drei Lösungsansätze, um den Konflikt zwischen dem Projektleiter als "Funktionsmeister" und dem Linienverantwortlichen zu lösen: