Kommunikationstechniken

Kommunikationstechniken beschreiben Prozesse und Regeln für die Gestaltung von Kommunikationsprozessen. Mit ihrer Hilfe werden Kommunikationsprozesse wertschätzend gestaltet und Missverständnisse vermieden.

Kommunikationstechniken

Kommunikationstechniken beschreiben Prozesse und Regeln für die Gestaltung von Kommunikationsprozessen. Mit ihrer Hilfe werden Kommunikationsprozesse wertschätzend gestaltet und Missverständnisse vermieden.

Was sind Kommunikationstechniken?

Kommunikationstechniken beschreiben Prozesse, Regeln sowie Methoden für die Gestaltung von Kommunikationsprozessen. Sie unterstützen dadurch die Kommunikation zwischen zwei oder mehreren Menschen, indem sie die Art und Weise strukturieren, wie diese Informationen austauschen. Durch sie lässt Kommunikation sich formalisieren und ritualisieren. Das verleiht den Gesprächspartner:innen Sicherheit, vor allem in schwierigen Kommunikationssituationen, wie Konfliktgesprächen. Die Techniken basieren in der Regel auf Erfahrungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen, die im Rahmen der Erforschung der Kommunikation entwickelt wurden.

Der Einsatz von Kommunikationstechniken hat die folgenden Vorteile:

  • Die Qualität der Kommunikation steigt, da sich Gesprächspartner:innen auf den Austausch der Informationen konzentrieren und Störungen in der Kommunikation dank festgelegter und bekannter Regeln und Formen vermieden werden.
  • Sie erleichtern es, in unbekannten und schwierigen Situationen den Kommunikationsprozess wertschätzend zu gestalten.
  • Sie verringern Stress und Konflikte, die durch Missverständnisse in der Kommunikation verursacht werden.

Was bewirken Kommunikationstechniken?

Menschen interagieren über zwischenmenschliche Kommunikation miteinander. Sie wird in der Familie und später im Kontakt mit anderen Menschen und in Institutionen wie Schulen und Vereine erlernt. Diese Interaktion erfolgt hauptsächlich durch Sprache, aber auch nonverbal durch Mimik, Gestik, Tonfall und Rhythmus der Sprache, durch die Nähe und Distanz der Personen, deren Körperhaltung und den Einsatz von Hilfsmitteln wie z.B. Visualisierungen.

Ebenen der Kommunikation

Wenn Menschen miteinander kommunizieren, steht die bewusste Produktion und Rezeption von Kommunikationsinhalten im Vordergrund. Jede Kommunikation wird auch durch unbewusste Faktoren beeinflusst, wie beispielsweise unterschwellige Zuneigung oder Abneigung. Diese haben einen wesentlichen Anteil daran, wie die Inhalte interpretiert werden und wie Menschen aufeinander reagieren.

Unterscheidung in Sach- und Beziehungsebene

Von Paul Watzlawick, einem der Pioniere der Kommunikationsforschung, stammt die Unterscheidung zwischen Sach- und Beziehungsebene in der Kommunikation. Die Sachebene bestimmt, welche Inhalte ausgetauscht werden und die Beziehungsebene, wie die Kommunikationspartner:innen zueinander stehen und wie diese die Sachinhalte interpretieren. Während die Kommunikation auf der Sachebene hauptsächlich verbal erfolgt, wird auf der Beziehungsebene durch nonverbale Elemente kommuniziert.

Missverständnisse und Störungen in der Kommunikation entstehen dadurch, dass die Kommunizierenden die Inhalte der Sachebene unterschiedlich interpretieren. Beispielsweise kann ein abwesender Blick aus dem Fenster signalisieren, dass eine Führungskraft nicht interessiert, was sein:e Mitarbeiter:in zu sagen hat.

Kommunikationstechniken unterstützen die Beteiligten, sich auf die Sachebene zu konzentrieren und/oder die Beziehungsebene der Kommunikation besprechbar zu machen (Stichwort Metakommunikation). Voraussetzung für einen erfolgreichen Einsatz von Kommunikationstechniken ist, dass die Beteiligten damit einverstanden sind. Beim Einsatz der Kommunikationstechniken haben die Gesprächspartner:innen unterschiedliche Rollen – Gesprächsführende und Gesprächspartner:in. Der:die Gesprächsführende ist für den Einsatz der Technik verantwortlich.

Der technische Kontext

Der Begriff Kommunikationstechniken wird auch im Kontext von technischen Systemen genutzt, welche die menschliche Kommunikation unterstützen. Hier bezeichnet er Techniken für die technisch gestützte Kommunikation. Es sind Hilfsmittel, welche den Prozess der Kommunikation unterstützen, sowohl bei der Kommunikation face-to-face (z.B. Mikrofonanlage), als auch im Rahmen der Telekommunikation (Telefon, PC, Netzwerke).

Was sind Beispiele für Kommunikationstechniken?

Die bekanntesten Kommunikationstechniken sind:

  • Aktives Zuhören ist eine grundlegende Technik, mit der sich Vertrauen beim Gegenüber aufbauen lässt. Sie eignet sich daher gut zum Knüpfen und Vertiefen einer Beziehung sowie in schwierigen Kommunikationssituationen. Beim Aktiven Zuhören spiegelt ein:e Gesprächspartner:in dem:der jeweils anderen zurück, was er:sie vom Gesagten verstanden und wie es auf ihn:sie gewirkt hat.
  • Fragetechniken helfen ein Gespräch zu strukturieren und gezielt Inhalte zu erfragen und ermöglichen so eine gezielte Gesprächsführung. Bei der Anwendung von Fragetechniken werden unterschiedliche Fragekategorien genutzt, wie z.B. offene Fragen (W-Fragen) um Sachverhalte zu klären.
  • Zirkuläre Fragen bringen wieder Bewegung in festgefahrene Gesprächssituationen. Zirkuläre Fragen regen die Gesprächspartner:innen an, ihren Blick auf das Thema zu erweitern. Ein Beispiel für eine zirkuläre Frage ist: "Was würde eine gute Fee in dieser Situation tun?" (siehe dazu "Mit zirkulären Fragen festgefahrene Gespräche erfolgreich in Gang bringen")
  • Feedback geben, um dem Gegenüber eine Rückmeldung über sein Verhalten zu geben. In einem Feedback gibt ein:e Feedbackgeber:in eine Rückmeldung, wie er:sie das Verhalten der:des Feedbacknehmer:in empfunden und was es bei ihm:ihr bewirkt hat. Für das Feedbackgeben und Feedbacknehmen gibt es Regeln, mit denen dieser Prozess strukturiert wird (siehe dazu "Kritisches Feedback – annehmen statt reflexhaft abblocken").
  • Metakommunikation, also Kommunikation über die Kommunikation, zum Verständigen über und Klären von Kommunikationsstörungen. Bei der Metakommunikation wechseln die Gesprächspartner:innen die Gesprächsebene: von der Sachebene auf die Metaebene. Sie sprechen also darüber, wie sie über das Sachthema geredet haben und wie Sie ihre Kommunikation darüber verbessern können.
  • Mit Moderationsmethoden können Moderierende die Kommunikationsprozesse in der Gruppe strukturieren (z.B. in einem Workshop). Es gibt Techniken für das Sammeln von Informationen (Kartenfrage, siehe dazu ebenfalls die Methode "Moderation von Arbeitsgruppen"), das Priorisieren von Themen (z.B. Punktabfrage), das Bearbeiten von Themen (Szenario) und für Feedback (Blitzlicht). Mit Moderationstechniken werden Äußerungen visualisiert und strukturiert, um alle Informationen zu einem Thema in einem Raum präsent zu haben.
  • Das Pyramidale Präsentieren ermöglicht ein zielgruppengerechtes Aufbereiten der Inhalte. Das Grundprinzip dieser Technik ist, die Kernaussage zuerst zu präsentieren und diese dann mit Argumenten zu untermauern.

Kommunikationstrainings

Kommunikationstechniken können in Kommunikationstrainings erlernt werden. In diesen lernen die Teilnehmenden effektiv, zielführend und wertschätzend zu kommunizieren. Sie lernen sich auf ihr Gegenüber einzustellen und es zu überzeugen.

Die Zielgruppe von Kommunikationstrainings sind Führungskräfte, Projektleitende und Mitarbeitende, die ihre Kommunikation gegenüber Mitarbeitenden und der Kundschaft verbessern wollen. Die Teilnehmenden erlernen die Kommunikationstechniken durch Kurzvorträge, erfahrungsorientierte Übungen, Rollenspiel und Reflexionsrunden. Kommunikationstrainings werden sowohl als Präsenz- als auch als Online-Trainings angeboten.

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Was sind Kommunikationstechniken?

Kommunikationstechniken beschreiben Prozesse, Regeln sowie Methoden für die Gestaltung von Kommunikationsprozessen. Sie unterstützen dadurch die Kommunikation zwischen zwei oder mehreren Menschen, indem sie die Art und Weise strukturieren, wie diese Informationen austauschen.

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Was bewirken Kommunikationstechniken?

Kommunikationstechniken unterstützen die Beteiligten, sich auf die Sachebene zu konzentrieren und/oder die Beziehungsebene der Kommunikation besprechbar zu machen.

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Was sind Beispiele für Kommunikationstechniken?

Die bekanntesten Kommunikationstechniken sind Aktives Zuhören, Fragetechniken wie offene Fragen (z.B. W-Fragen) und Zirkuläre Fragen, Feedback geben und Methoden zur Moderation und Präsentation sowie Metakommunikation.

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