19
Aug 2015
Meilenstein – Der Projektmanagement-Blog

Kommunikation – unwahrscheinlich und anstrengend!

"Kommunikation ist unwahrscheinlich. Sie ist unwahrscheinlich,
obwohl wir sie jeden Tag erleben, praktizieren und ohne sie nicht leben würden. "

Niklas Luhmann, (1927-1998), deutscher Soziologe


Wenn Niklas Luhmann behauptet, dass Kommunikation unwahrscheinlich sei, klingt das schon sehr provozierend für uns Projektmanager. Schließlich wissen wir, dass Projekte zu managen zu über 90% aus Kommunikation besteht. Aber was heißt denn eigentlich "Kommunikation"? Bedeutet Kommunikation lediglich das Austauschen von Daten? Luhmann versteht unter Kommunikation offensichtlich etwas anderes: Das gegenseitige Verstehen der Menschen, die miteinander kommunizieren.

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Wenn ich so darüber nachdenke, fallen mir viele Situationen in den letzten Wochen ein, in denen ich den Eindruck hatte, entweder selbst nicht verstanden worden zu sein oder jemanden anderen nicht wirklich verstanden zu haben. Denn egal, was wir sagen oder nicht sagen, wie wir uns verhalten, was wir tun oder nicht tun – beständig schicken wir verbale oder nonverbale Botschaften an andere Menschen. Paul Watzlawick, der Kommunikationswissenschaftler schlechthin, prägte dafür den berühmten Ausspruch: "Man kann nicht nicht kommunizieren".

Was folgt daraus? Kommunikation ist eine unvermeidbare, anstrengende und anspruchsvolle Aufgabe, die beständig neue Herausforderungen mit sich bringt! Womit wir wieder bei unserer Aufgabe als Projektmanager sind: Wenn Projekte managen zu 90% Kommunikation bedeutet, dann sollten wir entsprechend viel Energie und Aufmerksamkeit auf sie verwenden, damit alle Projektbeteiligten nicht nur Informationen erhalten, sondern sich auch wirklich gegenseitig verstehen.

Besonders anspruchsvoll ist diese Aufgabe in internationalen und interkulturellen Projektteams. Tomas Bohinc zeigt in seinem Beitrag "Stolperfallen im interkulturellen Kontakt umgehen" eine Methode, wie wir als Projektleiter uns und unserem Team die kulturell bedingten Missverständnisse bewusst machen und Wege finden, diese gemeinsam mit dem Team zu überwinden – für ein tiefgehendes gegenseitiges Verständnis.

Viel Vergnügen beim Lesen und Kommunizieren wünschen Ihnen

Petra Berleb und das Team des Projekt Magazins

Lesen Sie auch in unserer Ausgabe 16/2015 vom 19.8.2015:

  • Stabile Vertrauensbasis in Kooperationsprojekten etablieren.
    Teil 1: Die Methode "Governance & Relationship Alignment"
  • Öffentliche Großbauprojekte: Erst planen, dann bauen!
  • Tipp: So gehen Sie mit "stabilen" Konflikten um
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