FORDEC

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FORDEC, FOR-DEC
FORDEC ist ein sechsstufiges Handlungsschema, um schnelle, sachorientierte Entscheidungen in komplexen Umfeldern zu treffen. In diesen Situationen gefährden u.a. eingefahrene Denkmuster das menschliche Urteilsvermögen. Um diese Gefahren zu reduzieren und die Qualität der Entscheidung zu erhöhen, trennt FORDEC bewusst die drei Analyseschritte "Facts", "Options", "Risks & Benefits" von den drei Handlungsschritten "Decision", "Execution" und "Check".
  • Ursprünglich für zeitkritische Entscheidungssituationen in der Luftfahrt
  • In Projekten für alle Entscheidungen anwendbar, die Auswirkungen auf die Projektleistung haben (z.B. Änderungsanträge, Ressourcenentscheidung, Priorisierungen)
  • allgemein für alle sachbezogenen Entscheidungssituationen anwendbar, sowohl als Einzelperson als auch für die Entscheidung im Team
  • Optional: Systematische Dokumentation von Entscheidungen
  • Generieren und Vergleichen mehrerer Optionen gegenüber intuitiven Entscheidungen
  • Minderung der Einflüsse von mentalen Fehlermechanismen (Heuristiken, kognitiven Verzerrungen)
  • Transparenz des Entscheidungsprozesses bei Entscheidungen im Team
  • Verzögerung von Entscheidungen in zeitkritischen Umgebungen durch zu lange Diskussion
  • Nichtbeachtung von Autoritätsgradienten (s. Empfehlungen) können Team-Entscheidungen zu Einzel-Entscheidungen machen
  • Bereitschaft der Entscheidungsberechtigten, sachbezogene Kriterien und ggf. die Sachkompetenz weiterer Beteiligter bei der Entscheidung zu berücksichtigen.
  • Alle Beteiligten sind sich der Notwendigkeit bewusst, dass sie eine Entscheidung treffen müssen.
Die Methode selbst erfordert keine spezifischen Qualifikationen. Die Anwender sollten über fachliche Expertise im Thema verfügen.
alle unmittelbar verfügbaren Informationen über den Kontext der zu treffenden Entscheidung
  • getroffene und ausgeführte Entscheidung
  • Analyse der Auswirkung der Entscheidung
  • FORDEC ist ein rein gedanklicher Prozess und benötigt deshalb grundsätzlich keine Materialien.
  • Für moderierte Entscheidungsprozesse im Team können geeignete Moderationsmaterialien (z.B. Pinnwand, Karten, Whiteboard u.ä.) hilfreich sein.
  • Für die evtl. Dokumentation von Entscheidungsprozessen kann eine Checkliste bzw. Formblatt sinnvoll sein.

Das menschliche Gehirn ist evolutionär dahingehend optimiert, sehr schnell ausreichend gute Entscheidungen zu liefern. Ziel einer Entscheidungsfindung ist es, eine oder mehrere Möglichkeiten gegenüber anderen Möglichkeiten zu bevorzugen. Für diesen Prozess greift das Gehirn automatisiert und teilweise unbewusst auf erworbene Erfahrungen und Muster zurück. Auf diese Weise verinnerlichen wir Entscheidungsmuster genauso wie andere Handlungsmuster wie z.B. Autofahren oder das Erkennen von Gegenständen. In komplexen Umgebungen können diese Mechanismen zu Fehlern führen, weil die Informationsverarbeitung verfälscht wird und wir unbewusst unzulässige Annahmen, Muster und mentale Modelle zur Entscheidungsfindung einsetzen.

Mentale Modelle sind modellhafte Vorstellungen, die wir aufbauen, um reale weltliche Sachverhalte und Abläufe zu erklären. Komplexe Problembereiche, dynamische Situationen und komplizierte technische Geräte stellen wir vereinfacht als mentales Modell dar. Die entstandenen Abbilder und Konzepte ermöglichen einerseits einen schnellen Umgang und schnelles Entscheiden, lassen aber andererseits zu, dass wichtige Details ausgeblendet und falsche

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Im Herbst 1992 gründeten Lufthansa und die DLR (Department of Aviation and Space Psychology) eine Arbeitsgruppe für Crew Resource Management (Soll, H et al.: Decision-Making Tools for Aeronautical Teams: FOR-DEC and Beyond, Aviation Psychology and Applied Human Factors, 2016, 6 (2), 101–112). Im Rahmen dieser Arbeitsgruppe entwickelte Hans-Jürgen Hörmann FORDEC als Entscheidungsmodell (Hörmann, H. J.: FOR-DEC - A Prescriptive Model for Aeronautical Decision Making, 21. WEAAP-Conference, Dublin, 1994). 

zur Sammlung von Fakten, Optionen, Risiken und Nutzeffekten
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