KonsenT-Moderation

English
Consent Decision Making

Die KonsenT-Moderation ist ein Entscheidungsverfahren, um im Team wirksam und auf Augenhöhe zu entscheiden. Es stammt aus dem Konzept der Soziokratie nach Auguste Compte. Statt nach vollständiger Zustimmung zu suchen, wird ein Vorschlag so lange weiterentwickelt, bis keine schwerwiegenden, begründeten Einwände mehr bestehen. Damit rücken Transparenz, geteilte Verantwortung und pragmatische Lösungen in den Vordergrund: Alle Beteiligten bringen ihre Perspektiven ein und Einwände werden als Beitrag zur Verbesserung verstanden. Getroffene Entscheidungen bleiben anpassungsfähig, wenn neue Erkenntnisse entstehen. Die KonsenT-Moderation eignet sich besonders für Teams, die ihre Entscheidungsprozesse effizienter, klarer und zugleich partizipativer gestalten möchten.

KonsenT-Methode – soziokratisch entscheiden

KonsenT-Moderation

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Consent Decision Making

Die KonsenT-Moderation ist ein Entscheidungsverfahren, um im Team wirksam und auf Augenhöhe zu entscheiden. Es stammt aus dem Konzept der Soziokratie nach Auguste Compte. Statt nach vollständiger Zustimmung zu suchen, wird ein Vorschlag so lange weiterentwickelt, bis keine schwerwiegenden, begründeten Einwände mehr bestehen. Damit rücken Transparenz, geteilte Verantwortung und pragmatische Lösungen in den Vordergrund: Alle Beteiligten bringen ihre Perspektiven ein und Einwände werden als Beitrag zur Verbesserung verstanden. Getroffene Entscheidungen bleiben anpassungsfähig, wenn neue Erkenntnisse entstehen. Die KonsenT-Moderation eignet sich besonders für Teams, die ihre Entscheidungsprozesse effizienter, klarer und zugleich partizipativer gestalten möchten.

KonsenT-Methode – soziokratisch entscheiden

Einsatzmöglichkeiten

  • Team- und Projektentscheidungen, bei denen eine hohe Akzeptanz für die spätere Umsetzung entscheidend ist.
  • Strategische oder organisatorische Entscheidungen, etwa bei der Festlegung von Vorgehensweisen, Rollen, Prioritäten oder Arbeitsregeln, da die Methode Transparenz schafft und Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt.
  • Entwicklung tragfähiger Lösungen bei Veränderungs- und Entwicklungsprozessen, die flexibel bleiben und bei neuen Erkenntnissen angepasst werden können

Die KonsenT-Moderation ist überall dort einsetzbar, wo Entscheidungen effizient, nachvollziehbar und mit breiter Zustimmung getroffen werden sollen. Sie kann in Gruppen aller Größen eingesetzt werden. Die Methode selbst ist sehr einfach und intuitiv nachvollziehbar. Der Aufwand hängt von der Komplexität der Entscheidungssituation und der Tragweite der Entscheidung ab.

Ich habe die Methode als besonders geeignet erlebt, wenn in dynamischen und komplexen Arbeitskontexte Entscheidungen zu treffen waren, die flexibel an sich verändernde Situationen angepasst werden mussten.

Ergebnisse

Getroffene Entscheidung für eine Option, die mit hoher Akzeptanz umgesetzt werden kann und gegen die es keine schwerwiegenden, begründeten Einwände gibt.

Vorteile

Die getroffenen Entscheidungen erfahren hohe Akzeptanz und stoßen kaum auf Widerstände, da alle Beteiligten ihre Perspektiven einbringen können und Einwände ernst genommen werden.
KonsenT fördert effiziente Entscheidungsprozesse, weil nicht auf vollständige Zustimmung gewartet wird, sondern nur so lange am Vorschlag gearbeitet wird, bis keine schwerwiegenden Einwände mehr bestehen.
Das KonsenT-Prinzip stärkt Transparenz und gemeinsame Verantwortung im Team.
Die Beteiligten verstehen, dass die Entscheidungen bei neuen Erkenntnissen überprüft und weiterentwickelt werden können.

Durchführung: Schritt für Schritt

Für die Durchführung des Entscheidungsprozesses gibt es in der Literatur über Soziokratie leicht unterschiedliche Darstellungen. Ich orientiere mich in dieser Methodenbeschreibung vornehmlich an: Rüther, Christian: KonsenT-Moderation. Gemeinsam effektiv auf Augenhöhe entscheiden. Ein Lehrbuch und Praxisleitfaden, 2022.

Im Hauptteil beschreibe ich die ausführliche Variante, die in sieben Phasen abläuft (Bild 1). Im Abschnitt ″Varianten″ (siehe unten) beschreibe ich die Kurzfassung sowie die soziokratische Wahl.

Phasen der vollständigen KonsenT-Moderation wie im fortlaufenden Text beschrieben
Bild 1: Langfassung der KonsenT-Moderation

Eine KonsenT-Moderation durchläuft in der Langfassung die folgenden sechs bis sieben Phasen bzw. Schritte:

Impuls

Der Impuls ist ein Anliegen, eine Idee, ein Problem oder ein Veränderungsbedarf, der eine Entscheidung erforderlich macht.

Informationssammlung

In diesem Schritt werden relevante Informationen zusammengetragen. Ziel ist es, ein gemeinsames Verständnis der Ausgangslage zu schaffen und Fakten von Meinungen zu trennen.

Meinungsbildung

Auf Basis der gesammelten Informationen bilden sich individuelle und kollektive Einschätzungen. Perspektiven werden ausgetauscht, Argumente abgewogen und erste Positionen werden sichtbar.

Vorschlag für die Entscheidung

Basierend auf der Meinungsbildung wird ein konkreter Entscheidungsvorschlag so formuliert ist, dass die Gruppe eine Entscheidung treffen kann.

Entscheidung

Die Teilnehmenden stimmen über den Vorschlag ab. Dabei gibt es drei Alternativen:

  • Es gibt keine Einwände: Der Vorschlag ist damit beschlossen und die Gruppe springt direkt zur letzten Phase des Feierns.
  • Ein oder mehrere Teilnehmende haben leichte Einwände, tragen aber die Entscheidung mit. Diese Bedenken oder Hinweise werden dokumentiert und ggf. in die Entscheidung integriert, obwohl sie die Entscheidung nicht blockieren. Auch hier ist der Vorschlag beschlossen und die Gruppe springt ebenfalls direkt zum Feiern.
  • Es liegen schwerwiegende Einwände vor, sodass ein oder mehrere Teilnehmende den Vorschlag ablehnen. In diesem Fall geht die Gruppe zum nächsten Schritt, der Integration schwerwiegender Einwände über.

Integration schwerwiegender Einwände

Falls relevante Einwände auftreten, werden sie in den Vorschlag eingearbeitet. was ggf. zu einer Anpassung oder Wiederholung einzelner Prozessschritte führt. Anschließend entscheidet die Gruppe erneut über den neuen Vorschlag. Bei Bedarf wird dieser Zyklus mehrmals durchlaufen.

Feiern

Die getroffene Entscheidung wird bewusst gewürdigt, um Verbindlichkeit und Motivation zu stärken.

Beispiel: Mehrarbeit oder Verschieben der Deadline?

Zur Veranschaulichung der KonsenT-Moderation betrachte ich eine typische Projektsituation: Ein Team ist hinter dem Zeitplan und muss entscheiden, ob es die Deadline halten möchte oder eine Verlängerung beantragt.

Kevin leitet ein Projekt zur Implementierung eines Chatbots für den Kundensupport bei einem Dienstleistungsunternehmen. Das Projekt hat weitere sieben Projektmitglieder. Alle arbeiten engagiert und verantwortungsvoll. Dies liegt vor allem daran, dass Kevin den partizipativen Führungsstil praktiziert, den er auf seinem Führungskräftetraining kennengelernt hat: Das Team entscheidet autonom – die Führungskraft hilft dem Team bei der Entscheidung, aber nimmt sie ihm nicht ab. Dies gibt dem Team sowohl großen Einfluss als auch große Verantwortung.

Nach einiger Zeit ist das Projekt weit hinter seinem Plan zurück, da viele Teammitglieder krank waren und es technische Probleme gab. Nur mit höchstem Engagement kann es noch rechtzeitig beendet werden. Das Team muss jetzt entscheiden, ob es dem Lenkungsausschuss vorschlägt, den Endtermin zu verschieben, oder ob es versucht, durch Überstunden den Termin noch zu halten. Im letzteren Fall müssen alle mitmachen, da keine anderen Ressourcen herangezogen werden können.

Um diese Entscheidung zu treffen, setzt das Team auf die KonsenT-Moderation. Kevin bringt den Entscheidungsbedarf in das Team ein. Die Moderation der Sitzung übernimmt Veronika, ein Teammitglied mit viel Moderationserfahrung.

Bereiten Sie die KonsenT-Sitzung vor!

Die KonsenT-Entscheidung wird in einem Kreis durchgeführt. Mitglieder dieses Kreises sind alle Personen, die für die jeweilige Entscheidung relevant sind, z.B. ein Team oder eine Organisationseinheit.

Zur Vorbereitung der Sitzung gehören insbesondere folgende Punkte:

  • Bestimmen Sie, welche Personen an der Entscheidung zu beteiligen sind. Die Zusammensetzung der Gruppe ist wichtig, da alle relevanten Perspektiven vertreten sein sollten, um tragfähige Einwände einbringen zu können.
  • Tragen Sie die relevanten Informationen für die Entscheidung zusammen. Beziehen Sie hierfür ggf. die Teilnehmenden mit ein.
  • Organisieren Sie einen geeigneten Raum und laden Sie die Teilnehmenden ein.
  • Stellen Sie die benötigten Arbeitsmaterialien bereit (z.B. Flipchart oder andere Visualisierungsflächen sowie Moderationsmaterial oder die technische Ausstattung bei der Remote-Durchführung)

Meiner Erfahrung nach eignet sich die Arbeit mit einem Flipchart besonders gut für Gruppen mit bis zu zehn Personen. Beschriftete Flipchart-Blätter können an den Wänden aufgehängt werden, sodass die erarbeiteten Informationen während des gesamten Prozesses für alle sichtbar bleiben.

Bei der Arbeit mit elektronischen Dokumentationsmedien, etwa PowerPoint in Kombination mit Beamer oder Bildschirm, geht dieser Effekt teilweise verloren. Für größere Gruppen ist diese Variante jedoch besser geeignet, da eine deutlich größere Visualisierungsfläche zur Verfügung steht.

Wenn Sie, z.B. bei einer Remote-Sitzung, ein Konferenztool verwenden, dann dokumentieren Sie Informationen auf einem Whiteboard. Dieses versenden Sie nach der Sitzung an die Teilnehmenden, damit sie die Entscheidung nachvollziehen können.

Ich empfehle, vor der Durchführung der KonsenT-Moderation organisatorische Dinge zu Beginn der Sitzungg zu klären. Stimmen Sie z.B. Unterbrechungen, Zuständigkeiten für Moderation und Protokoll, Zeit- und Pausenplanung sowie die Agenda ab, um klare Rahmenbedingungen für ein effizientes Arbeiten zu schaffen.

Die folgenden Schritte beschreiben den Ablauf einer KonsenT-Entscheidung. Dabei werden die oben genannten sieben Phasen durchlaufen. Jede der Phasen hat eine spezifische Funktion und trägt dadurch zur Entscheidungsfindung bei.

Einleitung und Abschluss der Sitzung beschreibe ich nicht. Hierfür können Sie die in der Methodenbeschreibung Workshop dargestellten Elemente verwenden.

Aufgabengebiete

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