Angebotskalkulation

Die Angebotskalkulation ist eine nach Kostenarten strukturierte und um verschiedene Aufschläge erweiterte Projektkalkulation. Zweck ist die Preisfindung für den Kunden, der das Projekt beauftragt.

Angebotskalkulation

Die Angebotskalkulation ist eine nach Kostenarten strukturierte und um verschiedene Aufschläge erweiterte Projektkalkulation. Zweck ist die Preisfindung für den Kunden, der das Projekt beauftragt.

Zur verlässlichen Preisfindung ist im Vorfeld der Angebotskalkulation eine genaue Auftragsklärung erforderlich, da für den Kunden ein verbindlicher Preis angeboten werden soll. Die geforderte LeistungLeistungLeistung im allgemeinen Sprachgebrauch des Projektmanagements ist der den vereinbarten Anforderungen genügende und monetär bewertete Output eines Projektprozesses. muss konkret definiert sein, um die Kalkulation zu erstellen.

Aufbau und Inhalt einer Angebotskalkulation

Die Angebotskalkulation hat eine feste Struktur und weist Herstellkosten, Selbstkosten und Angebotspreis für das Projekt aus. Sie setzt sich aus den folgenden Positionen zusammen:

Positionen einer Angebotskalkulation. Nicht für die Angebotskalkulation benötigte Positionen können einfach weggelassen werden.
Position
Materialkosten: Rohstoffe und Bauteile, falls es sich beim LiefergegenstandLiefergegenstandFür den PMBOK(R) Guide besitzt der Begriff "deliverable" einen zentralen Stellenwert. Er bezeichnet ein "eindeutiges und überprüfbares Produkt oder Ergebnis oder eine Dienstleistung, das/die hergestellt bzw. erbracht werden muss, um einen Prozess, eine Phase oder ein Projekt abschließen zu können." um ein Produkt handelt, das im Projekt hergestellt werden soll. Dazu werden auch Zuschläge für Materialgemeinkosten aufgerechnet bzw. in die Kosten mit eingerechnet.
Fertigungskosten: Kosten für die Herstellung von Produkten (auch Prototypen). Darin sind ebenfalls Gemeinkostenzuschläge mit enthalten.
Fremdleistungskosten: Dieser Posten enthält die Dienstleistungen von Unterlieferanten, die Veredelung (z.B. bei Produkten), Bauleistungen oder auch geleistete Stunden (etwa die Erstellung von Konzepten bzw. technischen Zeichnungen, die Durchführung von Moderationen oder auch künstlerische Honorare). Meist basieren diese Kosten auf Angeboten der Unterlieferanten.
Eigenleistungen: Diese Leistungen werden durch den Projektaufwand in Stunden bzw. Personentagen (PT) errechnet. Sie werden normalerweise nach der Auftragsklärung anhand des Projektentwurfs geschätztGeschätztAttribut für alle messbaren Größen im Projekt, insbesondere Zeit- und Kostengrößen, das den Wert der Größe als Prognose kennzeichnet. Bei der Projektplanung sind die geschätzten Werte Basis für die Projektkalkulation und die Terminplanung. Aus ihnen entstehen dann die geplanten Werte, die im Basisplan die Vorgabe für die Projektabwicklung bilden. und mit den eigenen Stundensätzen bewertet, um den Angebotspreis dafür zu erhalten.
Sonstige Kosten: Weitere projektspezifische Kosten, die zur Erstellung des geforderten Liefergegenstandes notwendig sind (wie etwa für Versicherungen, Reisekosten, Fracht oder auch Schulungskosten).
Herstellkosten (Summe der bisherigen Positionen)
Gemeinkostenzuschläge – dies sind in erster Linie Zuschläge für Verwaltung, Vertrieb und Versand. Weitere Zuschläge (für Gewährleistungen oder RisikoRisikoRisiko ist ein eventuelles, hinsichtlich Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung bewertetes, zukünftiges Ereignis, das bei seinem Eintreten ursächlich eine Abweichung der Ist-Daten von den Plandaten bewirken würde.) sind branchenbezogen üblich.
Selbstkosten (Herstellkosten + Gemeinkostenzuschläge)
Gewinnaufschlag: Marge für den Gewinn
Skonto, Provision, Rabatt: Diese zusätzlichen Aufschläge werden bei Bedarf auf den Selbstkostenpreis vorgenommen, um zu erwartende Ertragsminderungen damit abzufangen bzw. für Preisverhandlungen einen Spielraum zu erhalten.
Angebotspreis

Erläuterungen und Kommentar

Die Unsicherheit bei der Vorkalkulation von Projekten kann zu falschen bzw. zu niedrig kalkulierten Preisen führen, da spezielle Projektrisiken nicht in der Kalkulation abgebildet sind. Eine hohe QualitätQualitätQualität ist der zentrale Begriff des Qualitätsmanagements und wird dort äußerst differenziert diskutiert. Für die Praxis im Projektmanagement ist es wichtig zu verstehen, dass "Qualität" durch vier Aspekte beschrieben ist: Die Einheit (engl.: entity), d.h. der Gegenstand der Betrachtung Die konkrete Beschaffenheit der Einheit (engl.: totality of characteristics and their values) Die Anspruchsklasse, nach der die Einheit bewertet wird Die Qualitätsforderung, an der die Beschaffenheit gemessen wird der für die Projektkalkulation durchgeführten AufwandsschätzungAufwandsschätzungAufwandsschätzung wird in drei Bedeutungen verwendet: Das Erstellen einer Prognose über den Aufwand, der erforderlich ist, um eine Aufgabe durchzuführen oder ein Produkt herzustellen Methode, um Aufwände zu prognostizieren Schätzwert für einen Aufwand ist maßgeblich für einen belastbaren Angebotspreis, löst aber nicht alle Unwägbarkeiten auf. Für die Angebotskalkulation gibt es daher branchenübliche Gestaltungsmöglichkeiten. Wenn etwa Materialpreise stark schwanken, können sie zwischen den Vertragsparteien auch erst zum ZeitpunktZeitpunktIn der Netzplantechnik wird mit " Zeitpunkt " ein Punkt auf einer frei gewählten Zeitachse bezeichnet, solange diese noch nicht auf die Echtzeit abgebildet ist. der tatsächlichen Beschaffung festgelegt werden.

Die angebotenen Eigenleistungen (in PT) enthalten zum Zeitpunkt der Angebotserstellung meist Unsicherheiten, die nicht zu vermeiden sind. Daher ist die Verwendung von Kontingenten (etwa für die Anzahl der PTs, die auch gedeckelt werden können) durchaus üblich. Grundsätzlich empfehlenswert ist, ein Risikobudget zu berechnen und dies in die Kalkulation einzubauen. Ebenso ist die Hinzunahme eines Kontingents für ein Änderungsbudget je nach ProjektgegenstandProjektgegenstandProjektgegenstand ist der durch das Projekt zu erbringende Leistungsumfang . durchaus sinnvoll. Falls eine Festvergütung vereinbart wird, besteht für den AuftragnehmerAuftragnehmerDer Auftragnehmer ist Verkäufer eines Produkts oder einer Dienstleistung. Er ist Vertragspartner des Auftraggebers, der die im Lastenheft spezifizierte Leistung kauft. keinerlei Flexibilität mehr bei der ProjektsteuerungProjektsteuerungProjektsteuerung ist die wichtigste Aufgabe des Projektmanagers während der Projektdurchführung und umfasst alle Tätigkeiten, die darauf abzielen, die Ist-Werte des Projekts (z.B. Termine, Kosten, Ergebnisse) innerhalb der gesetzten Toleranzen möglichst nahe an den Planwerten zu halten., was deutlich risikoreicher ist.

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