Kostenrahmen

Kostenrahmen bezeichnet die Obergrenze des (genehmigten) Projektbudgets. Er stellt das Pendant zum Zeitrahmen eines Projekts dar. Mit Freigabe des Projektauftrags durch Auftraggeber oder Lenkungsausschuss wird der Kostenrahmen als und damit der finanzielle Spielraum im Projekt verbindlich festgesetzt.

Kostenrahmen im Bauprojektmanagement

Im Bauprojektmanagement bezeichnet der Kostenrahmen die während der Grundlagenermittlung geschätzten Baukosten, die auf noch unvollständigen Informationen basieren. In der DIN 276-1:2006-11 ist die Festlegung des Kostenrahmens die erste der fünf Stufen der Kostenermittlung im Bauprojekt mit dem Ziel, eine Grundlage für die Entscheidung über die Bedarfsplanung sowie die Basis für die Festlegung der Kostenvorgabe zu liefern. Der Kostenrahmen wird also noch vor der endgültigen Kostenschätzung ermittelt.

Erläuterungen und Kommentar

Der Kostenrahmen wird in den Projektmanagementnormen und –richtlinien teilweise erwähnt, jedoch nicht einheitlich definiert. In der DIN 69901-5:2009 "Projektmanagement – Projektmanagementsysteme – Teil 5: Begriffe" wird der Kostenrahmen im Sinne einer geplanten, verbindlichen Obergrenze für die Projektkosten definiert. Im Sprachgebrauch wird der Begriff sehr unterschiedlich verwendet. Daher ist eine Klärung des damit beschriebenen Sachverhalts zu empfehlen, wenn aus dem Zusammenhang nicht eindeutig hervorgeht, was unter dem Begriff Kostenrahmen zu verstehen ist.

Geläufig ist etwa die Formulierung "ein Projekt liegt (nicht) im Kostenrahmen", um den Status eines Projekts zu einem bestimmten Zeitpunkt zu beschreiben. Dabei ist die Perspektive auf die Einhaltung des geplanten Projektbudgets (anhand einer Vorausschau auf noch zu erwartende Restkosten) ebenso üblich wie die Perspektive auf die aktuellen Istkosten im Vergleich zu den geplanten Kosten.

Im Vorfeld einer Auftragserteilung, insbesondere bei externen Projekten, kann Kostenrahmens einerseits auch die vom Auftraggeber grob gesteckte Budgetobergrenze und andererseits den ersten Kostenvoranschlag des Anbieters bezeichnen. Dabei werden darunter meist diejenigen Kosten bezeichnet, die dem Auftraggeber durch das Projekt voraussichtlich maximal entstehen werden. Diese können auch Gemeinkostenzuschläge und Gewinnaufschläge enthalten.

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