Istkosten

Die Istkosten sind die tatsächlich angefallenen, gesamten Kosten eines Projekts, Teilprojekts, Arbeitspakets oder Vorgangs zu einem bestimmten Stichtag. Dabei ist nicht der Zahlungsfluss ausschlaggebend, sondern die Verwendung der entsprechenden Ressourcen im Projekt.

Beispielsweise zählt das vereinbarte Honorar für einen Unterauftragnehmer mit Abnahme seiner Leistungen bereits voll zu den Istkosten, auch wenn die Rechnung erst später bezahlt wird. Umgekehrt belasten Investitionsgüter das Projekt lediglich mir ihrer Abschreibung, auch wenn sie im Laufe des Projekts angeschafft wurden. Zu den Istkosten zählen ferner Gemeinkosten wie z.B. Raumkosten oder Verwaltungsumlagen, vorausgesetzt, dass dies in der Kalkulation entsprechend festgelegt wurde.

Die Istkosten sind aus der Buchhaltung in der Regel nur mit erheblicher Zeitverzögerung zu erhalten und dann auch oft mit einer nicht korrekten Zeitzuordnung, da der Buchungstag meist nicht Datum des Kostenanfalls ist. In der doppelten Buchführung zählt der Rechnungseingang als Datum des Kostenanfalls, bei der Einnahme-Überschuss-Rechnung die tatsächliche Bezahlung, aus Projektsicht gilt aber das Datum der Leistungserbringung. Deshalb muss für ein effektives Projekt-Controlling eine mitlaufende Kalkulation geführt werden, in der die anfallenden Kosten nach den Anforderungen der Projektkostenträgerrechnung erfasst werden.

Die Istkosten sind wichtigste Datenbasis für alle Controlling-Methoden. Die einfachste ist die Überwachung des Budgetausschöpfungsgrades, was allerdings keine effektiven Steuerungsmaßnahmen zulässt. Am weitesten verbreitet ist in der europäischen Projektkultur der Soll-Ist-Vergleich bzw. Plan-Ist-Vergleich. International, vor allem in den USA, gehen die Istkosten unter der Bezeichnung "Actual Cost" in die Earned Value Analyse ein.

Relevante Beiträge im Projekt Magazin
von Ignatz Schels
4 Bewertungen
3.5
2 Kommentare
Wenn es um PM-Software geht, ziehen viele Projektarbeiter das Tabellenkalkulations-Programm Microsoft Excel komplexen und damit schulungsintensiven PM-Systemen vor. Ignatz Schels zeigt Ihnen, wie Sie Excel für die Planung und Fortschrittskontrolle kleiner bis mittlerer Projekte verwenden können. In diesem ersten Beitrag der zweiteiligen Artikelserie erfahren Sie, wie Sie einen funktionellen Projektplan in Excel anlegen. Dieser bildet die Grundlage für die spätere Kosten- und Terminüberwachung.
von Cornelia Niklas
7 Bewertungen
3.285715
0 Kommentare
Ein elementarer Bestandteil des Projektcontrollings ist das Kostencontrolling. Es hilft dabei, das Projekt im Rahmen des vorgegebenen Kostenbudgets zu halten und liefert frühzeitig Hinweise, wenn etwas "aus dem Ruder" läuft. Cornelia Niklas erläutert im ersten Teil dieses zweiteiligen Beitrags, welche Systematik dem Kostencontrolling zugrunde liegt und stellt anhand von anschaulichen Praxisbeispielen die wichtigsten Kenngrößen vor, die in der Praxis zum Einsatz kommen.
von Cornelia Niklas
3 Bewertungen
2.333335
1 Kommentar
Die Istkosten im Projekt richtig zu erfassen, fällt vielen Mitarbeitern nicht leicht – besonders wenn im Unternehmen nur selten Projekte durchgeführt werden. Fehlerhafte und fehlende Buchungen gehören zum Projektalltag. Häufig müssen die grundlegenden organisatorischen Voraussetzungen und ein durchgängiges Erfassungssystem erst noch geschaffen werden. Wie ein Projektleiter die Weichen hierfür stellt und welche Regeln Projektmitarbeiter bei der Zuordnung von Kosten zu einem Projekt befolgen sollten, zeigt Cornelia Niklas im vierten Teil ihrer Artikelserie.
Alle relevanten Beiträge anzeigen
Tech Link