Six Sigma

Six Sigma ist ein systematisches Vorgehen zur Prozessverbesserung unter Anwendung analytischer und statistischer Methoden. Six Sigma zeichnet sich durch seinen mathematischen Ansatz aus: Diesem zufolge kann jeder Geschäftsprozess als eine mathematische Funktion beschrieben werden.

Six Sigma

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Was ist Six Sigma?

Six Sigma ist ein Vorgehensmodell des Qualitätsmanagements zum Eliminieren von Abweichungen. Sigma steht dabei für den griechischen Buchstaben, mit dem die Standardabweichung in einer statistischen Normalverteilung der gauß’schen Glockenkurve bezeichnet wird. Die Namensgebung beschreibt die Zielvorgabe, die unvermeidbare Variation in der Qualität des Produkts oder eines Prozesses so zu reduzieren, dass sie nur noch ein Sechstel der erlaubten Abweichung beträgt. Dies bedeutet, dass auf 1 Million Produkte (oder Dienstleistungen) nur noch 3 bis 4 Fehler auftreten dürfen.

Mit Six ist die Zahl sechs gemeint und damit wird angezeigt, dass die betrachteten Werte, sprich die Qualitätsziele, innerhalb der sechsfachen Standardabweichung, positiv oder negativ, vom arithmetischen Mittelwert liegen müssen.

Zentrale Ziele bei Six Sigma sind die Qualitätsverbesserung und Erhöhung der Effizienz von Prozessen, durch Kosteneinsparung und Vermeidung von Verschwendung, wie beispielsweise Ausschuss bei der Produktion oder überproportionaler Ressourceneinsatz. Beides dient zur Steigerung sowohl der Wertschöpfung als auch der Kundenzufriedenheit durch hochwertigere oder preiswertere Produkte und Dienstleistungen. Das soll durch einen nahezu fehlerfreien Prozessablauf erreicht werden. So sollen maximal 3,4 Fehler auf eine Million Geschäftsvorgänge vorkommen.

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Wie funktioniert Six Sigma?

Sparsamer Ressourceneinsatz

Der Gedanke, die Produktqualität zu verbessern und Verschwendung zu vermeiden, ist bereits relativ alt. Doch erst im Rahmen der industriellen Fertigung und der Massenproduktion wurde er wirtschaftlich bedeutend. Gerade in Krisenzeiten wurde verstärkt auf den sparsamen Einsatz von Ressourcen geachtet.

Dies traf insbesondere zu auf Japan in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als das Land wenig Zugang zu Rohstoffen hatte und von den USA wirtschaftlich isoliert wurde. Japan wurde in dieser Zeit Vorreiter des Qualitätsmanagements. Das beste Beispiel dafür ist Toyota: Der Automobil-Hersteller setzt noch heute Maßstäbe in der industriellen Fertigung, u.a. dank seiner Managementstrategie Lean Management und des Just-in-Time-Prinzips.

Auch Six Sigma hat seinen Ursprung in Japan. Wichtige Bausteine dafür wurden bereits in den 1970er Jahren geschaffen und in den 1980er Jahren bei Motorola weiterentwickelt. 1987 erhielt das Konzept seinen Namen und begann seinen internationalen Siegeszug, u.a. in den USA bei General Electric.

Ursächlich für den Erfolg ist, dass Six Sigma im Vergleich zu anderen Qualitätsmanagementansätzen nicht nur einen Rahmen vorgibt, sondern hohe Anforderungen an ein Unternehmen und die Organisation stellt. Der Ansatz liefert zudem Methoden zur detaillierten Umsetzung.

Six Sigma hat sich über die Zeit von einem auf statistischen Verfahren beruhenden Tool der Prozesssteuerung zu einer etablierten und bewährten Methode der Prozessverbesserung und damit des Qualitätsmanagements entwickelt. Six Sigma wird eingesetzt, um die Effizienz der Prozesse zu steigern, sowie die Wertschöpfung in der Produktionskette und damit die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen.

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Six Sigma und die Statistik

Die mathematische Grundlage für Six Sigma ist die gauß’sche Normalverteilung. Sie bildet ab, wie Messwerte von einem Mittelwert abweichen. Die meisten Messwerte befinden sich in einem Bereich nahe um den Mittelwert und nur einzelne sind weit davon entfernt. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Messwert stark von einem Mittelwert abweicht, ist also gering. Die Wahrscheinlichkeit sinkt mit der Höhe der Abweichung. Ein Maß dafür ist Sigma.

Ein Beispiel vom Obststand: Eine durchschnittliche Banane wiegt etwa 150g. Mal sind es 20g mehr, mal 20g weniger. Das trifft auf 68,27% aller Bananen zu. Wenn eine Banane also 170g wiegt, liegt sie damit noch in der Sigma-Umgebung der Normalverteilung. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Banane 230g wiegt, ist dagegen sehr gering; dies würde einer Abweichung von der Normalverteilung von drei Sigma entsprechen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Gewicht einer Banane um drei Sigma vom Durchschnittsgewicht abweicht, liegt damit bei 0,27%.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Messwert um sechs Sigma abweicht, beträgt bei der Normalverteilung sogar nur 0,0000001973%. Six Sigma geht davon aus, dass es beim Mittelwert oder Sollwert eine nicht zu vermeidende Abweichung von 1,5 Sigma geben kann, sodass immer nur eine Qualität von 99,99966%, sprich 4,5 Sigma, gefordert wird. Das bedeutet für das Qualitätsmanagement, dass ein Unternehmen sicherstellen muss, dass bei zehn Millionen Produkten oder Arbeitsvorgängen nur 34 fehlerhaft sein dürfen. Dieses Qualitätsniveau erfordert extrem hohe Anstrengungen.

Der DMAIC-Zyklus

Six Sigma-Projekte folgen immer dem DMAIC-Zyklus. DMAIC steht für die Anfangsbuchstaben der fünf Phasen: 1. Definieren (Define), 2. Berechnen und Messen (Measure), 3. Analysieren (Analyze), 4. Verbessern (Improve) und 5. Kontrollieren/Überwachen (Control). Die Aufgaben innerhalb der Phasen bauen schrittweise aufeinander auf:

  1. Zunächst gilt es, das Problem sowie die entsprechende Kennzahl zu definieren und das Projektziel zu beschreiben.
  2. Anschließend wird die aktuelle Prozessleistung berechnet, die Datenerfassung geplant und die Messung durchgeführt.
  3. Dann werden die erhobenen Daten analysiert und Hypothesen aufgestellt sowie statistisch geprüft, womit Ursachen bewiesen werden können.
  4. Im Anschluss sucht man Verbesserungsmaßnahmen, bewertet diese und setzt sie um. Die ausgewählten Maßnahmen werden getestet und verfeinert.
  5. Diese Maßnahmen werden in den Kontrollprozess übergeben und das Projekt sowie die erzielten Ergebnisse dokumentiert.

Six Sigma im Qualitätsmanagement

Six Sigma ist in vielen Unternehmen ein bewährtes und wirksames Mittel für das Qualitätsmanagement. Denn dabei geht es nicht nur darum, fehlerhafte Produkte zu identifizieren und auszusortieren, bevor sie beim Kunden landen. Stattdessen sollen die Ursachen für mögliche Fehler gefunden und beseitigt werden. Six Sigma setzt also direkt bei den Prozessen, Abläufen und Tätigkeiten im Unternehmen an.

Optimieren Unternehmen mit Six Sigma ihre Prozesse, dann können daraus weitere positive Effekte erzielt werden. So werden die Kosten verringert, die Abläufe beschleunigt und Kunden zufriedengestellt. Mit Six Sigma werden dazu alle Prozesse besonders intensiv durchleuchtet, Abweichungen exakt gemessen und Verbesserungen konsequent umgesetzt.

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Reduzieren Sie Qualitätskosten und erhöhen Sie Erträge! Verschwenden Sie weder Zeit noch Geld! Planen Sie die Prozesse der Qualitätssicherung passgenau für Ihr Projekt, sodass Sie Fehler minimieren und die Auftraggeber:innen zufrieden stellen können!

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Six-Sigma-Werkzeuge und 7x7 Toolbox

Für die Arbeit nach dem Six Sigma-Konzept werden eine Fülle von verschiedenen Werkzeugen zur Verfügung gestellt. Im Toolkasten von Six Sigma sind 7x7 Werkzeuge so strukturiert, dass alle Aufgaben abgedeckt werden, die im Rahmen von Six Sigma im Unternehmen anfallen. Es lassen sich Werkzeuge finden für: die Kundenanalyse, das Projektmanagement, die Prozessanalyse, für Planungs- und Entscheidungstechniken, das Design von Prozessen, die Grafik und Darstellung sowie für die Statistik für Analyse und Steuerung.

Lean Six Sigma

Es gibt einen engen Zusammenhang zwischen Six Sigma und dem Lean-Management. Bei beiden Konzepten geht es darum, Verschwendung zu vermeiden und Fehler sowie Mängel grundsätzlich zu beseitigen, um Kosten zu sparen und schnell zu sein. Während Six Sigma das Augenmerk auf einen einzelnen Prozess legt, geht es beim Lean Management vor allem um die Mitarbeitenden, die Reduzierung von Kosten und die Vereinfachung von Abläufen. Der Blick wird beim Lean Management zudem überbetrieblich von der Wertschöpfung bis hin zum Lieferanten gerichtet. Wenn man die Konzepte des Lean-Managements mit Six Sigma kombiniert und Methoden aus beiden Konzepten einsetzt, ergeben sich weitere Potenziale für eine exzellente Qualität und Effizienz.

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Lean Sigma ist ein projektorientierter Managementansatz, der Aspekte aus dem Lean Management und Six Sigma kombiniert. Trotz hoher Investitionskosten bei der Einführung versprechen Lean-Sigma-Projekte schnelle und hohe Rentabilität. Markus H. Dahm und Christoph Haindl stellen Ihnen die Grundzüge von Lean Sigma vor und beschreiben, wie Sie damit Nutzen für Ihr Unternehmen erzielen.

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Welche Aufgaben & Rollen gibt es?

Bei Six Sigma-Projekten werden allen Beteiligten feste Rollen zugeordnet. Dadurch lassen sich die Aufgaben und Befugnisse klar definieren. Um die Qualität der Projekte sicherzustellen, sollten diese von ausgebildeten Mitarbeitern durchgeführt werden. Es gibt eine Vielzahl an Angeboten zur Ausbildung und Zertifizierung in Six Sigma. Die Rollen bei Six Sigma orientieren sich dabei an den Hierarchien und Farben japanischer Kampfsportarten:

  • Champion: Auftraggeber:in für das Projekt und oftmals Prozesseigner.
  • Master Black Belt: unterstützt danke hoher Erfahrung mehrere Projekte als Coach, Trainer und Ausbilder.
  • Black Belt: Leitet regelmäßig Six Sigma-Projekte als Projektmanager und hat Erfahrungen in der Anwendung.
  • Green Belt: Leitet ein Six Sigma-Projekt im eigenen Bereich, unter Aufsicht eines Black Belt.
  • Yellow Belt: Optionale Rolle in manchen Firmen, die aufgrund geringer Erfahrung lediglich unterstützend wirkt

 

 

 

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