Expertenbefragung

English
Expert Survey, Expert Interview

Die qualitative Methode Expertenbefragung ermittelt Wissen, das anderweitig nicht verfügbar ist, in Interviews mit Fachleuten. Diese Fachleute können formelle Experten sein, die aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer Organisation ausgewählt werden, die das betreffende Fachgebiet vertritt. Informelle Experten sind Personen, die unabhängig von Ihrer formalen Tätigkeit als Wissensträger gelten, z.B. durch öffentliche Anerkennung. Das abgefragte Wissen kann Betriebswissen, Deutungswissen oder Kontextwissen sein. Expertenbefragungen werden in der Regel anhand eines flexibel handhabbaren Leitfadens grundsätzlich in einem persönlichen Interview geführt, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Falls dies nicht möglich oder zu aufwendig ist, können die Befragungen auch telefonisch oder schriftlich erfolgen. 

Expertenbefragung

Expertenbefragung

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Expert Survey, Expert Interview

Die qualitative Methode Expertenbefragung ermittelt Wissen, das anderweitig nicht verfügbar ist, in Interviews mit Fachleuten. Diese Fachleute können formelle Experten sein, die aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer Organisation ausgewählt werden, die das betreffende Fachgebiet vertritt. Informelle Experten sind Personen, die unabhängig von Ihrer formalen Tätigkeit als Wissensträger gelten, z.B. durch öffentliche Anerkennung. Das abgefragte Wissen kann Betriebswissen, Deutungswissen oder Kontextwissen sein. Expertenbefragungen werden in der Regel anhand eines flexibel handhabbaren Leitfadens grundsätzlich in einem persönlichen Interview geführt, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Falls dies nicht möglich oder zu aufwendig ist, können die Befragungen auch telefonisch oder schriftlich erfolgen. 

Expertenbefragung

Einsatzmöglichkeiten

  • Generell bei allen Aufgaben, die zu ihrer Bearbeitung Spezialwissen über Sachverhalte erfordern
  • Ermittlung von "Insiderwissen", d.h. nicht dokumentiertem oder nicht öffentlich zugänglichem Wissen
  • Behandlung zukunftsweisender Themen (z.B. Technologiefrüherkennung), bei denen noch kein gesichertes Wissen dokumentiert ist
  • Rekonstruktion komplexer Wissensbestände, die nicht oder nicht ausreichend dokumentiert sind

 

Ergebnisse
  • dokumentierte Antworten auf die Fragen des Leitfadens
  • qualitative (evtl. quantitative) Informationen zum Thema
  • weitere Aspekte zum Thema, z.B. Hypothesen zur Auswertung oder Verweise auf andere Wissensgebiete
  • ausgewertete Gesprächsdaten
  • Bericht mit aufbereiteten Informationen für die weitere Bearbeitung der Aufgabenstellung
Vorteile
Das Interview liefert umfangreiche und tiefgehende Informationen, da die Antworten im Interview direkt hinterfragt und vertieft werden können.
Die Informationen sind nicht durch dritte Faktoren (z.B. redaktionelle Bearbeitungen) verfälscht, da die befragten Fachleute im direkten Kontakt unbeeinflusste und offene Antworten geben können.
Die direkte persönliche Atmosphäre bei der Befragung steigert die Bereitschaft der Befragten, Informationen zu teilen.
Grenzen, Risiken, Nachteile
Die Vorbereitung ist umfangreich (Leitfadenerstellung, Auswahl der Experten, Durchführung und Auswertung)
Das Ergebnis hängt sehr von einer guten Auswahl und der Kommunikationsfähigkeit der Experten ab.
Das Datenmaterial kann, wie bei allen qualitativen Erhebungsmethoden, unscharf sein und muss weiter analysiert werden.
Voraussetzungen

Es muss eine ausreichende Zahl von Experten zur Verfügung stehen, die zur Teilnahme an einem Interview bereit sind.

Qualifizierung

Der Interviewer muss Erfahrung mit non-direktiver Gesprächsführung besitzen und den Umgang mit offenen Fragen beherrschen. Er muss sich vorab in das Gebiet einarbeiten, braucht aber nicht selbst Experte im Thema zu sein.

Benötigte Informationen
  • Dokumentierter und definierter Informationsbedarf zum behandelten Thema
  • Dokumentation der jeweiligen Fachsprache mit ihren Fachbegriffen (z.B. Glossar oder Fachlexikon)
  • Liste möglicher formeller und informeller Fachleute
  • Spezialwissen der befragten Personen
Benötigte Hilfsmittel
  • Hilfsmittel zur Durchführung der Befragung (z.B. Aufnahmegerät, Notizblock)
  • Methoden und Werkzeuge für die Auswertung (z.B. statistische Verfahren, Software für Tabellenkalkulation)
  • Medien und Werkzeuge zur Dokumentation der Auswertung
Herkunft

Die Expertenbefragung ist eine Erhebungsmethode, die zu den qualitativen Methoden der Sozialforschung gehört. Die Soziologen Noelle-Neumann und Petersen (Noelle-Neumann, Elisabeth und Petersen, Thomas: Alle, nicht Jeder. Einführung in die Methoden der Demoskopie, dtv, München, 1996) datieren den Ursprung der sozialwissenschaftlichen Befragung auf das Ende des 18. Jahrhunderts. (siehe Abschnitt "Erfinder/Herkunft" bei Methode Befragung).

Durchführung: Schritt für Schritt

Aus Gründen der einfacheren Lesbarkeit wird im Folgenden nur noch die grammatikalisch männliche Form (Experte, Interviewer) verwendet. Es sind dabei aber stets Personen jeden Geschlechts gemeint.

Die Expertenbefragung stellt eine spezielle Form der Befragung dar. Ergänzend können Sie die Methode Befragung hinzuziehen.

Die Befragung der Experten kann mehr oder weniger stark standardisiert sein. Es empfiehlt sich jedoch, eine offene Interviewform einzusetzen und mit Hilfe eines vorher erstellten Leitfadens das Gespräch zu strukturieren. Dieser Leitfaden dient dabei dem Interviewer gleichzeitig als Gedächtnisstütze.

Schritt 1: Definieren Sie das Ziel der Befragung!

Definieren Sie das Ziel der Befragung in Form einer Leitfrage und formulieren Sie es schriftlich. Beispiele für Befragungsziele sind:

  • Was sind die Ursachen der Kostenüberschreitungen und Verzögerungen in Entwicklungsprojekten?
  • Welche neuen Lichttechnologien werden in den nächsten 5-10 Jahren zur Verfügung stehen?
  • Welche Auswirkungen hat die demografische Entwicklung auf die Struktur der Innenstädte?
  • Wie wird sich das Thema Elektromobilität entwickeln?

Analysieren Sie ausgehend vom Ziel der Befragung, welches spezifische Wissen Ihnen fehlt, das zur Beantwortung dieser Leitfrage nötig ist. Dazu können Sie z.B. die Methode Mind Mapping einsetzen. Gliedern Sie die fehlenden Informationen in Themenblöcke. Hinterfragen Sie auch bekannte aber unsichere Informationen, um Ihren Wissensstand zu aktualisieren.

Praxistipps ...

Varianten ...

Aufgabengebiete

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Guest

sehr gute Didaktik ... klar und verständlich