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27.06.2024
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Der Begriff Coaching steht für eine strukturierte, gleichberechtigte und partnerschaftliche Beratung zwischen Coach und Coachee. Letzterer beauftragt das Gespräch, um eine Unterstützung bei der Lösung eines Problems oder einer Fragestellung zu erhalten. Der Coach gibt Feedback, regt Perspektivenwechsel an und unterstützt seine Klientin bzw. seinen Klienten so dabei, sich neu zu orientieren. 

Dieser Glossareintrag konzentriert sich auf das im Projektmanagement eingesetzte Business Coaching. Dies umfasst die Begleitung und Unterstützung von Personen mit Führungs- und Steuerungsfunktionen und generell ein Coaching im beruflichen Kontext.

Davon zu unterscheiden ist das Personal oder Life Coaching, bei dem die Beratung Themen wie Partnerschaft, Familie und Work-Life-Balance umfasst. Ein weiteres Feld für Coaching ist der medizinische Bereich: Hier hilft der Coach den Patient:innen dabei, mehr Verantwortung für ihren Heilungsprozess zu übernehmen. Ebenfals als Coach werden Trainer:innen im Sport bezeichnet.

Nutzen und Kosten von Coaching

Coaching ist Hilfe zur Selbsthilfe. Anhand der Beratung entwickelt der Coachee die Fähigkeit, sein Problem selbst zu lösen oder seine Kompetenzen so zu erweitern, dass er seinen beruflichen Herausforderungen besser gewachsen ist. Ein Business Coaching kann z.B. folgende Verbesserungen bringen: verbesserte Führungskompetenz, erhöhte Selbstreflexion und Kritikfähigkeit, Stressabbau und emotionale Entlastung.

Ein Coach kann vorhandene Begabungen wecken, Impulse geben und die fachliche wie persönliche Entwicklung des Coachees unterstützen. Bei der Problemlösung ist der Coachee jedoch gefordert; er kann seine Schwierigkeiten nur lösen, indem er aktiv an der Veränderung mitarbeitet.

In der Regel dauert ein Coaching etwa zehn Sitzungen. Pro Stunde berechnen Coaches im Durchschnitt 150 Euro. Ein beruflich begründetes Coaching kann bei der Einkommenssteuer geltend gemacht werden.

Ein passendes Business Coaching für die eigene Problemstellung zu finden, ist oft schwierig. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie ein klares Ziel definieren und in drei Schritten den passenden Coach finden – inkl. Checkliste für den Coaching-Vertrag.

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Arten von Coaches und Coaching

Arten von Coaches

Beispielhaft sind nachfolgend unterschiedliche Arten von Coaches beschrieben.

Externe Coaches: Sie werden in der Regel vom Unternehmen für die Begleitung von Mitarbeitenden engagiert. Sie sind vom Unternehmen unabhängig und können daher eine neutrale Sichtweise in die Beratung einbringen.

Coach zur Lebensberatung: Hier beauftragt der Coachee den Coach für eine ihn betreffende berufliche oder private Fragestellung.

Agiler Coach: Dies ist ein Coach, der in Unternehme in agilen Kontexten tätig ist. Er agiert oft auch als Trainer und Consultant (siehe dazu unseren Glossarbegriff Agiler Coach).

Interne Coaches: Diese sind bei der Personalabteilung oder in einem eigenen Unternehmensbereich angesiedelt und besitzen großes Wissen zu internen Strukturen und Vorgängen.

Coaching durch Führungskräfte: Führungskräfte, die sich Coaching-Methoden angeeignet haben, können Coaching als Führungsinstrument anwenden.

Executive Coaches: Bei dieser Form des Coachings übernimmt der Coach die persönliche Beratung der Führungskraft. Er hilft, Probleme aufzuarbeiten, neue Perspektiven zu eröffnen und neue Kompetenzen zu entfalten.

Arten von Coaching

Für Coaching gibt es viele Anlässe und aus diesem Grund haben sich viele Arten von Coaching herausgebildet, die sich in die folgenden beiden Kategorien einteilen lassen:

Zielberatung: Hierbei geht es vorwiegend um eine vorausschauende Hilfe. Der Coach unterstützt den Coachee dabei, seine Potenziale auszuschöpfen, seine Arbeitsweise zu verbessern oder Krisen vorzubeugen.

Problemberatung: Bei dieser Form von Coaching beauftragt der Coachee den Coach ihm dabei zu helfen, eine Lösung für ein bestimmtes Problem zu finden. Hier ist der Coach Problem- und Krisenberater

Bild 1 zeigt, dass sich Coaching auf die Potenzialaktivierung konzentriert, aber in Ausnahmefällen auch Beistand und Expertenberatung sein kann. Ausgeschlossen sind therapeutischen Behandlungen und die Übernahmen von Managementfunktionen.

Bild 1: Funktionspendel des Coachings (Migge, Björn: Handbuch Coaching und Beratung: Beltz, Weinheim 2023, S. 48)
Bild 1: Funktionspendel des Coachings (Migge, Björn: Handbuch Coaching und Beratung: Beltz, Weinheim 2023, S. 48)

Coaching-Schulen

Im Business Coaching haben sich mehrere Coaching-Schulen herausgebildet. Im Folgenden sind die drei wichtigsten beschrieben:

  • Systemisches Coaching ist eine Form des Coachings, die auf den Prinzipien des systemischen Denkens basiert. Das systemische Denken betrachtet Menschen und ihre Herausforderungen als Teil eines komplexen Netzwerks von Beziehungen und Wechselwirkungen. In systemischem Coaching geht es darum, die Auswirkungen von Problemen auf und die Verbindungen mit dem größeren Kontext zu berücksichtigen. Dabei werden Schlüsselmerkmale des systemischen Coachings genutzt; das sind u. a. ein ganzheitlicher Ansatz, die Entwicklung neuer Sichtweisen, Feedback, Orientierung an den Ressourcen des Klienten und die Methode des Zirkulären Fragens.
  • Lösungsorientiertes Coaching ist eine Herangehensweise an Coaching, die sich auf die Identifizierung von Lösungen und die Erreichung von konkreten Zielen konzentriert. Das lösungsorientierte Coaching legt den Schwerpunkt auf die Entwicklung und Umsetzung von positiven Veränderungen. Diese Methode basiert auf der Annahme, dass Klient:innen bereits über Ressourcen und Fähigkeiten verfügen, um ihre Ziele zu erreichen, und dass der Fokus auf der Aktivierung dieser Stärken zu nachhaltigen Ergebnissen führt. Dabei werden u.a. die im Folgenden beschriebenen Elemente genutzt: Orientierung an der Zukunft des:r Klient:in, Zielorientierung, Vorgehen in kleinen Schritten, Nutzung der Ressourcen.
  • An der positiven Psychologie orientiertes Coaching konzentriert sich auf positive Aspekte des menschlichen Lebens. Im Rahmen der positiven Psychologie gibt es verschiedene Methoden und Interventionen, die darauf abzielen, das Wohlbefinden, die Lebenszufriedenheit und die positiven Aspekte der menschlichen Erfahrung zu stärken, u.a. die folgenden: Förderung der individuellen Stärken, positive Affirmationen, AchtsamkeitAchtsamkeitAchtsamkeit ist ein Zustand von Geistesgegenwart, in dem alle Sinne bewusst die Umgebung wahrnehmen, ohne Dinge zu bewerten; das gilt auch für die eigenen Empfindungen etc. Dadurch mindert Achtsamkeit Stress und stärkt zudem auch den Fokus.  und Übungen, mit welchen positive Emotionen gesteigert werden.

Prinzipien im Coaching

Coaching ist eine individuelle Beratung. Aus diesem Grund ist jedes Coaching anders und es gibt eine Vielzahl von Coaching-Situationen. Jedoch beruhen alle auf den sechs nachfolgenden Prinzipien.

Herrschaftsfrei und freiwillig: Coaching findet außerhalb von Macht- und Führungsstrukturen statt. Es darf zwischen Coach und Coachee keine Abhängigkeiten geben, wie z.B. durch die Machtposition in der Organisation oder finanzielle Verpflichtungen.

Personenbezogen: Coaching ist eine persönliche Beratung. Der Coachee muss diese wollen und freiwillig an den Sitzungen teilnehmen.

Prozesshaft: Coaching befähigt den Coachee, die Lösung für sein Problem selbst zu finden. Der Coach begleitet den Coachee auf einem individuellen Lösungsweg und hilft ihm, eine für ihn passende Strategie dafür zu finden. Ein Coach ist kein Fachberater, der dem Coachee eine fertige Lösung zu seiner Fragestellung präsentiert.

Vertrauensvoll und verschwiegen: Der Rahmen, in dem Coaching stattfindet, muss so gestaltet sein, dass die zwischen Coachee und Coach besprochenen Dinge Dritten nicht bekannt werden können.

Unabhängig: Der Coach darf weder vom Coachee noch von anderen Personen abhängig oder erpressbar sein. Der Coach darf sich auch nicht von Fremdinteressen leiten lassen. Zur Fragestellung des Coachees sollte der Coach eine neutrale Haltung einnehmen und sich mit der Bewertung der Lösungsansätze des Coachees zurückhalten.

Dialogisch und interaktiv: Der Coaching-Prozess entwickelt sich durch die Interaktion des Coaches mit dem Coachee. Dazu ist eine intensive Zusammenarbeit von Coach und Coachee auf Augenhöhe notwendig.

Die 8 Prozessschritte des Coachings

Ein Coaching-Prozess besteht aus acht Prozessschritten, die diesen von der Kontaktaufnahme zwischen Coachee und Coach bis zum Abschluss des Coachings gestalten (siehe Bild 2).

Prozess Coaching
Bild 2: Die acht Prozessschritte eines Coachings
  1. Schritt – Erwartungshaltung klären: Hier treten Coach und Coachee erstmals in Kontakt. Es gilt nun herauszufinden, ob das Anliegen des Coachees zum Coaching-Angebot passt und das Ziel des Coachings zu klären. Auf dieser Basis entscheidet der Coachee, ob er den Coach beauftragt und der Coach, ob er den Auftrag annimmt.
  2. Schritt – Formale Gestaltung des Coachings: Hier geht es z.B. um die Fragen, wie viele Sitzung es geben soll, wo und wann das Coaching stattfindet und was das Coaching kostet. Das Ergebnis ist ein Vertrag über das Coaching, der für Coach und Coachee verbindlich ist.
  3. Schritt – Auftragsklärung: Das im ersten Schritt definierte Ziel wird nun ausgearbeitet: Coach und Coachee werden sich darüber klar, was das Coaching leisten kann und was nicht.
  4. Schritt – Themensammlung: Mit diesem Schritt beginnt die Bearbeitung der konkreten Problemstellung des Coachees. Der Coach stellt Fragen, sammelt Informationen und identifiziert Problemfelder. Das Ergebnis ist eine Liste der zu bearbeitenden Themen.
  5. Schritt – Arbeitsplanung: Gemeinsam legen Coach und Coachee fest, in welcher Reihenfolge die Themen bearbeitet werden und wie dies möglichst zielführend erfolgen kann.
  6. Schritt – Intervention: Mit Hilfe von Methoden, Tools und Techniken werden die Themen bearbeitet. Dabei gibt der Coach Feedback und reflektiert mit dem Coachee die Situation und die Handlungsoptionen. Der Coach begleitet hier den Coachee bei der Lösungsfindung.
  7. Schritt – Praxistransfer: Die Erkenntnisse, die der Coachee bei der Bearbeitung seiner Themen gewonnen hat, erprobt dieser nun in der Praxis. Coach und Coachee werten diese Erfahrungen aus und passen die Handlungsoptionen falls nötig an.
  8. Schritt – Evaluation: Der Coaching-Prozess wird in der Rückschau betrachtet und ausgewertet. Der Coachee lernt daraus, wie er vergleichbare Probleme in Zukunft bearbeiten kann. Der Coach nutzt die Ergebnisse zur Verbesserung seiner eigenen Arbeit. Mit diesem Schritt endet das Coaching.

Insbesondere für die Schritte vier bis sieben wurden Coaching-Modelle entwickelt, die den Lösungsprozess strukturieren. Eines dieser Modelle das OSKAR-Coaching-Modell.

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Wirkfaktoren eines Coaches

Eine Coachings hat dann Aussichten auf Erfolg, wenn es dem Coach gelingt, beim Coachee eine Verbesserung der Selbstreflexion anzustoßen, was zu einer präziseren Selbstwahrnehmung führt. Der Coach löst diese Prozesse durch Interventionen aus. Interventionen sind zum Beispiel Fragen, Übungen oder Aufgaben, die er dem Coachee stellt. Durch die folgenden Faktoren unterstützt der Coach die Wirkung seiner Interventionen:

  • Einfühlungsvermögen (Empathie): Hierbei geht es darum, dass der Coach in der Lage ist, das Anliegen, die Ängste und das Ringen des Coachees um eine Lösung zu verstehen. Es ist dabei zentral, dass der Coach sich in die Lage seines Coachees versetzten kann. Er sollte neugierig auf die Welt der Person sein, die er berät, und im Gespräch eine starke Präsenz haben.
  • Veränderungen in Gang setzen können: Der Coach darf nicht beim Zuhören stehen bleiben, sondern muss in der Lage sein, einen mentalen Veränderungsprozess beim Coachee anzustoßen und voranzutreiben.
  • Aktive Beziehungsgestaltung: Das Coaching soll eine positive Spur im Leben des Coachees hinterlassen. Dies gelingt, wenn der Coach seinem Coachee auf der persönlichen Ebene positiv begegnet und ihn direkt bei seinen Problemen abholt.
  • Selbsterkenntnis und Glaubwürdigkeit: Nur wer seine eigenen Motive, Ängste und Bedürfnisse kennt, kann anderen helfen, ihre eigenen Probleme zu lösen. Ein Coach sollte über genügend Selbsterfahrung verfügen und jederzeit authentisch gegenüber dem Coachee handeln.

Kompetenzen des Coaches

Neben den Wirkfaktoren spielen die Kompetenzen des Coaches eine wesentliche Rolle für den Erfolg des Coachings. Abhängig von den Themengebieten des Coaches sollte er vor allem über eine große Bandbreite an kommunikativen Kompetenzen besitzen. Der weltweit größte Coaching-Verband, die International Coaching Federation inc. (ICF), hat acht Kernkompetenzen für Coaches entwickelt, die für jedes Coachinggebiet wichtig sind:

  1. Berücksichtigung ethischer Grundsätze: Diese Grundsätze betreffen die Werte, Normen, Handlungsrichtlinien und Maßstäbe des Coachings, wie z.B. Gleichberechtigung, Wertschätzung und KommunikationKommunikationIm Projektmanagement ist der Austausch von Informationen zwischen den Projektbeteiligten ein entscheidender Erfolgsfaktor und Kommunikation ist ein eigenständiger Aufgabenbereich für die Projektleitung. auf Augenhöhe.
  2. Verkörperung des Coaching-Mindsets (Haltung): Elemente des Coaching-Mindsets sind das Wertebewusstsein, der Kommunikationsstil oder das Selbstkonzept. Hierzu gehören z.B. eine Orientierung an den Ressourcen und eine positive Grundhaltung.
  3. Abschließen und Einhalten von Vereinbarungen: Vereinbarungen beschreiben den Rahmen, in dem das Coaching sattfindet. Der Coach hat die Verantwortung dafür, diesen Rahmen im Interesse des Coachees zu definieren.
  4. Förderung von Vertrauen und Sicherheit: Dies tut der Coach, indem er eine vertrauensvolle, würdevolle, respektvolle und sichere Arbeitsbeziehung etabliert. Dies zeigt sich z.B., indem er auf Kritik des Coachees eingeht und seine Vorgehensweise an dessen aktuelle Bedürfnisse flexibel anpasst.
  5. Präsenz und Engagement: Dies bedeutet, dass der Coach partnerschaftlich und fokussiert die Agenda des Coachees im Blick hat und sein Anliegen durch effektive Maßnahmen voranbringt. Sein Stil ist dabei offen, flexibel und souverän.
  6. Aktives Zuhören: Dank dieser Fähigkeit registriert der Coach im Dialog mit dem Coachee, was letzterer sagt – auch mit seiner Körpersprache. Anschließend spiegelt er ihm aktiv wider, was er auf der Sachebene sowie auf der emotionalen Ebene verstanden hat.
  7. Förderung von Bewusstheit: Der Coachee soll durch die Fragen, die klare Kommunikation sowie die Tools und Techniken des Coaches in die Lage versetzt werden, seine Situation ganzheitlich wahrzunehmen und ein neues Gesamtbild seiner Situation zu entwickeln.
  8. Unterstützung der Entwicklung des Coachees: Der Coach hilft dem Coachee, neue Verhaltensweisen zu entwerfen und in der Praxis zu erproben. Der Coach hilft dem Klienten, die Fortschritte bei der Lösung seines Anliegens laufend zu evaluieren und die nächsten Maßnahmenfestzulegen.

Voraussetzungen beim Coachee

Nicht immer ist ein Coaching die richtige Methode. Bei fachlichen Fragestellungen kann auch eine Fachberatung oder eine Fortbildung die bessere Wahl sein. Aber auch wenn ein Coaching der beste Lösungsansatz ist, trägt es nur Früchte, wenn die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Der Coachee will sich verändern: Wenn der Coachee lieber alles so belassen will, wie es ist, dann fungiert das Coaching lediglich als Alibi und kann nicht erfolgreich sein.
  • Der Coachee lässt sich in Frage stellen: Dies bedeutet, dass er über seine Defizite und Schwächen sprechen will und bereit ist, innere Blockaden abzubauen.
  • Der Coachee nimmt Feedback an: Der Coachee erhält ein ehrliches Feedback, das unangenehm sein kann. Dies muss er nicht nur ertragen, sondern es als Impuls für positive Veränderungen nutzen.

Qualitätssicherung im Coaching

Die Qualität eines Coachings kann unter drei Aspekten beurteilt werden:

  • Strukturqualität: Darunter ist z.B. die Kompetenz des Coaches, der Rahmen, indem das Coaching stattfindet und die Darstellung des Coachings durch Broschüren oder das Internet zu verstehen.
  • Prozessualität: Sie beschreibt u.a. die Vorgehensweise des Coaches, die eingesetzten Methoden und die Interaktion mit dem Coachee.
  • Ergebnisqualität: Dazu gehören z.B. die Grad der Zielerreichung, eingesparte Kosten oder die Eröffnung neuer Möglichkeiten.

Hilfreich für eine kontinuierliche Qualitätsverbesserung des Coachings ist auch eine Evaluation des Coachings mit Hilfe eines Fragebogens. Für die Evaluation gibt es auch wissenschaftlich ausgearbeitete Tests wie z.B. den Bonner Fragebogen für Therapie und Beratung. (BFTB - Bonner Fragebogen für Therapie und Beratung)

Eine kontinuierliche Weiterbildung des Coaches trägt ebenfalls dazu bei, ein hohes Niveau seiner Beratung aufrechtzuerhalten. Möglichkeiten dafür sind z.B. ein Intervisionskreis nach dem Modell der Kollegialen Beratung oder eine Supervision in der er seine Coaching-Fälle mit einem neutralen Supervisor bespricht.

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Online-Coaching

Beim Online- oder Remote- Coaching finden die Coaching Sitzungen remote über Plattformen wie ZOOM, Cisco Webex, Microsoft Teams oder Google Meet statt. Daneben gibt es spezielle für Online-Coaching entwickelte Plattformen, wie CAI*World.

Neben diesen Kommunikationsplattformen gibt es auch digitale Coaching-Plattformen (DCP). Diese Plattformen matchen und vermitteln zueinander passende Coachees und Coaches nach bestimmten Kriterien.

9 Coaching Methoden

Ein Coach kann eine Vielzahl von Methoden nutzen, die dem Coachee helfen eine Lösung für sein Problem zu finden. Die folgende Auswahl von neun Methoden gibt einen Einblick in diese Vielfalt.

  • Ziele setzten: Eine Methode zur Zielformulierung ist die SMART-Methode. Sie hilft dem Coachee realistische und erreichbare Ziele zu setzen, um ihn zu Fortschritten zu motivieren.
  • Zirkuläres Fragen: Eine der wichtigsten Methoden ist das Stellen von Fragen. Eine besonders wirksame Fragetechnik sind Zirkuläre Fragen. Mit dieser aus der Familientherapie stammenden Methoden werden die Coachees angeregt neue Perspektiven zu entdecken.
  • Brainstorming: Bekannte Kreativitätsmethode zur Ideenfindung.
  • Ikigai: Diese Methode entstammt der japanischen Lebensphilosophie. Mit vier Fragen findet man mit der Ikigai-Methode die individuellen Antreiber für Energie und Lebensfreude heraus.
  • Aktives Zuhören: Es ist eine Methode, die besonders gut bei schwierigen und auch emotionalen Themen eingesetzt werden kann. Mit Aktivem Zuhören spiegelt der Coach dem Coachee die sachlichen und emotionalen Inhalte seiner Aussagen.
  • Feedback: Ein konstruktives Feedback des Coaches hilft dem Coachee seine Fähigkeiten und Leistungen zu verbessern.
  • Minsky Suitcase: Diese Methode regt dazu an, unterschiedliche Sichtweisen für ein Problem zu finden.
  • Riemann-Thomann-Modell: Dieses vom Schweizer Psychologen Fritz Riemann entwickelte Modell erklärt das unterschiedliche Verhalten verschiedener Persönlichkeiten.
  • Werte- und Entwicklungsquadrant: Mit dem Werte- und Entwicklungsquadranten kann irritierendes Verhalten besprochen und Veränderungen im Verhalten angeregt werden.

Organisation, Ausbildung und Zertifizierung

Weder ist die Bezeichnung "Coach" ein geschützter Begriff, noch gibt es eine staatlich anerkannte Ausbildung. Die Qualitätssicherung und Ausbildung von Coaches organisieren Berufsverbände. Die bedeutendsten sind:

ICF: International Coaching Federation inc.: Der ICF ist mit 50.000 Mitgliedern der größte Coachingverband. Er wurde 1995 gegründet und hat seinen Sitz in den USA. Der ICF bietet eine zertifizierte Ausbildung zum Coach an.

DVCT: Deutscher Verband für Coaching und Training: Der Verband mit Sitz in Hamburg hat ca. 1600 Mitglieder und bietet ebenfalls eine eigene Zertifizierung zum Coach an.

DCV: Deutscher Coaching Verband e.V.: Der Verband hat seinen Sitz in Bonn und bietet ebenfalls eine Zertifizierung an.

DGfC: Deutsche Gesellschaft für Coaching e.V.: Der Verband wurde 2002 gegründet und hat seinen Sitz in Göttingen.

DBVC: Deutscher Bundesverband Coaching e.V.. Der Verband wurde 2004 gegründet und hat seinen Sitz in Berlin. Er bietet eine Ausbildung und Zertifizierungen an.

Da "Coach" kein geschützter Begriff ist, kann im Prinzip jede Person Coaching-Leistungen anbieten. In vielen Fällen haben Coaches eine Qualifizierung in einem bestimmten Beruf sowie eine ergänzende Qualifizierung im Bereich Coaching. Universitäten und Fachhochschulen bieten Studiengänge zu Coaching und Berufsverbände bieten Coaching-Zertifizierungen an.

Bei der Auswahl eines Coaches sollten Sie darauf achten, dass dieser einen Studienabschluss hat, mehrere Jahre Berufserfahrung besitzt und eine Grundausbildung im Coaching oder ein Zertifikat vorweisen kann.

Grenzen des Coaching-Konzeptes

Obwohl Coaching in vielen Bereichen und für viele Fragestellungen eingesetzt wird, hat der Coaching-Ansatz folgende Einschränkungen:

  • Es gibt keine methodisch fundierten Studien zum Coaching. Dies liegt vor allem daran, dass der Untersuchungsbereich aufgrund des unübersichtlichen Coaching-Angebots nur schwer einzugrenzen ist. Es gibt deshalb keine Garantie, dass Coaching in jedem Fall erfolgreich ist.
  • Unter dem Begriff Coaching werden viele Formen von Beratung zusammengefasst. Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt und es existiert keine einheitliche, staatlich anerkannte Ausbildung. Ein Qualitätsmaßstab für Coaching lässt sich deshalb nur schwer definieren. Bei einer Beauftragung für ein Coaching besteht daher immer das Risiko, dass die Leistung des Coaches der Situation des Coachees nicht gerecht wird.
  • Die von Coaches eingesetzten Methoden haben sich empirisch entwickelt und sind wissenschaftlich nur wenig untermauert. Ihr Einsatz ist vorwiegend abhängig von der Erfahrung des Coaches.
  • Es gibt keinen Maßstab für das Honorar von Coaches. Das Honorar wird eher durch subjektive Faktoren, denn durch objektive Kriterien bestimmt.

    Gecoacht wird im agilen Arbeiten oft und viel – es hilft aber nur, wenn ihr es gezielt und gut dosiert anwendet. Hier findet ihr acht Leitlinien für den Einsatz von systemischem Coaching im agilen Umfeld und was ihr dabei beachten solltet.

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