Ishikawa-Diagramm

Das nach seinem Erfinder, dem Japaner Kaoru Ishikawa, benannte Diagramm ist die Visualisierung eines Problemlösungsprozesses, bei dem nach den primären Ursachen eines Problems gesucht wird. Das Ishikawa-Diagramm wird auch "Ursache-Wirkungs-Diagramm" genannt und zählt zu den sogenannten "Sieben Qualitätswerkzeugen".

Ausgangspunkt ist ein horizontaler Pfeil nach rechts, an dessen Spitze das möglichst prägnant formulierte Problem steht (z.B.: "hohe Fehlerquote bei Endmontage"). Auf diesen Pfeil zielen nun von links oben und unten schräge Ursachenpfeile, die dem Ishikawa-Diagramm auch die weit verbreiteten Bezeichnungen Fishbone-, Fischgräten- oder Tannenbaum-Diagramm eingetragen haben. Auch die gespiegelte Variante (Problem links, Ursachenpfeile von rechts) ist üblich.

Die Hauptpfeile werden meist mit den Grundkategorien Material, Maschine, Methode, Mensch und Mileu (Umfeld) bezeichnet (sog. 5-M-Methode). Weitere typische Kategorien sind: Management, Messung und Prozesse.

Auf diese Hauptpfeile zielen nun wiederum horizontale Pfeile, an denen die gefundenen Problemursachen eingetragen werden. Im Wechsel der schrägen und horizontalen Pfeile kann nun nach immer tieferen Ursachen geforscht werden. Als Faustregel gilt hierbei die Technik der "Fünf Warums", d.h. man nimmt an, dass man bis zu fünf mal "Warum" fragen muss, um an die eigentliche Wurzel des Problems zu gelangen.

Einsatz der Methode

Die Erstellung eines Ishikawa-Diagramms kann in einer moderierten Arbeitsgruppe erfolgen. Für den Erfolg der Methode ist es wichtig, dass für jeden betroffenen Bereich des zu analysierenden Problems sachkompetente Teilnehmer anwesend sind. Dies kann bedeuten, dass auch externe Personen (z.B. Lieferanten, Kunden) hinzugezogen werden müssen.

Als erstes werden die möglichen Ursachen erster Ordnung festgelegt, d.h. die Ursachenkategorien. Häufig wird hierfür die 5-M-Methode eingesetzt.

Im nächsten Schritt werden mit einem Brainstorming weitere Ursachen identifiziert und in das Diagramm hierarchisch als Ursachen weiterer Ordnung eingetragen. Möglich ist hierfür die Verwendung von Karten, um ein leichtes Umgruppieren zu ermöglichen (Cause-and-Effect Diagram with Addition of Cards, CEDAC).

Die identifizierten Ursachen sind nun zu priorisieren, um eine möglichst effiziente Maßnahmenplanung zu ermöglichen. Dies kann durch eine einfache Gewichtung durch die Teilnehmer erfolgen, aber auch aufwändige Testprogramme können hierfür eingesetzt werden.

Je nach Zuverlässigkeit der Identifikation muss verifiziert werden, ob die am höchsten priorisierten Ursachen tatsächlich ausschlaggebend sind. Im Idealfall kann aus Messprotokollen eine direkte Korrelation zwischen diesen Ursachen und dem Problem hergestellt werden.

Maßnahmen zur Beseitigung der identifizierten und verifizierten Ursachen müssen nun entwickelt, bewertet und geplant werden.

Zuletzt müssen die beschlossenen Maßnahmen umgesetzt und ihre Wirksamkeit überprüft werden.

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