Ringelmann-Effekt

Der Ringelmann-Effekt beschreibt, dass in einer Arbeitsgruppe die Gesamtleistung geringer sein kann als die Summe der Einzelleistungen ihrer Mitglieder.

Die Bezeichnung Ringelmann-Effekt geht zurück auf eine Untersuchung des französischen Agraringenieurs Maximilian Ringelmann (Ringelmann, Maximilian: Recherches sur les moteurs animés. Travail de l'homme. In: Annales de l'Institut National Agronomique, 2e série, tome XII (S. 1–40), 1913, zitiert nach Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Ringelmann-Effekt). Ringelmann bestimmte dabei die Zugleistung unterschiedlich großer Gruppen von Männern und stellt dabei fest, dass die Leistung der Gruppe geringer ist als die Summe der Leistungen der einzelnen Männer.

Ringelmann analysierte nicht die Gründe für diesen Effekt, der sowohl aufgrund mangelnder Koordination der Einzelleistungen als auch aufgrund des sog. "social loafing", d.h. der verminderten Motivation des Einzelnen in der Gruppe, zustande kommen kann.

Erläuterung und Kommentar

Der Ringelmann-Effekt stellt den Gegenpol zum Team-Gedanken dar, demzufolge die Leistung eines Teams durch Synergie-Effekte höher sein sollte als die Summe der Einzelleistungen der Teammitglieder. In der Fachliteratur (s. Web-Links) werden eine Reihe von Effekten diskutiert, die dazu führen, dass die Motivation eines einzelnen Team-Mitglieds sinkt.

Diese Überlegungen sind allerdings für die konkrete Arbeit in Projektteams meist nur in geringem Ausmaß relevant, da zum einen die Ressourcenausstattung von Projekten im Regelfall sehr knapp bemessen ist und da die Mitglieder eines Projektteams meist verschiedene Qualifikationen aufweisen. Der Ringelmann-Effekt bezieht sich jedoch auf eine identische Aufgabenstellung für alle, bei der die individuelle Leistung gar nicht mehr feststellbar ist.

Dennoch ist es für Teamleiter empfehlenswert, die möglichen Ursachen für eine reduzierte Teamleistung zu kennen, um die Rahmenbedingungen entsprechend zu optimieren.

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