7-S-Modell

Das "7-S-Modell" wurde von Tom Peters und Robert H. Waterman jr. in den siebziger Jahren des letzten Jhdt. im Rahmen ihrer Tätigkeit als Berater von McKinsey entwickelt. Ziel ihrer Untersuchungen war es, die Erfolgsfaktoren für Unternehmen herauszufinden. Zu diesem Zweck untersuchten sie zahlreiche Großunternehmen, um ihre Hypothese zu überprüfen, dass nicht nur die berechenbaren Unternehmenszahlen, sondern vor allem die in den Unternehmen beschäftigten Menschen und ihre Werte den Erfolg oder Misserfolg verursachen.

Dabei entwickelten sie ein Rahmenwerk von sieben Aspekten, die den Status des Unternehmens charakterisieren sollen:

  1. Strategy. Darunter verstehen sie das Verhalten und die Maßnahmen des Unternehmens in Antwort auf externe Veränderungen
  2. Structure. Im wesentlichen verstehen sie darunter die Aufbauorganisation des Unternehmens, d.h. die Aufteilung in Abteilungen, Business Units usw.
  3. Systems. Diese sind die informellen und formellen Geschäftsprozesse und Arbeitsabläufe, die großen Einfluss auf die Effizienz der Unternehmensorganisation haben.
  4. Style / Culture. Die "Kultur" der Organisationseinheit besteht aus zwei Elementen. Zum einen die direkte Unternehmenskultur, die Werte, Verhaltensweisen, Normen und andere historisch entwickelte Aspekte des Arbeitsstils im Unternehmen umfasst. Zum anderen der Führungsstil, der in erster Linie durch das Verhalten der Führungskräfte geprägt wird.
  5. Staff. Zu diesem Aspekt gehören alle Prozesse des Personalwesens. Insbesondere die Karrierewege, die Integration neuer Mitarbeiter und die Sozialisationsprozesse formeller und informeller Art gehören hierzu. Der Begriff "Stallgeruch" trifft diesen Aspekt wohl am besten.
  6. Skills. Die Kenntnisse und Fähigkeiten (Kernkompetenzen) einer Organisationseinheit sowie ihre Lernprozesse.
  7. Shared Values / Superordinate Goals. Die gemeinsamen Werte halten alles andere zusammen. Sie können sehr unterschiedlich formuliert sein. Es kann ein offizielles Mission Statement exisiteren, aber auch eine informelle, nur für Insider nachvollziehbare Vision kann an dessen Stelle treten.
Mit dem 1982 erschienenen Bestseller "In Search of Excellence" erhielt das 7-S-Modell internationalen Bekanntheitsgrad. Vor allem seine Unterscheidung in "Harte Faktoren" (Strategy, Structure, Systems) und "Weiche Faktoren" (Style, Staff, Skills, Shared Values) wurden mit ihm zum Allgemeingut des Management-Jargon.

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