Normen/
Standards
DIN 69901:1987
Synonyme
  • Fortschrittsgrad
Englischer
Begriff
  • Percent Complete

Fertigstellungsgrad

Die DIN 69901-5 definiert den Fertigstellungsgrad als "Verhältnis der zu einem Stichtag erbrachten Leistung (Fertigstellungswert oder Earned Value) zur Gesamtleistung (Planwert oder Planned Value), z.B. eines Arbeitspaketes oder eines Projekts". Der PMBOK (R) Guide ergänzt, dass es sich hierbei um eine Schätzung handelt.

Anzeige

Der Fertigstellungsgrad gibt prozentual, der Fertigstellungswert (Earned Value) absolut an, wie weit eine Aufgabe erledigt wurde. Da bei der Erfassung des Projektfortschritts der Fertigstellungswert oftmals nicht exakt erfassbar ist, wird hierfür häufig eine Schätzung des Fertigstellungsgrads abgefragt.

Der Fertigstellungsgrad ist deshalb die wichtigste Messgröße für die Earned Value Analyse. Alle Berechnungen, Kennzahlen und Prognosen der Earned Value Analyse sind somit bestenfalls so verlässlich wie die Genauigkeit, mit der der Fertigstellungsgrad bestimmt werden kann.

Die Hauptfrage dabei ist, wie eine Teilleistung quantitativ zu bewerten ist. Als Kriterien werden daher Zeitaufwand, Kostenaufwand, Arbeitsaufwand, Datenmenge, Materialmenge oder auch nur die individuelle Schätzung verwendet. Gerade letzteres führt zum sogenannten 90%-Syndrom.

Für eine verlässliche Bestimmung des Fertigstellungsgrades eines gesamten Projekts ist eine sehr detaillierte Projektplanung und eine beständige Mitkalkulation erforderlich. Je höher das Terminrisiko ist (z.B. Anlagenbau) desto wichtiger ist die korrekte Bestimmung des Fertigstellungsgrades auch für Arbeitspakete oder sogar Vorgänge.

Zur Bestimmung des Fertigstellungsgrads von Arbeitspaketen oder Vorgängen sind drei grobe Schätzverfahren weit verbreitet. Die 0/100-, 20/80- und 50/50-Methode legen den Fertigstellungsgrad in zwei Stufen mit Start- und Endtermin eines Arbeitspakets fest. Eine feinere Bestimmung des Fertigstellungsgrads innerhalb eines Arbeitspakets kann auch nach Bemessung der Arbeitsleistung (z.B. erledigte Einzelaufgaben), des Aufwands (z.B. verbrauchtes Material, Arbeitszeit) oder Schätzung des Restaufwands erfolgen.

Bei richtiger Projektplanung ist es jedoch nicht wesentlich, welche der Methoden zur Bestimmung des Fertigstellungsgrads eingesetzt wird. Entscheidend für die Aussagekraft ist die fachlich richtige Aufteilung des Projekts in überwachbare Arbeitspakete.

Relevante Beiträge im Projekt Magazin
Sortieren nach:
Methode, Ausgabe 20/2009von Cornelia Niklas
10 Bewertungen
3.5
2 Kommentare
Projekte werden durchgeführt, um für das Unternehmen einen wirtschaftlichen Nutzen zu generieren. Manche Projekte verlieren aber die ursprünglich...
SW-Anleitung, Ausgabe 1/2007von Detlef Zimmermann
7 Bewertungen
4.857145
2 Kommentare
Das Excel-Tool EasyEarnedValueManager (EasyEVM) ermöglicht es, die Vorteile der Earned Value Analyse auch für kleinere Projekte nutzbar zu machen,...
Software-Besprechung, Ausgabe 12/2005von Wolfgang Tersteegen
Bewertungen
0
1 Kommentar
Projektcontrolling trägt dazu bei, auftretende Risiken frühzeitig zu erkennen und ist somit ein unverzichtbarer Bestandteil des Projektgeschäfts. Für...
Alle relevanten Beiträge anzeigen
Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 21.08.2009.
Tech Link