Was ist Prozessmanagement?

Das Prozessmanagement umfasst das Identifizieren, Gestalten, Einführen, Steuern, Verbessern und Dokumentieren von Unternehmensprozessen. Die prozessorientierte Gestaltung einer Organisation erleichtert das Einführen neuer Prozesse.

Was sind die Aufgaben und Ziele von Prozessmanagement?

Prozessmanagement hat das Ziel, die Bearbeitung zu standardisieren, Schnittstellen zu verbessern oder auch abzubauen und die Arbeit entlang des End-to-End Prozesses zu koordinieren. Ein weiteres Ziel ist die Beschleunigung der Bearbeitung von Prozessen.

Eine der wichtigsten Fragen des Prozessmanagements ist: "Wer macht was, wann, wie und womit?" (siehe Wikipedia).
Das Prozessmanagement

  • sammelt die notwendigen Aufgaben, die zum Abschließen eines Prozesses notwendig sind,
  • klärt die optimale Reihenfolge der Aufgaben, prüft die Verteilung der Aufgaben auf Abteilungen sowie Personen,
  • und stellt sicher, dass der Informationsfluss während des Prozesses funktioniert.

Zur Verbessern und Steuern nutzen Mitarbeiter des Prozessmanagements entsprechende Kennzahlen. Diese können z.B. in einer Balanced ScorecardBalanced ScorecardDas von Robert S. Kaplan und David P. Norton beschriebene Bewertungs- und Managementsystem soll ein möglichst umfassendes Instrument zur Beurteilung der Unternehmensentwicklung darstellen. Die Balanced Scorecard geht zurück auf eine 1990 im Auftrag der Unternehmensberatung KPMG unternommene Studie des Nolan Norton Institutes mit dem Titel "Measuring Performance in the Organization of the Future" (Messung der Leistungsfähigkeit in Organisationen der Zukunft). Im Laufe dieser Studie wurden die Bewertungssysteme innovativer Unternehmen aus verschiedenen Branchen untersucht und daraus nach und nach ein einheitliches Schema entwickelt. dargestellt werden.

Prozessmanagement und Projektmanagement: Was sind Gemeinsamkeiten und Unterschiede?

Sowohl Projektmanagement als auch Prozessmanagement verfolgen einen interdisziplinären Ansatz. Beide überschreiten die Grenzen von Abteilungen, um übergeordnete Ziele zu erreichen. Ganzheitliche Ansätze des Prozessmanagements umfassen neben technischen Fragestellungen auch organisatorische Aspekte. Beispiele dafür sind die strategische Ausrichtung, die Kultur der Organisation oder das Einbinden und Führen der Beteiligten eines Prozesses.

Aus Sicht des Projektmanagements ist ein Prozess ein VorgehensmodellVorgehensmodellEin Vorgehensmodell stellt Methoden und Elemente des Projektmanagements zu Prozessen und Phasen eines standardisierten Projektablaufes zusammen. für immer wiederkehrende Abläufe. Im Gegensatz zum Projektmanagement, dass sich mit einmaligen und zeitlich befristeten Projekten beschäftigt, behandelt das Prozessmanagement das "Business as Usual": d.h. das Linienmanagement, die wiederkehrenden Prozesse.

Was sind zentrale Rollen im Prozessmanagement?

Prozessmanager

Prozessmanager:innen unterstützen Prozessverantwortliche bei der operativen Ausführung des Prozesses. Im Alltag der Unternehmen sind sie häufig für das operative Management des Prozesses verantwortlich. Alternativ wird der Prozessmanager auch als Teilprozessmanager auf der nächsten Ebene des Prozessmodells eingesetzt.

Prozessmanager:innen sind ihrer Rolle entsprechend Arbeitsmethodiker, oft im Gegensatz zu Projektmanager:innen, vor allem wenn diese einen pragmatischen Ansatz verfolgen. Diese unterschiedlichen Ansätze können zu Meinungsverschiedenheiten und Reibereien führen (siehe dazu "Dem Projektmanager den Prozess machen").

Chief Process Officer – Leitung Prozessmanagement

Der:die Chief Process Officer (CPO) hat die oberste VerantwortungVerantwortungVerantwortung besteht aus den drei untrennbaren Bestandteilen Aufgabe, Befugnis und Rechenschaftspflicht. Es ist also nicht möglich, für die Durchführung einer Aufgabe ohne die entsprechenden Befugnisse (z.B. Zeichnungsrecht, Weisungsrecht) verantwortlich zu sein (sog. Kongruenzprinzip). Ebenso bedeutet Verantwortung, dass aus falschem Handeln oder Nicht-Handeln Konsequenzen wie z.B. Vertragsstrafen oder disziplinarische Strafen erwachsen. über das Prozessmanagement. Er:sie sorgt dafür, dass die prozessorientierte SteuerungSteuerungPlanen, Überwachen und Steuern sind die Haupttätigkeiten des/der Projektmanager(in). Überwachung und Steuerung sind eine untrennbare Einheit, "Controlling" integriert sie weitgehend zu einem einzigen Begriff. Dabei umfasst Controlling alle Aspekte der Überwachung. Steuerung kann jedoch deutlich über Controlling hinausgehen, insbesondere wenn man den in der HOAI definierten Begriff der Projektsteuerung (s.d.) betrachtet. ein Teil der strategischen Steuerung des Unternehmens ist. Zudem trägt sie:er die Verantwortung für das Umsetzen der Unternehmensziele, bei gleichzeitiger Einhaltung der Normen und Vorgaben im unternehmensweiten Prozessmanagement-System.

Außerdem führt sie:er sämtliche Mitarbeiter:innen, die Aufgaben im Prozessmanagement und der OrganisationsentwicklungOrganisationsentwicklungNach Wendell L. French und Cecil H. Bell ist Organisationsentwicklung "eine langfristige Bemühung, die Problemlösungs- und Erneuerungsprozesse in einer Organisation zu verbessern, vor allem durch eine wirksamere und auf Zusammenarbeit gegründete Steuerung der Organisationskultur – unter besonderer Berücksichtigung der Kultur formaler Arbeitsteams – durch die Hilfe eines OE-Beraters oder Katalysators und durch Anwendung der Theorie und Technologie der angewandten Sozialwissenschaften unter Einbeziehung von Aktionsforschung." (French, W. L., Bell, C.H.: Organisationsentwicklung. Stuttgart 1994 IV). haben, sowohl funktional als auch disziplinarisch. Die Rolle ist meist Teil des Vorstandes oder der Geschäftsführung.

Prozessverantwortlicher

Der:die Prozessverantwortliche kümmert sich um die zielorientierte und strategische Steuerung eines Prozesses. Im Zentrum des Handelns stehen sowohl die Zielausrichtung des eigenen Prozesses mit anderen Prozessen, als auch die Auswahl nachhaltiger Kennzahlen zur Erfolgsmessung der Prozessleistung. Diese Rolle koordiniert alle für die Steuerung und Ausführung des Prozesses benötigten Ressourcen. Weitere Rollen führt die BQM&O Akademie auf. 

Welche Methoden verwendet das Prozessmanagement?

Es gibt viele Ansätze für das Prozessmanagement, die sich jeweils besonders für verschiedene Branchen und Unternehmensgrößen eignen. Zu den am weitest verbreiteten Methoden gehören Kaizen, das Lean Management, Six Sigma und Total-Quality-Management (TQM).

Das Definieren, Dokumentieren und Auditieren von Prozessen dient der kontinuierlichen Verbesserung (siehe PDCA-Zyklus) und zur Reduzierung der Kosten. Mit der Verbesserung von Geschäftsprozessen beschäftigt sich das Business Process Reengineering und das VeränderungsmanagementVeränderungsmanagementVeränderungsmanagement , Change Management oder auch Management of Change ist ein nicht exakt abgrenzbarer Begriff aus dem Bereich der Organisationsentwicklung. Der größte gemeinsame Nenner aller Interpretationen besteht in der Definition als "Führung von Veränderungsprozessen in Unternehmen". Da alle modernen Unternehmen beständigen Veränderungsprozessen unterworfen sind, kann insofern Change Management auch als Bestandteil normalen unternehmerischen Handelns angesehen werden. (Change Management). Zum Verbessern von Schnittstellen und Reduzieren von doppelt oder unnötig durchgeführten Aufgaben kann z.B. eine Wertstromanalyse (siehe Value Stream Mapping) durchgeführt werden.

Die Balanced Scorecard (BSC) ist ein Beispiel für eine Methode zur strategischen Führung mit Kennzahlen und ein Teil des Zielsystems eines Unternehmens. Dieses Bewertungs- und Managementsystem soll ein möglichst umfassendes Instrument zum Beurteilen der Entwicklung eines Unternehmens darstellen. Das Ziel ist dabei das Erreichen einer ausgewogenen Steuerung der wesentlichen Unternehmensperspektiven. Neben der Perspektive Prozessziele werden auch Kunden- und Potentialziele sowie Finanzziele strategisch festgelegt. Mehr zum Thema Methoden unter CONSULTING.de

Überwachen Sie ganzheitlich die Umsetzung Ihrer Strategie! Kommunizieren Sie diese mit Hilfe von Kennzahlen transparent und objektiv messbar! Die Balanced Scorecard eignet sich für Projekte, Abteilungen, Portfolios oder Unternehmen.
Die Balanced Scorecard kann in der LinienorganisationLinienorganisationLinienorganisation bezeichnet die permanente, hierarchische ↑Aufbauorganisation einer ↑Organisationseinheit. Sie legt die Positionen der Stellen fest und beschreibt ihre wechselseitigen Berichtspflichten und Weisungsbefugnisse., in (großen) Projekten und im MultiprojektmanagementMultiprojektmanagementMultiprojektmanagement ist die übergreifende Planung, Überwachung, Koordination und Steuerung mehrerer Projekte einer Organisationseinheit durch deren Leitung. Die ↑DIN 69901-5:2009-1 "Projektmanagement - Projektmanagementsysteme - Teil 5: Begriffe" definiert Multiprojektmanagement sehr weitgehend als übergreifenden Rahmen und stellt es damit implizit einem Managementsystem gleich. eingesetzt werden

 

Was ist des Ziel von Prozessmanagement?

Prozessmanagement hat das Ziel, die Bearbeitung zu standardisieren, Schnittstellen zu verbessern oder auch abzubauen und die Arbeit entlang des End-to-End Prozesses zu koordinieren. Ein weiteres Ziel ist die Beschleunigung der Bearbeitung von Prozessen. 

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Was macht man im Prozessmanagement?

Das Prozessmanagement umfasst das Identifizieren, Gestalten, Einführen, Steuern, Verbessern und Dokumentieren von Unternehmensprozessen. Eine der wichtigsten Fragen, die sich Mitarbeiter:innen  des Prozessmanagements stellen, ist: "Wer macht was, wann, wie und womit?"

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Was ist der Unterschied zwischen Prozessmanagement und Projektmanagement?

Im Gegensatz zum Projektmanagement, dass sich mit einmaligen und zeitlich befristeten Projekten beschäftigt, behandelt das Prozessmanagement das "Business as Usual": d.h. das Linienmanagement, die wiederkehrenden Prozesse.

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Welche Methoden verwendet das Prozessmanagement?

Es gibt viele Ansätze für das Prozessmanagement, die sich jeweils besonders für verschiedene Branchen und Unternehmensgrößen eignen. Zu den am weitest verbreiteten Methoden gehören Kaizen, das Lean Management, Six Sigma und Total-Quality-Management (TQM).

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