Open Space – Freiraum für kreative Lösungen

Teil 2: Einsatzmöglichkeiten im Projekt und Grenzen
Die Open Space Technology (OST) ist eine Moderationsmethode für Großgruppen, welche bei Organisationsentwicklungsprojekten (OE-Projekten) zur Entwicklung von Lösungsansätzen und zur Akzeptanz der Veränderungen beitragen kann. Im zweiten Teil des Artikels zeigen Prof. Dr. Andreas Daum und Alina Lapp anhand eines fiktiven, aber praxisnahen Beispiels Einsatzmöglichkeiten für die OST in OE-Projekten auf. Abschließend skizzieren sie die Grenzen der Methode.

Open Space ist eine Moderationsmethode für Großgruppen, die sich in Projekten einsetzen lässt, um dringliche und komplexe Probleme zu lösen. Im ersten Teil des Artikels haben Sie erfahren, wie diese Methode entstanden ist und auf welchen Prinzipien sie beruht. Auch der Ablauf einer Open-Space-Veranstaltung und die erforderliche Vorbereitung wurden ausführlich beschrieben sowie die Erfolgsfaktoren genannt. Der zweite und abschließende Teil zeigt Einsatzmöglichkeiten von Open Space in einem Organisationsentwicklungsprojekt und nennt die Grenzen der Methode.

Einsatz von Open Space

Ausgangssituation

Um gegenüber kostengünstigeren Mitbewerbern konkurrenzfähig zu bleiben, müssen viele Unternehmen ihre Organisationsstruktur überdenken und die Arbeitsprozesse optimieren – so auch der Automobilzulieferer Modler. Damit durch effizientere Arbeitsprozesse die laufenden Kosten um 5 Mio. Euro pro Jahr gesenkt werden können, beabsichtigt das Unternehmen, das 1.000 Mitarbeiter hat, mit einem Organisationsentwicklungsprojekt die Strukturen und Prozesse im Unternehmen anzupassen.

Für die Durchführung der Organisationsentwicklung steht der Projektleiterin, einer externen Organisationsentwicklerin, ein Budget von 200.000 Euro zur Verfügung. Das Projektziel, eine effizientere Organisationsstruktur und schlanke Arbeitsprozesse zu schaffen, welche die Mitarbeiter akzeptieren können, soll in neun Monaten erreicht sein. Ihr Projektteam setzt sich aus Mitarbeitern der Betriebsorganisation, der Personalabteilung, der Produktion, dem Einkauf, dem Vertrieb und Mitgliedern des Betriebsrats zusammen.

Die Projektleiterin will die Identifikation der Mitarbeiter mit der künftigen Organisationsstruktur und den Arbeitsprozessen erreichen, indem sie und ihr Team an drei Punkten im Projekt Open-Space-Veranstaltungen mit den Meinungsbildern aus den verschiedenen Unternehmensbereichen durchführt. Da sie Open Space im Rahmen des Projekts erstmalig im Unternehmen einsetzt, versichert sie sich zunächst der Unterstützung der Geschäftsführung, der sie die Methode und ihren geplanten Einsatz vorstellt.

Einsatzmöglichkeiten im Projektverlauf

Nach dem Drei-Phasen-Modell für soziale Veränderungen von Kurt Lewin durchlaufen Unternehmen und Mitarbeiter im Verlauf des Organisationsentwicklungsprojekts drei Phasen: das Unfreezing ("Auftauen"), das Moving ("Bewegen") und das Refreezing ("Wieder-Einfrieren").

Mit dem "Auftauen" ist die Vorbereitung auf eine Veränderung gemeint, hier die Einstimmung der Mitarbeiter auf die Restrukturierung des Unternehmens. Die Phase des "Bewegens" ist die Phase, in der die Änderung geplant wird, hier die Umstrukturierung der Organisation. Die Phase des "Einfrierens" dient der Etablierung der Veränderung, hier der neuen

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