Konfigurationsmanagement

Das Konfigurationsmanagement umfasst alle technischen, organisatorischen und beschlussfassenden Maßnahmen und Strukturen, die sich mit der Konfiguration (Spezifikation) eines Produkts befassen.

Es bildet damit die Verbindung zwischen dem Produktportfolio und dem Projektportfolio eines Unternehmens, zumnindest hinsichtlich der Produktentwicklungsprojekte.

Im Sinne des PMBOK(R) Guide bildet es die Verbindung von Inhalts- und Umfangsmanagement (Project Scope Management) und Qualitätsmanagement (Project Quality Management). Außerhalb des Projektmanagement wird es in der Regel dem Qualitätsmanagement zugeordnet, es kann aber auch als eigenständige Disziplin betrachtet werden.

Allgemeine Übereinstimmung besteht darin, dass Konfigurationsmanagement alle produktbezogenen Spezifikationen umfasst.

Unterschiedliche Interpretationen gibt es hinsichtlich der Veränderungen im organisatorischen Bereich. Vertreter einer sehr weiten Auffassung von Konfigurationsmanagement begreifen Managementprozesse ebenfalls als spezifizierbares Produkt und erheben den Anspruch, auch organisatorische Veränderungen mit Hilfe des Konfigurationsmanagements steuern zu können.

Dem steht die Auffassung gegenüber, dass sich Konfigurationsmanagement lediglich auf ein handelsfähiges Gut beschränkt (d.h. haptische und geistige Produkte sowie Dienstleistungen) und nicht auch das allgemeine Änderungsmanagement und das systemische Veränderungsmanagement umfasst.

Jeder Abgrenzungsversuch zwischen Konfigurationsmanagement, Änderungsmanagement und Veränderungsmanagement (Change Management) führt notwendigerweise zu Konflikten zwischen den unterschiedlichen Interpretationen. Die DIN 69904 stellt aus Projektmanagementsicht pragmatisch Konfigurationsmanagement und Änderungsmanagement auf eine Ebene und ordnet dem Änderungsmanagement die Prozesse und Regeln für die Änderung von Projektzielen und -prozessen zu. Im Umkehrschluss beschränkt sie damit das Konfigurationsmanagement auf die Änderungen des Projektgegenstands.

Das Konfigurationsmanagement selbst stukturiert sich in folgende Aufgabenbereiche:

  • Konfigurationsidentifizierung (Konfigurationsbestimmung)
  • Konfigurationsüberwachung (Änderungsmanagement)
  • Konfigurationsbuchführung (Pflege der Konfigurationsbeschreibung)
  • Konfigurationsaudit (Vergleich des tatsächlichen Produkts mit der Konfigurationsbeschreibung)
  • Organisation und Planung des Konfigurationsmanagement (Konfigurationsmanagementplan)
Umfangreiche Informationen zum Konfigurationsmanagement bietet die Web-Site CM Crossroads: www.cmcrossroads.com.

In Äquivalenz zum PMBOK(R) Guide entsteht als eigenständiger Entwurf der "Configuration Management Body of Knowledge", der im Volltext unter www.cmbok.com einzusehen ist. Er entsteht als Web-Projekt durch Zusammenarbeit der bei CMCrossroads eingetragenen Mitglieder.

Relevante Beiträge im Projekt Magazin
von Dr. Georg Angermeier
1 Bewertung
3
0 Kommentare
Sie wollen eine Spezifikation, einen Phasenplan oder ein bereits freigegebenes Zwischenergebnis ändern? Dann müssen Sie einen Änderungsantrag an den Projektmanager stellen. Wie Sie dies so tun, dass Ihr Anliegen die besten Aussichten auf Erfolg hat, schildert Ihnen Dr. Georg Angermeier.
von Guido Weischedel
8 Bewertungen
3.75
0 Kommentare
Änderungen beschleunigen, Korrekturkosten reduzieren. Auf diesen kurzen Nenner bringt Guido Weischedel das Prinzip eines professionellen Änderungsmanagements und stellt dessen beiden Kernbestandteile vor: Acht Regeln für klare, unmissverständliche Requirements und ein standardisierter Änderungsprozess. Mit dem CMII/IPE-Standard präsentiert der Autor ein agiles Änderungsverfahren, das mit seinen beiden Entscheidungswegen Änderungsanträge flexibel und effizient steuert.
von Rainer Ruppersberg
3 Bewertungen
5
0 Kommentare
Der Qualitätssicherung in einem Software-Entwicklungsprojekt kommt eine Schlüsselfunktion zu: Sie entscheidet über Abnahmen und beeinflusst dadurch den Projektablauf grundlegend. Rainer Ruppersberg vertritt die Ansicht, dass der konkreten Ausgestaltung der Qualitätssicherung dennoch zu wenig Beachtung geschenkt wird. Deshalb stellt er Maßnahmen der Qualitätsüberwachung und Qualitätsprüfung aus Entwicklersicht dar und bewertet sie hinsichtlich ihrer Effizienz. Der Autor gibt dem Projektleiter Handlungsempfehlungen, damit er die typischen Konflikte zwischen Auftraggeber, Qualitätsverantwortlichen und Entwicklern möglichst effizient vermeiden kann. Ruppersberg empfiehlt, für Qualitätsüberwachung und Qualitätsprüfung ausreichende Mittel einzusetzen und sie fest im Projektplan zu verankern, da sie die Kundenzufriedenheit erhöht und Kosten einspart.
von Elisabeth Wagner
5 Bewertungen
3.6
4 Kommentare
Aussagekräftige Dateinamen für Projektdokumente sind wichtig, da sie den Projektbeteiligten schnelle Orientierung geben, die Suche nach benötigten Informationen beschleunigen und die Bearbeitungsprozesse von Dokumenten unterstützen. Elisabeth Wagner zeigt in ihrem Tipp, wie Sie sinnvolle Dateinamen für Projektdokumente erstellen können und empfiehlt, für das gesamte Projektteam verbindliche Regeln zur Bildung von Dateinamen zu erstellen.
von Thomas Mathoi
4 Bewertungen
4.25
1 Kommentar
Mit Value Management ist es möglich, unnötige Projektkosten zu identifizieren und so eine höhere Kostensicherheit zu gewährleisten. Im Baubereich wird das Value Management als Value Engineering bezeichnet und ist insbesondere im anglo-amerikanischen Sprachraum bereits Bestandteil der Projektabwicklung im öffentlichen Bereich. Ein zentraler Aspekt ist die Einbindung des bauausführenden Auftragnehmers. Gemeinsam können Planer und Ausführende leichter neue Wege finden, um Kosten einzusparen und das Projektergebnis verbessern. Dr. Thomas Mathoi stellt das Value Engineering vor.
von Gerhard Großberger
Bewertungen
0
0 Kommentare
Welche Vorteile Issue Tracking – also der Umgang mit Aufgaben, Änderungen und Problemen sowie deren Überwachung – für das Projektmanagement hat, zeigte Gerhard Großberger im ersten Teil dieser Artikelserie. Im zweiten Teil gibt er Hilfestellung bei der systematischen Auswahl eines geeigneten Tools. Mit Hilfe dieses Leitfadens kann der Leser eine eigene Anforderungsliste erstellen und als Grundlage für die Software-Entscheidung verwenden. Zusätzlich liefert der Autor eine Übersicht über aktuelle (kommerzielle und nicht-kommerzielle) Issue-Tracking-Systeme mit relevanten Produktinformationen.
von Gerhard Großberger
7 Bewertungen
3.285715
1 Kommentar
Auch wenn Ihnen der Begriff Issue Tracking nicht geläufig sein sollte, arbeiten Sie vermutlich täglich damit: Sie verfolgen Aufgaben und Probleme, bis diese erledigt bzw. gelöst sind. Im Prinzip reichen dazu Papier und Stift. Wenn Sie Issue Tracking jedoch systematisch betreiben wollen, kommen Sie um eine Software-Lösung nicht herum. Gerhard Großberger zeigt im ersten Teil der mehrteiligen Artikelfolge, welche Vorteile systematisches Issue Tracking bringt, welche Anforderungen ein entsprechendes Software-System erfüllen muss und wie Sie sich eine einfache Lösung in Microsoft Excel selbst erstellen können (die Microsoft Excel-Datei können Sie zusammen mit dem Artikel herunterladen). Teil 2 bringt eine repräsentative Marktübersicht der verfügbaren Tools.
von Reinhard Wagner
1 Bewertung
2
0 Kommentare
Obwohl die Zukunftsaussichten in der Automobilindustrie vielversprechend sind, herrscht dort eher Krisenstimmung und Verunsicherung. Durch starke Konkurrenz und immer kürzere Innovationszyklen wächst der Druck auf die Automobilhersteller, den diese direkt an die Zulieferer weitergeben. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit bleibt dabei oft auf der Strecke. Reinhard Wagner analysiert die schwierige Situation und zeigt Lösungswege auf.
von Jonathan Siegel
1 Bewertung
4
0 Kommentare
Füllen mehrere Mitarbeiter ein- und dieselbe Rolle aus, sind Probleme programmiert. Der Projekterfolg ist in Gefahr, wenn niemand die Rollenträger miteinander koordiniert. Jonathan Siegel schlägt in seinem Beitrag mit einem Augenzwinkern den Bogen von den "Chaos- und Kosmos"-Theorien antiker Philosophen zum heutigen Projektalltag. Er beschreibt mögliche Folgen einer schlecht organisierten Rollenteilung und schlägt konkrete Präventivmaßnahmen vor. Der Artikel wurde ursprünglich in Englisch verfasst und steht interessierten Lesern auch in der Originalversion zur Verfügung.
von Dr. Georg Angermeier
Bewertungen
0
0 Kommentare
Damit die Website im realen Betrieb so läuft wie geplant, müssen in Testläufen Fehler aufgespürt und beseitigt werden. Dr. Georg Angermeier stellt im letzten Teil dieser Serie ein systematisches Testkonzept vor, das Testarten und -aufgaben (use cases) festlegt und unterschiedliche Konfigurationen berücksichtigt. Außerdem zeigt er, wie Sie bei der weiteren Produktentwicklung Zeit und Kosten sparen und mit der Website die Zufriedenheit Ihrer Kunden ermitteln können.
von Dr. Georg Angermeier
1 Bewertung
4
0 Kommentare
Bei der Umsetzung eines Qualitätsplans in die Realität sind meist Kompromisse notwendig. Diese müssen dokumentiert werden, sonst verliert man schnell den Überblick über das Projekt. Hilfreich sind dabei die Methoden des Konfigurationsmanagements. Dr. Georg Angermeier zeigt im dritten Teil dieser Serie, wie man mit Änderungswünschen und Verbesserungsvorschlägen umgeht, Verzögerungen vermeidet und den Projektverlauf nachvollziehbar dokumentiert. Die vorgestellte einfache Dokumentations-Lösung kann dabei als wirkungsvolles Instrument eingesetzt werden.
Alle relevanten Beiträge anzeigen
Tech Link