Workaround

Ein Workaround ist eine gegen Abnahmekriterien, Anforderungen oder zumindest die im Qualitätsmanagementplan festgelegten Kriterien verstoßende Maßnahme, die die Auswirkungen eines eingetretenen Risikos vermindert, verhindert oder kompensiert.

Workaround aus Sicht des Risikomanagements

Aus Sicht des Risikomanagements stellt ein Workaround einen Notfallplan bzw. Alternativplan dar. Häufig werden Workarounds eingesetzt, wenn bisher nicht identifizierte Risiken eintreten und eine Zwischenlösung erforderlich ist, um die Tragweite des Risikos zu begrenzen.

Die Realisierung eines Workarounds bringt in der Regel weitere Risiken mit sich, die im Rahmen des Risikomanagements zu behandeln sind.

Workaround aus Sicht des Qualitätsmanagements

Ein Workaround stellt aus Sicht der Qualitätssicherung einen klaren Verstoß dar, der so schnell als möglich behoben werden muss.

Workaround aus Sicht des Konfigurationsmanagements

Das Wesen eines Workarounds bringt es mit sich, dass er meist nicht oder nicht ausreichend dokumentiert wird. Dies erschwert seine weitere Behandlung sowohl aus Sicht des Risiko- als auch des Qualitätsmanagements. Die größte Gefahr eines nicht dokumentierten Workarounds besteht darin, dass seine Existenz in Vergessenheit gerät, so dass er nicht so bald als möglich durch eine korrekte Lösung ersetzt wird.

Um Folgeschäden und die Notwendigkeit weiterer Workarounds zu vermeiden, ist es Aufgabe des Konfigurationsmanagements, hier insbesondere des Konfigurationsaudits, Workarounds zu dokumentieren und ggf. zu identifizieren.

Es kann nicht erwartet werden, dass ein Projekt ohne Notlösungen auskommt, aber es muss gesichert sein, dass diese dokumentiert werden.

Erläuterungen und Kommentar

Die Aussage des dem agilen Projektmanagement zugrundeliegenden Agilen Manifests: "Working software over comprehensive documentation" erscheint unter dem Aspekt der zuverlässigen Behebung von Workarounds als zumindest stark fragwürdig.

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