Normen/
Standards
DIN 69900-1:1987
Englischer
Begriff
  • PERT Weighted Average Duration

Mittlere Dauer

Die mittlere Dauer berechnet sich nach DIN 69900 Teil 1 aus den Werten für die optimistische, die häufigste und die pessimistische Dauer. Die häufigste Dauer wird dabei vierfach gewertet, die beiden anderen nur einfach. Die gewichtete Summe wird dann durch 6 dividiert. Die Mittlere Dauer wird bei der Netzplantechnik als Planungsgröße für die Vorgänge verwendet. In der originalen Critical-Path-Methode wird mit der häufigsten Dauer gerechnet.

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Die mittlere Dauer weicht von der häufigsten Dauer ab, wenn pessimistische und optimistische Dauern nicht symmetrisch zur häufigsten Dauer liegen. In der Regel ist die pessimistische Dauer wesentlich weiter von der häufigsten Dauer entfernt als die optimistische Dauer. Die Berechnung nach DIN geht von einer statistischen Beta-Verteilung der Zeitdauer aus.

Da optimistische, häufigste und pessimistische Dauer lediglich subjektiv geschätzt werden, ist auch die Ermittlung der mittleren Dauer mit einer großen Unsicherheit besetzt. Zuverlässigere Daten kann man nur aus einer statistischen Analyse der tatsächlichen Dauern einer möglichst großen Anzahl von gleichartigen Vorgängen erhalten.

Zu berücksichtigen ist, dass die mittlere Dauer nach ihrer Definition lediglich in 50% der Fälle eingehalten wird. Um eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine realistätsnahe Zeitplanung zu erhalten, müssen daher für jede Aufgabe Pufferzeiten eingefügt werden. Ein von der DIN nicht beantwortetes Problem ist die Frage nach der angemessenen Größe des zeitlichen Puffers.

Die Critical-Chain-Methode setzt ebenfalls die zu 50% wahrscheinlichen Vorgangsdauern an. Insofern ist dies keine Neuerung gegenüber der klassischen Netzplantechnik. Neu ist lediglich die Umverteilung der Pufferzeiten an das Ende eines Wegs zu einem gemeinsamen, größeren Puffer.

Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 06.09.2005.
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