Schnittstelle

Die Bedeutung der richtigen Behandlung von Schnittstellen im Projektmanagent illustriert am besten eine Anekdote:

Ein berühmter Chirurg wird bei einem festlichen Abendessen aufgefordert, den Truthahn zu tranchieren. Er tut dies fachgerecht, wobei die Anwesenden immer wieder Bemerkungen über seine Künste als Chirurg fallen lassen. Der Chirurg fährt ohne sich beirren zu lassen fort. Nachdem er fertig ist, frägt er aber in die Runde: "Meine Damen und Herren, Zerlegen war ja nicht so schwer, aber kann einer von Ihnen denn das Tierchen auch wieder zusammennähen?"

Genau dies ist das Problem, wenn nach der Projektstrukturierung das gesamte Vorhaben in viele Phasen, Workflows, Arbeitspakete, Vorgänge und Meilensteine zerlegt vor einem liegt. Damit die Einzelteile zusammenwirken, müssen die Schnittstellen zwischen ihnen wieder zu "Nahtstellen" werden. Konkret heißt dies, dass Informationsflüsse angestoßen, Zwischenergebnisse definiert und Änderungsprozesse etabliert werden müssen.

Im wesentlichen gibt es zwei Arten von Schnittstellen.

Die eine verbindet zwei zeitlich nacheinander und voneinander unabhängig ablaufende Elemente, die lediglich durch die Übergabe des Ergebnisses miteinander kommunizieren. Dies ist die Schnittstelle des "Over the Wall Approach" bzw. Wasserfallmodells.

Die andere definiert die laufende Kommunikation zwischen zwei (teilweise) gleichzeitig ablaufenden Elementen. Die Inhalte und Prozesse der Elemente beeinflussen sich dabei über die Elementgrenzen hinweg. Dieser Schnittstellentyp ist beim Simultaneous Engineering realisiert.

Das Projektmanagement kennt als Schnittstellenelemente unter anderem:

  • Anordnungsbeziehungen
  • Berichte und Protokolle
  • Verträge und Vereinbarungen
  • Lastenheft, Pflichtenheft, Spezifikationen
  • Änderungsanträge, Nachforderungen, Abnahmebestätigung

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