Anordnungsbeziehung

Eine Anordnungsbeziehung ist in der Netzplantechnik eine gerichtete Verknüpfung von Ereignissen oder Vorgängen, die zusätzlich minimal und maximal zulässige Zeitdifferenzen sowie Überlappungszeiten enthalten kann.

Die DIN 69900 definiert "Anordnungsbeziehung" lediglich als eine "quantifizierbare Abhängigkeit zwischen Ereignissen oder Vorgängen" und vernachlässigt dabei die Richtungseigenschaft.

Eine Anordnungsbeziehung besteht immer zwischen genau zwei Knoten (Ereignis oder Vorgang), d.h. es gibt in der Netzplantechnik keine "Dreier-Anordnungsbeziehung". Ein Element kann mehrere Anordnungsbeziehungen haben, aber jede dieser Anordnungsbeziehungen führt zu genau einem anderen Element.

Anordnungsbeziehungen werden in Ereignis- und Vorgangsknotenplänen als Pfeile dargestellt und definieren damit Vorgänger (Element, von dem die Anordnungsbeziehung ausgeht) und Nachfolger (Element, bei dem die Anordnungsbeziehung endet).

Auch mehrfache Anordnungsbeziehungen zwischen zwei Elementen sind möglich, sofern sie nicht zu einem inneren Widerspruch führen. Allerdings sind viele Algorithmen zur computergestützten Netzplanberechnung nicht in der Lage, korrekt gesetzte mehrfache Anordnungsbeziehungen zwischen zwei Elementen zu berechnen.

Die verschiedenen Varianten der Netzplantechnik behandeln die Anordnungsbeziehungen unterschiedlich, sowohl hinsichtlich ihrer Arten als auch hinsichtlich der Modellierung von Zeitdifferenzen und Überlappungszeiten.

Bei der für Terminpläne in Projekten mittlerweile üblichen Art der Netzplantechnik unterscheidet man vier mögliche Anordnungsbeziehungen:

  • Normalfolge
  • Anfangsfolge
  • Endfolge
  • Sprungfolge

Aus formalen Gründen führt die DIN 69900 Teil 1 noch die "Ersatzanordnungsbeziehung" ein, die bei der Netzplanverdichtung erforderlich ist, um eine Kette von Anordnungsbeziehungen, die nicht mehr einzeln dargestellt werden sollen, zu ersetzen. Aber auch die Ersatzanordnungsbeziehung entspricht einer der vier oben aufgeführten Arten.

Aus den Anordnungsbeziehungen ergibt sich die Ablaufstruktur des Projektes, dargestellt z.B. in Form eines Netzplans oder Balkendiagramms. Zusammen mit den Schätzungen für die Vorgangsdauern bestimmen die Anordnungsbeziehungen die minimale Projektdauer.

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