Earned Value Management

Earned Value Management ist die Standardmethode des PMBOK(R) Guide für Projekt-Controlling. Sie wurde 1967 vom US-amerikanischen Verteidigungsministerium verpflichtend für Auftragnehmer eingeführt. Im Dokument DODI 7000.2 (Department of Defence Instruction) "Performance Measurements for Selected Acquisitions" wurde sowohl die Projektstrukturierung (Contractual Work Breakdown Structure) als auch die Fortschrittsmessung mit Earned Value beschrieben. Der Inhalt von DODI 7000.2 ist auch bekannt unter den Bezeichnungen "Cost/Schedule Control System Criteria (C/SCSC)" bzw. "C-Spec".

Earned Value Management setzte sich anfangs nicht durch, da zum einen der vom DOD definierte Verwaltungsaufwand sehr hoch war und andererseits die elektronische Datenverarbeitung nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten bot.

Seit ca. 1990 erfährt Earned Value Management wieder steigende Aufmerksamkeit. Die Infrastruktur der Datenverarbeitung liefert mittlerweile die erforderlichen Voraussetzungen für eine mühelose Berechnung der entsprechenden Kennzahlen, die Projektorientierung der Unternehmen steigt erheblich und Projekte werden beständig größer und komplexer. Multiprojektmanagement oder Projektportfoliomanagement auf einer unternehmensweiten Ebene setzt eine effiziente Methode zur Projektüberwachung voraus - Earned Value Mangement hat den Anspruch, genau dies zu leisten.

Es versucht, die drei Elemente des "Magischen Dreiecks" Zeit, Aufwand und Ergebnis gleichzeitig in die Projektbeurteilung einfließen zu lassen. Dies geschieht über die Berechnung der Größen Earned Value, Actual Cost und Planned Cost. Aus deren Relationen ergeben sich der Cost Performance Index und der Schedule Performance Index, deren Werte wiederum eine Prognose für den weiteren Projektverlauf erlauben.

Relevante Beiträge im Projekt Magazin
von Michael Gille
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Earned Value Management (EVM) erscheint vielen Projektverantwortlichen als "zu aufwendig und zu kompliziert". Zu Unrecht, meinen Michael Gille und Dr.-Ing. Frank Kocsis. Anhand eines konkreten Beispiels beschreiben sie, wie durch den Einsatz von EVM die Überwachung und Steuerung eines weltweiten SAP-Roll-Outs bei einem Großkonzern signifikant verbessert wurde. Insbesondere seine Prognosefunktionen trugen dazu bei, dass das Programm zur Zufriedenheit des Auftraggebers erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Die Autoren gehen besonders auf die mit EVM erzielten Nutzeffekte ein und geben Empfehlungen für seinen Einsatz. Ergänzend stellen sie einen einfachen Ansatz zum EVM vor und erläutern im Anhang die Grundlagen von EVM soweit sie zum Verständnis dieses Beitrags erforderlich sind.
von Cornelia Niklas
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Projekte werden durchgeführt, um für das Unternehmen einen wirtschaftlichen Nutzen zu generieren. Manche Projekte verlieren aber die ursprünglich erwartete Rentabilität – z.B. weil ein wichtiger Kunde abspringt, der Markt sich verändert oder unerwartet neue Gesetze in Kraft treten. Unrentable Projekte sollten nicht weitergeführt werden, denn sie schwächen das Unternehmen. Oft ist der Rentabilitätsverlust aber ein schleichender Prozess und schwer zu erkennen. Cornelia Niklas beschreibt, wie Controller kritische Projekte identifizieren und in Zusammenarbeit mit Projektleiter und Auftraggeber zu einer Entscheidung darüber gelangen, ob ein Projekt eingestellt wird oder nicht.
von Detlef Zimmermann
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Das Excel-Tool EasyEarnedValueManager (EasyEVM) ermöglicht es, die Vorteile der Earned Value Analyse auch für kleinere Projekte nutzbar zu machen, für die der erforderliche Aufwand ansonsten zu hoch wäre. Detlef Zimmermann stellt das Tool mit seinem Beitrag zur Verfügung und liefert eine ausführliche Nutzungsbeschreibung. Das Tool kann ab der Microsoft Excel-Version 2000 verwendet werden.
von Dr. Georg Angermeier
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3.42857
4 Kommentare
Wo steht das Projekt? Passt der Projektfortschritt zu den bisherigen Ausgaben und dem Zeitaufwand? Wenn der Kunde dem Projektteam diese Fragen stellt, bekommt er unterschiedliche Antworten – je nachdem, ob er mit dem Arbeitspaketverantwortlichen, dem Buchhalter oder dem Terminplaner spricht. Mittels Earned Value Management, der Projektsteuerung nach Fertigstellungswert, ist dagegen eine schnelle, einheitliche Positionsbestimmung möglich. Planung und Realität werden über einfache Messgrößen verglichen. Dr. Georg Angermeier erläutert in seinem Beitrag, wie diese Controlling-Methode funktioniert. Falls Sie die Methode gleich selber ausprobieren möchten, können Sie dazu die mitgelieferte Microsoft Excel-Vorlage verwenden.
von Reinhard P. Oechtering
3 Bewertungen
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1 Kommentar
Die kritische Kette ist eine revolutionäre Neuerung im Projektmanagement. So sieht zumindest die englischsprachige Literatur die PM-Methode, die der US-Autor Eliyahu Goldratt mit seinem Wirtschafts-Roman "Critical Chain. A Business Novel" eingeführt hat (deutsche Übersetzung: "Die Kritische Kette – Das neue Konzept im Projektmanagement"). Doch was nützt die kritische Kette wirklich? Wie sinnvoll ist es, die bewährte Meilensteintechnik fallenzulassen und was halten die Mitarbeiter davon, unter permanenten Zeitdruck gesetzt zu werden? Reinhard P. Oechtering hinterfragt in diesem Artikel die Praxistauglichkeit der kritischen Kette im Projektalltag.
von Stavros Georgantzis
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Wenn jemand nach dem Stand eines Projekts fragt, kommen in den meisten Antworten Größen wie der (ungefähre) Fertigstellungsgrad, das Budget, die Plan- und Ist-Kosten und der Endtermin vor. Lässt sich mit solchen Werten der Stand des Projekts darstellen? Johann Strasser und Stavros Georgantzis von The Project Group zeigen in ihrem Beitrag die Grenzen der genannten Kennzahlen auf und stellen so den Sinn des Earned Value heraus. Dabei steht die direkte Umsetzung in Microsoft Project im Vordergrund.
von Olaf Clausen
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1.75
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Das Projekt ist abgeschlossen, die Software läuft beim Kunden. Aber war das Projekt erfolgreich? In diesem Artikel über kleine Projekte stellt Ihnen Olaf Clausen einen Vorschlag zur Erfolgsmessung von Projekten vor. Er geht außerdem auf die Behandlung von Bugfixes, Updates und Supportanfragen ein.
von Thomas Walenta
7 Bewertungen
4
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Thomas Walenta führt in die Thematik Earned Value ein, stellt dabei das Problem der Fortschrittskontrolle in Projekten dar und vermittelt die Voraussetzungen für die Anwendung von Earned Value. Dabei werden Kennzahlen erarbeitet und die Prognosemöglichkeiten durch Earned Value aufgezeigt.
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