Open Space Technology

Open Space Technology (OST) ist eine Moderationsmethode für Großgruppenprozesse. Sie ist bereits für kleine Gruppen (ab ca. 10 Personen) bis hin zu Großkonferenzen (über 1.000 Personen) einsetzbar.

Anzeige

Begründer der OST ist der Organisationsberater Harrison Owen, der Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts aus seinen Erfahrungen mit Konferenzgestaltungen diese Methode entwickelte. Mittlerweile ist sie weltweit verbreitet.

Wesentliches Kennzeichen von OST ist ihre Ergebnisoffenheit bei gleichzeitig streng formalem Rahmen. Dies bedeutet, dass keine Tagesordnung, sondern lediglich Zeit und Raum sowie Moderationsregeln vorgegeben sind.

Der Ablauf einer Open Space-Konferenz findet typischerweise in drei Phasen statt:

  1. Treffen im Plenum mit Vorstellung der Methode und der Bildung von Arbeitsgruppen
  2. Durchführung der Arbeitsgruppen und ihre Dokumentation gemäß den vorgegebenen Regeln
  3. Abschlussplenum mit Vorstellung der Ergebnisse, Priorisierung und Beschlussfassung
Wichtig für den Erfolg von Open Space-Konferenzen sind die Regeln für die Arbeitsgruppen:
  • Wer auch immer kommt, es sind die richtigen Leute.
  • Was auch immer geschieht, es ist okay.
  • Es beginnt, wenn es beginnt.
  • Wenn es vorbei ist, ist es vorbei.
Hinter jedem dieser Punkte stehen ausführliche Überlegungen, die z.B. auf der Website von Matthias zur Bonson (www.all-in-one-spirit.de) nachgelesen werden können.

Für die Teilnehmer gelten folgende Regeln und Rollen:

  • "Bienen" (oder auch "Hummeln") sind die eifrigen Arbeiter(innen), die ergebnisorientiert an den Aufgabenstellungen arbeiten und an der jeweilige Arbeitseinheit im vollen Umfang teilnehmen.
  • "Schmetterlinge" flattern von einer Arbeitsgruppe zur anderen und sammeln unterschiedliche Eindrücke. Unter Umständen fungieren sie als Botschafter, eventuell treffen sie sich zwischendurch auch an der Bar.
Ehernes Gesetz im Open Space ist das "Gesetz der zwei Füße". Die Abstimmung über die relevanten Themen erfolgt permanent durch "Beinarbeit". D.h. niemand ist zur Teilnahme oder zum Verweilen in einem Workshop verpflichtet. Themen, die viele für wichtig erachten, werden von mehr Personen besucht werden als andere. Aber auch dann, wenn die Arbeitsgruppe lediglich aus ihrem Initiator besteht, hat dieser das gleiche Recht, seine Überlegungen in die Dokumentation einfließen zu lassen.

In der Projektarbeit lässt sich OST gezielt einsetzen für:

  • Konzeption des Projekts zur Sammlung von Ideen und Lösungsbeiträgen
  • Projektstatustreffen zur Behandlung aktueller Probleme und Aufgaben
  • Projektauswertung zur Sammlung von Lessons Learned
Open Space ist nicht geeignet als Methode für den Start eines definierten Projekts (Startworkshop). Hierfür ist die Methode der Real Time Strategic Change Conference besser geeignet.

Harrison Owen stellt unter der URL www.openspaceworld.com die Open Space Technology ausführlich vor.

Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 03.04.2003.
Tech Link