Brooks’s Law

Brooks's Law lautet: "Adding manpower to a late software project makes it later" und stammt von Fred Brooks, einem Manager bei IBM und Autor des 1975 erschienenen Buchs "The Mythical Man-Month" ("Vom Mythos des Mannmonats").

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Die grundlegende Erfahrung, dass ein verzögertes Projekt, insbes. Softwareprojekt, nicht durch den vermehrten Einsatz von Arbeitskraft beschleunigt werden kann, sondern sogar noch verlängert wird, ist zwar leicht zu begründen, aber nur schwer Entscheidern zu vermitteln.

Hauptgrund für die Verringerung der Arbeitsgeschwindigkeit durch Aufstockung der Arbeitskapazität ist die Notwendigkeit, neue Mitarbeiter einzuführen. Dies können am schnellsten die bisherigen Bearbeiter des Projekts tun. Während sie den neuen Kollegen den Stand des Projekts erklären, arbeiten weder sie noch die neuen Mitarbeiter am Projekt. Das Projekt verzögert sich dadurch noch weiter.

Zweiter Grund ist der erhöhte Koordinierungsaufwand bei einer Vergrößerung des Projektteams.

Der dritte Grund besteht darin, dass Aufgaben nicht beliebig geteilt werden können, sondern eine minimale Größe aufweisen. Wenn mehr Personen da sind als zuteilbare Aufgaben, fallen nur noch zusätzliche Koordinationsaufgaben ohne Projektfortschritt an.

Da diese Gründe allgemein und nicht nur für Softwareprojekte zutreffen, kann das Gesetz von Brook als grundsätzlich universell gelten. Einschränkungen gelten dort, wo ein Projekt bereits von Beginn an mit zu geringen Ressourcen geplant war oder wo bestimmte kritische Vorgänge tatsächlich reine Volumenvorgänge sind (z.B. kann die Geschwindigkeit der Personenbefragung bei einem Marktforschungsprojekt durch Erhöhung der Call-Center-Kapazität sehr wohl beschleunigt werden).

Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 28.10.2003.
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