DIN 69901-5:2009

Die DIN 69901-5:2009-1 "Projektmanagement - Projektmanagementsysteme - Teil 5: Begriffe" beschreibt ein Projekthandbuch allgemein als projektspezifisches Informationswerk zur Durchführung des Projekts . Eine weitergehende Definition, insbesondere welche Projektdokumente Bestandteil des Projekthandbuchs sind, findet sich in den Blättern der DIN 69901 nicht, das Projekthandbuch ist auch kein Output eines der in DIN 69901-5:2009-1 "Projektmanagement - Projektmanagementsysteme - Teil 2: Prozesse, Prozessmodell" definierten Projektmanagementprozesses.

Kompetenzbasiertes Projektmanagement (PM3)

Im Standardwerk der GPM erwähnen Andreas Frick und Martin Raab im Rahmen des Kapitels "Einführung von Projekt-, Programm- und Portfoliomanagment" am Rande auch die Funktion des Projekthandbuchs (Frick, Andreas u. Raab, Martin: Einführung von Projekt-, Programm- und Portfoliomanagement, in: Kompetenzbasiertes Projektmanagement (PM3), Bd. 4, Nürnberg 2009, S. 2274). Weitergehende Informationen zum Projekthandbuch finden sich nicht im PM3

PMBOK GuidePMBOK GuidePMBOK Guide ist eine Abkürzung von Guide to the Project Management Body of Knowledge

In der US-amerikanischen NormNormNormen, Verordnungen, Standards und Richtlinien definieren und regeln einheitliche Begriffe, Verfahren und Managementsysteme. Ziele von einheitlichen Definitionen sind: Missverständnisse in der Kommunikation vermeiden Qualität gewährleisten Kosten reduzieren Technologietransfer ermöglichen Unternehmensübergreifende und internationale Zusammenarbeit unterstützen, dem PMBOK Guide, entspricht der sog. "Project Management Plan" dem Projekthandbuch gemäß DIN 69901-5. Der Project Management Plan wird im Prozess "Develop Project Management Plan" erstellt. Seine wesentlichen Bestandteile sind unter anderem:

Der PMBOK Guide 2008 definiert den Project Management Plan als: "A formal, approved document that defines how the project is executed, monitored, and controlled. It may be a summary or detailed and may be composed of one or more subsidiary management plans and other planning documents.

PRINCE2PRINCE2PRINCE2 ® ist ein vollständiges Projektmanagement-System, bestehend aus Prozessdefinitionen, Rollenbeschreibungen, Vorlagen für Management-Produkte und Methoden. Das Akronym "PRINCE" steht für "PRojects IN Controlled Environment".

Das britische Projektmanagementsystem PRINCE2 kennt als zentrales Projektdokument die sog. "Projektleitdokumentation" (PID). Diese entspricht in etwa den beiden Dokumenten ProjektauftragProjektauftragMit dem Projektauftrag autorisiert der Auftraggeber den Projektmanager , das Projekt oder eine Phase des Projekts durchzuführen. Statt Projektauftrag werden auch Begriffe wie Project Charter, Projektvertrag, Projektleitdokumentation oder Projektvereinbarung verwendet. und Projekthandbuch, so wie sie in der DIN 69901-5 definiert sind.

Die Bestandteile der Projektleitdokumentation sind gemäß PRINCE2:2009:

 

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Wie viele Mittelständler handhabte die BRITA Gruppe ihr Projektmanagement lange Zeit intuitiv, aber nicht systematisch.

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"Wer ist hier eigentlich für was verantwortlich?" – Nicht selten geraten Projekte ins Stocken, weil diese Frage nicht eindeutig geklärt ist.

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Integrieren Sie das Risikomanagement nahtlos in die Projektarbeit! Managen Sie aktiv die Bedrohungen und Chancen Ihres Projekts!

V-ModellV-ModellDas V-Modell ist der bundesdeutsche Standard für IT-Projekte der öffentlichen Hand. Es wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Verteidigung von der Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft mbH (IABG) in Ottobrunn (www.iabg.de) erstellt und 1992 vom Bundesministerium des Inneren für den Bereich der Bundesverwaltung übernommen. Seit 1996 ist das V-Modell eine verbindlich einzusetzende Vorschrift. XT

Die deutsche Richtlinie für IT-Projekte der öffentlichen Hand, das V-Modell XT, benennt explizit das Projekthandbuch als zu erstellendes ProduktProduktAus Projektsicht ist ein Produkt die im Lastenheft beschriebene, zu erbringende Leistung des Projekts. Meistens muss ein Projekt mehrere Produkte erstellen, um den vereinbarten Leistungsumfang zu erbringen. Die Auflistung aller zu erstellenden Produkte eines Projekts ist das sog. Leistungsverzeichnis . Die Menge aller Produkte eines Projekts definieren den sog. Projektumfang (Inhalt und Umfang, Scope).. Inhaltlich definiert es das Projekthandbuch ähnlich wie PRINCE2: "Das Projekthandbuch beinhaltet eine Kurzbeschreibung des Projekts, die Beschreibung des Tailoring-Ergebnisses, den grundlegenden Projektdurchführungsplan, die notwendige und vereinbarte Unterstützung des Auftraggebers sowie Organisation und Vorgaben für die Planung und Durchführung des Projekts und die anstehenden Entwicklungsaufgaben. " (V-Modell XT, Teil 5: V-Modell-Referenz Produkte. 5.3.2.2 Projekthandbuch, vgl. "Weiterführende Links").

Erläuterungen und Kommentar

Das Projekthandbuch unterscheidet sich vom ProjektmanagementhandbuchProjektmanagementhandbuchDas Projektmanagementhandbuch einer Organisationseinheit dokumentiert dessen Projektmanagementsystem . einer Organisation dadurch, dass es nur für ein spezifisches Projekt gilt. Im einfachsten Fall wird das Projekthandbuch hinsichtlich des einzuhaltenden Regelwerks auf das Projektmanagementhandbuch verweisen, vorausgesetzt dass das Projektmanagementhandbuch hinreichend konkret ist und keine Anpassungen an das Projekt erforderlich sind.

Wenn an einem Projekt zwei oder mehr Organisationseinheiten beteiligt sind, so haben diese in der Regel jeweils eigene Projektmanagementhandbücher. Insbesondere bei branchenübergreifenden Projekten können sich die individuellen PM-Standards erheblich voneinander unterscheiden, z.B. wenn ein Unternehmen traditionelles, das andere Unternehmen hingegen agiles ProjektmanagementAgiles ProjektmanagementAgiles Projektmanagement bezeichnet Vorgehensweisen, bei denen das Projektteam über hohe Toleranzen bezüglich Qualität, Umfang, Zeit und Kosten verfügt und eine sehr hohe Mitwirkung des Auftraggebers bei der Erstellung des Werks erforderlich ist. Charakteristisch für Agiles Projektmanagement ist die Fokussierung auf das zu liefernde Werk und die Akzeptanz durch die Anwender. Hingegen werden geschäftliche Anforderungen, wie z.B. die Termintreue, Kostentreue oder Erfüllung eines spezifizierten Leistungsumfangs weniger oder nicht berücksichtigt. vorschreibt. In diesem Fall müssen sich die Projektbeteiligten auf eine gemeinsame Vorgehensweise einigen und diese im Projekthandbuch dokumentieren. Z.B. kann das Projekt in Teilprojekte aufgeteilt werden, die jeweils nach unterschiedlichen Standards gemanagt werden.

Zu empfehlende Bestandteile eines Projekthandbuchs

Zusätzlich zu den bereits in den oben genannten Richtlinien aufgeführten Elementen eines Projekthandbuchs sind noch folgende Dokumente sinnvolle Bestandteile:

Projekthandbuch und ProjektakteProjektakteDer Begriff "Projektakte" wird in zunehmendem Maße im Sinn der Menge alle projektbezogenen Dokumente verwendet. Dies gilt insbesondere bei der Verwendung elektronischen Dokumentenmanagements, bei dem von den Plänen bis zur Korrespondenz alle Informationseinheiten in einer zentralen Datenbank verwaltet werden.

In den Richtlinien und in der Fachliteratur finden sich keine klaren Abgrenzungen, welche Projektdokumente nicht Bestandteil des Projekthandbuchs sind. Das Projektmanagementteam muss also entscheiden, welche Dokumente es in das Projekthandbuch aufnehmen will und welche nicht. Z.B. kann es sinnvoll sein, die Projektstatusberichte in das Projekthandbuch mit aufzunehmen, nicht aber die Änderungsanträge. Die Menge aller Projektdokumente wird als Projektakte bezeichnet. Das Projekthandbuch ist somit Teil der Projektakte, bei Kleinprojekten kann das Projekthandbuch ggf. die gesamte Projektakte umfassen.

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Genügen für die vielbeschworene Digitale Transformation die herkömmlichen Instrumente des Projektmanagements? Welche Anforderungen müssen Projektmanager hierfür erfüllen? Dr.

Teil 2:
Zulassung, Durchführung und Gültigkeit
Projektmanager, die eine Zertifizierung anstreben, benötigen eine fundierte Entscheidungshilfe für die Wahl des passenden Zertifizierungssystems. Im ersten Teil zeigte Barbara Brecht-Hadraschek, wie sich die drei wichtigsten …

 

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Immer mehr Firmen setzen auf agiles Projektmanagement. Dementsprechend wächst die Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern, die idealerweise auch über die entsprechende Zertifizierung verfügen.

Was ist ein Projekthandbuch?

Das Projekthandbuch enthält alle für ein bestimmtes Projekt geltenden Regeln sowie die für seine Durchführung notwendigen spezifischen Informationen.  [Weiterlesen]

Wer erstellt das Projekthandbuch?

Verantwortlich für Erstellung und Aktualisierung des Projekthandbuchs ist der Projektleiter, es muss vom Lenkungsausschuss freigegeben werden und unterliegt dem Konfigurationsmanagement. Falls es eine Projektassistenz gibt, so ist diese für die Verwaltung (Verteilung, Versionierung, Archivierung) des Projekthandbuchs zuständig. [Weiterlesen]

Welche Inhalte hat das Projekthandbuch?

Inhalte des Projekthandbuchs sind z.B.

  • Projektdefinition
  • Proejktlösungsansatz
  • Business Case
  • Struktur des Projektmanagementteams (d.h. die Projektorganisation)
  • Rollenbeschreibungen (d.h. Verantwortlichkeiten und Befugnisse von Projektbeteiligten)
  • Qualitätsmanagementstrategie
  • Konfigurationsmanagementstrategie
  • Risikomanagementstrategie
  • Kommunikationsmanagementstrategie
  • ... [weiterlesen]

 

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